Sega Master System

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Sega Master System
SEGA logo.png
Master System Logo.svg
Sega Master System (erste Ausführung)
Hersteller Sega
Typ Stationäre Spielkonsole
Generation 3. Generation
Veröffentlichung
JapanJapan Oktober 1985
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Juni 1986
EuropaEuropa 1987
Hauptprozessor Z80
Speichermedien Module
Steckkarten (Sega Cards)
Controller Control-Pad
Verkaufte
Einheiten
13 Millionen
Erfolgreichstes Spiel Alex Kidd in Miracle World
Vorgänger SG-1000
Nachfolger Sega Mega Drive

Das Sega Master System (kurz SMS; jap. マスターシステム, Masutā Shisutemu) ist eine 8-Bit-Videospielkonsole von Sega. Es stand in direkter Konkurrenz zum Famicom beziehungsweise NES.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Nachfolger des SG-1000 Mark I und des SG-1000 Mark II wurde im Oktober 1985 das SG-1000 Mark III in Japan vorgestellt. Eine Verbesserung zu seinen Vorgänger stellten die größere Farbpalette, besseres Audio über die separat erhältliche FM-Unit und mehr internen Arbeitsspeicher dar. Im Juni 1986 wurde das System in neuem Design unter dem neuen Namen Sega Master System auch in den USA veröffentlicht, ein Jahr nach dem USA-Start des Nintendo Entertainment Systems (NES). Anfänglich wurden die Spiele auf preisgünstigen Sega Cards ausgeliefert, welche aufgrund der Limitierung auf 32 KBit zugunsten von Cartridges (ab 128 KBit) aufgeben wurden. Die Konsole kostete zum Verkaufsstart 200 US$. Anschließend wurde sie in anderen Märkten veröffentlicht, in Europa erschien sie 1987 unter ihrem neuen Namen.

Obwohl das Master System dem NES in manchen Bereichen technisch überlegen war, konnte es sich dennoch nicht gegen dieses durchsetzen. Knebelverträge und Vertragsstrafen banden anfänglich Third-Party-Entwickler an Nintendo. Lediglich in Europa und Südamerika verkaufte sich die Konsole zufriedenstellend. Der mäßige Erfolg des Systems wird verschiedenen Ursachen zugeschrieben, hauptsächlich der im Vergleich zum NES geringeren Anzahl erhältlicher Titel. Nintendos gute Beziehungen zu Drittentwicklern dürften ebenfalls nicht unerheblich gewesen sein; das Übereinkommen lief darauf hinaus, dass die Entwickler letztendlich nur Spiele für das NES entwickelten.

Japan[Bearbeiten]

Das SMS war in Japan nicht übermäßig erfolgreich, da das Nintendo Famicom, das mit dem japanischen Master System konkurrierte, den japanischen Markt beherrschte. Sowohl Mark III als auch das japanische Master System bieten Unterstützung für SG-1000 Spiele. Ebenso ist der FM-Chip in dem Gerät integriert, welches beim Vorgänger als Addon FM Unit erworben werden musste. Im Weiteren kann die 3D-Brille direkt an das Master System angeschlossen werden, ein Adapter ist notwendig. Mark III und das japanische Master System benutzen gemeinsam ein anderes Modulformat, welches nicht kompatibel zum amerikanischen/europäischen Konsolen ist. Im Februar 1989 erschien mit Bomber Raid das letzte Spiel für diese Region.

Nordamerika[Bearbeiten]

In Nordamerika verkaufte sich das Master System nur sehr langsam. Innerhalb der ersten vier Monate wurden 125.000 Konsolen verkauft. In derselben Zeit gingen rund 2.000.000 NES-Konsolen über die Ladentheke.

Nintendo hatte zu dieser Zeit 90% des nordamerikanischen Marktes inne. Hayou Nakayama, damaliger CEO von Sega, entschied, keinen zu großen Aufwand auf vom NES dominierten Märkten zu betreiben. 1988 wurden die Master-System-Rechte in Nordamerika an Tonka verkauft, aber seine Popularität nahm weiterhin ab. 1990 hatte Sega Erfolg mit seinem Sega Mega Drive/Sega Genesis und kaufte die SMS-Rechte von Tonka zurück. Man entwickelte mit dem Sega Master System II eine kleinere, kostenreduzierte Version. Zudem war das Spiel Alex Kidd in Miracle World bereits integriert, so dass kein zusätzliches Modul gekauft werden musste. Später wurde es durch Sonic the Hedgehog ersetzt.

Um 1992 waren die Master-System-Verkäufe in Nordamerika praktisch nicht mehr existent und die Produktion wurde eingestellt. Durch den ausgebliebenen Erfolg erschienen lediglich 115 Titel für die Konsole.

Europa[Bearbeiten]

In Europa wurde das Master System von Sega in vielen verschiedenen Ländern vermarktet, darunter sogar einige, in denen Nintendo keine Konsolen verkaufte. Europäer gewährten dem SMS breite Third-Party-Unterstützung, so dass es das NES in diesem Markt übertraf. Nintendo war gezwungen, Lizenzen für einige beliebte SMS-Titel in diesem Markt zu erwerben. Das Master System erhielt in Europa Unterstützung bis 1996. Die Produktion wurde schließlich eingestellt, damit Sega sich auf den Sega Saturn konzentrieren konnte. Das letzte europäische Spiel „Les Schtroumpfs Autour du Monde“ wurde nur noch in sehr geringen Mengen hergestellt, weshalb es unter Sammlern hoch gehandelt wird.

Australien[Bearbeiten]

Das SMS unterlag dem NES in Australien, jedoch war die Niederlage nicht so vernichtend wie in Nordamerika.

Südkorea[Bearbeiten]

Wie bereits das SG 1000, erschien das Master System in Südkorea aber unter den Namen Gam*Boy. Die Konsole entsprach dabei weitgehend der japanischen Version, es fehlte lediglich die integrierte FM-Unit und die Controller wurden leicht überarbeitet. Aufgrund der vorherrschenden Vorbehalte gegenüber japanischen Firmen übernahm Samsung die Vermarktung. Einige bekannte MSX-Konvertierungen erschienen dort, wie Gradius und der Super-Mario-Bros.-Klon Super Boy. Besonders aktiv war dabei die dort ansässige Firma Zemina.

Brasilien[Bearbeiten]

Brasilien war einer der erfolgreichsten Märkte für das SMS. Es wurde dort von TecToy, Segas brasilianischem Vertrieb, verkauft. Ein Sega Master System III (und sogar ein halb-tragbares SMS VI) erschien(en) auf diesem Markt, und mehrere Spiele wurden für die Brasilianer übersetzt. Die Figuren dieser Spiele wurden dem brasilianischen Publikum angepasst, zum Beispiel wurde Wonder Boy in Monster Land zu Mônica, der Hauptfigur eines beliebten brasilianischen Kinderbuches von Maurício de Sousa.

Später wurden in Brasilien Game-Gear-Spiele für das Master System konvertiert, und mehrere original brasilianische Titel erschienen für das System. TecToy produzierte auch eine lizenzierte Version des beliebten Kampfspiels Street Fighter II für das Master System. Trotz der begrenzten Möglichkeiten der Konsole war das Spiel überraschend gut. Die Konsolenherstellung war den Brasilianern vertraut, was den Erfolg auf diesem Markt erklärt. Während der späten Tage des Master Systems in Brasilien wurden Spiele für kleine Kinder vermarktet.

Das Sega Master System wurde in Brasilien weit über das Jahr 1996 hinaus produziert. So ist die Version Master System III Collection gestaltet wie das nordamerikanische Master System II (Master System III in Brasilien), aber es ist weiß und wird mit 74 eingebauten Spielen auf einer internen ROM ausgeliefert. Weiterhin gibt es das Master System Collection Super Compact, das Super Compact Girl (in pink), das Master System Handy (eine Konsole ohne Modulschacht mit 27 implementierten Spielen) und das Master System Collection 105, identisch mit dem Collection 74, aber mit 105 implementierten Spielen im ROM (u. a. dem vorher unveröffentlichten Woody Woodpecker). Die aktuelle Fassung, Master System Evolution (Stand: 2015),[1] enthält 132 Spiele. Neben Klassikern wie Sonic und Alex Kidd finden sich auch zahlreiche, von TecToy entwickelte Spiele wie Cava Cava oder Resta Um in der Sammlung.

Sega Master System II & III[Bearbeiten]

Sega Master System II
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Master System II
Hersteller Sega
Typ Stationäre Spielkonsole
Generation 3. Generation / 8-Bit-Ära
Veröffentlichung
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 1990
EuropaEuropa 1990
Hauptprozessor 8-bit 3,6 MHz Zilog Z80 CPU
Speichermedien Module
Controller Steuerkreuz, 2 Buttons
Erfolgreichstes Spiel Alex Kidd in Miracle World

Beim Master System II handelt es sich im Wesentlichen um ein Redesign der ursprünglichen Konsole. Aus Kostengründen verzichteten die Entwickler jedoch auf den Schacht für Steckkarten (Sega Card), die Reset-Taste und andere Anschlüsse wie den RGB-Anschluss. Es wurde in seiner Geschichte mehrmals verändert. Die Änderungen betrafen jedoch hauptsächlich das Design der Konsole. Im Master System 2 war das Spiel „Alex Kidd in Miracle World“ bzw. „Sonic The Hedgehog“ integriert.

Die Konsole besitzt lediglich einen Modulschacht für Spiele, die als Spielmodule veröffentlicht wurden (Mega-Cartridge). An der Konsole selbst ist eine Pausetaste und der Ein-/Ausschalter angebracht.

Die überarbeiten Modelle kamen mit Ausnahme von Japan weltweit auf dem Markt. In Korea ist diese Version unter den Namen Gam*Boy II / Aladdin Boy bekannt.

Das Master System III wird bis heute von TecToy exklusiv für den brasilianischen Markt produziert. Die ersten Versionen entsprachen weitgehend dem Master System II. Später wurde das System jedoch mehrmals verändert und in unterschiedlichen Varianten angeboten, beispielsweise als kompakte Version mit eingebauten Spielen und ohne Modulschacht.

Zubehör[Bearbeiten]

Zur Steuerung der Spiele wird ein Controller mit 2 Tasten verwendet, wobei Taste 1 gleichzeitig als Starttaste dient. Andere kompatible Controller wie vom Mega Drive oder von Atari können ebenfalls verwendet werden. Bis zu zwei Controller können an die Konsole angeschlossen werden. Zudem existieren ein kabelloser Controller, Arcade-Joystick (Control Stick), Trackball (Sports Paddle) und Lenkrad (Handle Controller). Als weiteres Zubehör wurden ein Light Phaser und eine 3D-Brille, welche allerdings nur auf dem Master System 1 genutzt werden kann (Anschluss erfolgt über den Sega-Card-Slot), angeboten. Dauerfeuer konnte über einen Adapter, der Rapid Fire Unit, oder einen nur in Europa und Japan erhältlichen Controller (SG Commander) realisiert werden.

Hardware-Emulation[Bearbeiten]

Über den Power Base Converter lassen sich Spiele auf dem Mega Drive wiedergeben. Der Master Gear Converter ermöglicht die Wiedergabe auf dem Gear Gear.

Technische Daten[Bearbeiten]


  • CPU: mit 3,55 (PAL/SECAM) bzw. 3,58 (NTSC) MHz getakteter Z80 (8-Bit-CPU)
  • Grafik: ein vom Texas Instruments TMS9918 abgeleiteter VDP (Video Display Processor)
  • 128 KBit ROM
  • 64 KBit (8 KByte) RAM (einige Cartridges erweitern diesen)
  • 128 KBit (16 KByte) Video-RAM
  • bis 32 Farben gleichzeitig aus zwei Paletten von 64 Farben (Paletten für Hintergrund & Sprites getrennt, inoff. mit spez. Programmiertricks auch 64 Farben)[2]
  • 256×192 und 256×224, bei PAL/SECAM auch 256×240 Pixel Bildschirmauflösung
  • 8×8 Pixel Zeichen, maximal etwa 488 (unkomprimiert, begrenzte VRAM-Kapazität)
  • 8×8 oder 8×16 Pixel Sprites, maximal 64 gleichzeitig
  • ganzer oder teilweiser Bildschirmverschub (Scrolling) in horizontaler, vertikaler und diagonaler Richtung
  • Musik: Texas Instruments SN76489 4-Kanalton (mono)
    • beim japanischen Master System zusätzlich mit YM-2413, beim Mark III über FM-Unit
  • Der SN76489 implementiert einen Rauschgenerator sowie 3 Soundgeneratoren, die einen Frequenzbereich von 122 Hz bis etwa 12,5 kHz abdecken können.
  • Expansion-Port: beim SMS 2 fehlt der Zugang
  • Videoausgang (nicht beim SMS2), Antennenanschluss
  • Pause-Schalter an der Konsole, Reset-Schalter fehlt am SMS2
  • Modul-Slot, Karten-Slot/fehlt am SMS2
  • BIOS prüft Region und Checksumme[3]

Spiele[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu der damaligen Nintendo-Politik konnten auch Dritthersteller Einfluss auf das Design der Module nehmen. So unterscheiden sich einige Module von Codemasters durch eine andere Form welches eine farbige Abbildung erlaubte, wie sie bereits bei Mark-III-, Gam*Boy- und Sega-Card-Titeln existierten.

Auszug[Bearbeiten]

Bereits in der ROM der Konsole integriert befand sich eines der folgenden Spiele: Alex Kidd in Miracle World, Sonic The Hedgehog, Snail Maze, Astro Warrior, Hang-On/Safari Hunt, Missile Defense 3D.

Spielemodule

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sega Master System – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Master System Evolution Blue: MS 132. Abgerufen am 17. März 2015 (brasilianisches portugiesisch).
  2. How To Program :: Palette. In: Maxim’s World of Stuff. Abgerufen am 17. März 2015.
  3. BIOSes. In: SMS Power! Abgerufen am 17. März 2015.