Seefuchs (Schiff)

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Seefuchs
Seefuchs im März 2018 als privater Seenotretter im Hafen von Valletta
Seefuchs im März 2018 als privater Seenotretter im Hafen von Valletta
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen

Heringshai, SAS 316

Schiffstyp Kutter
Eigner Sea-Eye e. V., Regensburg
Bauwerft Elbewerft Boizenburg
Stapellauf 1958
Indienststellung 1959
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
26,5 m (Lüa)
Breite 5,90 m
Tiefgang max. 3,80 m
Vermessung BRZ 133
Maschinenanlage
Maschine 6 NVD 36, SKL Motor
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
175 kW (238 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
10 kn (19 km/h)
Sonstiges
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 5148716

Die Seefuchs ist ein ehemaliger Fischkutter, welcher von 2017 bis 2018 für den Sea-Eye e.V. im Mittelmeer als Seenotrettungsschiff im Einsatz zwischen Malta und Libyen war. Vor ihrem Einsatz als Seenotretter war die Seefuchs lange Jahre im Museumshafen Greifswald als Museums- beziehungsweise Traditionsschiff beheimatet.[1] Schwesterschiff ist das „Flaggschiff“ vom Sea-Eye e.V., die Sea-Eye.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 mit Beladung für die Seenotrettung

Das Schiff wurde auf der Elbewerft Boizenburg gebaut und lief 1958 vom Stapel. Es wurde im Januar 1959 als SAS 316, Heringshai in Dienst gestellt. Eigner und Betreiber war der VEB Fischfang Saßnitz. Vom gleichen Schiffstyp wurden zunächst auf der Volkswerft Stralsund und später auf der Elbewerft Boizenburg 50 Stück gebaut. Der Kutter hat eine Länge von 26,50 Meter, weswegen er umgangssprachlich „Sechsundzwanziger“ genannt wurde. Fischereigebiet der Heringshai war in erster Linie die Nordsee und die Ostsee. Bis 1991 war sie im Fischereibetrieb im Einsatz.

1993 wurde das Schiff verkauft und in Seefuchs umbenannt und kam als Museumsschiff in den Museumshafen Greifswald. Da im Zuge des Baus des Sperrwerks in Wieck die Fahrwassertiefe des Ryck verringert wurde, mussten mehrere Schiffe den Museumshafen verlassen. Aus diesem Grund kam die Seefuchs 2014 nach Stralsund.[2]

Im Zuge der humanitären Notlage und angesichts zahlreicher Ertrinkender im Zusammenhang mit der Einwanderung über das Mittelmeer in die EU kaufte 2017 die Nichtregierungsorganisation Sea-Eye e.V. das Schiff. Bis Ende 2018 wurde das ehemalige Museumsschiff nach einigen Umbauten für Rettungsaktionen im Mittelmeer eingesetzt.

Am 21. Juni 2018 verkündete der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega Nord), dass die Seefuchs sowie die Lifeline der gleichnamigen Dresdner Organisation italienische Häfen nicht mehr anlaufen dürfen.[3] Salvini sagte, Italien werde dem „illegalen Einwanderungsgeschäft“ nicht länger Beihilfe leisten, die Organisationen müssten sich andere Häfen zum Anlegen suchen.[4] Verkehrsminister Danilo Toninelli (MoVimento 5 Stelle) kündigte anschließend die Beschlagnahme beider Schiffe zum Zwecke einer Registrierungsüberprüfung an, da die Vertretung der Niederlande bei der Europäischen Union erklärte hatte, diese seien nicht in den niederländischen Registern verzeichnet.[5]

Laut Pressemitteilungen ließ Malta im September 2018 gegenüber dem Sea-eye e.V. verlauten, der Seefuchs die Ausfahrt nur dann zu genehmigen, wenn der Verein unter anderem eine „starke, formelle und offizielle Erklärung“ abgibt, sich nicht mehr an Search and Rescue-Operationen (SAR) zu beteiligen. Der einzige Zweck der Abfahrt sollte ein Transfer des Schiffs nach Deutschland sein.[6] Am 23. November wurde bekannt, dass Malta die Seefuchs nach sechs Monaten Festhalten bedingungslos freigibt. Zuvor war am 19. November 2018 ein Flaggenwechsel von den Niederlanden auf Deutschland erfolgt.[7]

Das Schiff wurde 2018/2019 an eine Organisation in Spanien verschenkt und soll dort im Katastrophenschutz der Gruppe "Proem Aid" eingesetzt werden.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ann-Christin Schneider: Museumshafen verliert „Seefuchs“. In: Ostseezeitung. 13. Dezember 2015, abgerufen am 31. März 2018.
  2. Geschichte. In: seefuchs.de. Abgerufen am 31. März 2018.
  3. Italien will zwei Rettungsschiffe beschlagnahmen. In: tagesschau.de. Abgerufen am 23. Juni 2018.
  4. Philip Kuhn, Constanze Reuscher: „Salvinis Äußerungen haben keinen Sinn“. In: welt.de. 21. Juni 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  5. Italien will Schiffe deutscher Flüchtlingshelfer beschlagnahmen. In: welt.de. 22. Juni 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  6. Vanessa Vu: Malta verlangt von NGO Ende der Rettungsmissionen. In: zeit.de. 26. September 2018, abgerufen am 28. September 2018.
  7. Vanessa Vu: Malta lässt festgesetztes Schiff "Seefuchs" frei Erschienen am 23. November 2018 in Zeit online. Eingesehen am 23. November 2018.
  8. "Seefuchs in neuen Händen auf dem Weg nach Spanien" sea-eye.org