Serge Dorny

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Serge Dorny (* 4. Februar 1962 in Wevelgem) ist ein belgischer Opernintendant.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serge Dorny studierte in Gent Architektur, Kunstgeschichte, Archäologie, Komposition und Musikanalyse.[1] Er begann seine Theatertätigkeit 1983 als Dramaturg an der Brüsseler Oper La Monnaie im Team von Gerard Mortier. 1987 wurde er künstlerischer Leiter des Flandern-Festivals. 1996 wechselte er als Generaldirektor und künstlerischer Leiter zum London Philharmonic Orchestra und war mit dem Orchester jährlich auch in Glyndebourne.

Seit 2003 leitete er die Opéra National de Lyon. Dorny habe dort nicht nur den Publikumszuspruch verstärken können, sondern er brachte auch Uraufführungen und Auftragskompositionen auf die Bühne: John Adams, The Death of Klinghoffer, Pascal Dusapin The fall of the last night, Kaija Saariaho, Emilie, Péter Eötvös, Lady Sarashina und Michel van der Aa, After life.[2]

Ab Oktober 2013 hatte er an der Semperoper in Dresden einen Vertrag zur Vorbereitung seiner Intendanz, die im September 2014 beginnen sollte.[2] Der Vertrag wurde von Sabine von Schorlemer, Sächsischen Kunstministerin, am 21. Februar 2014 mit sofortiger Wirkung beendet.[3] Der Künstler klagte daraufhin vor dem Arbeitsgericht in Dresden gegen den Freistaat Sachsen.[4] Im Dezember 2015 entschied das Landgericht Dresden, dass die Kündigung zu Unrecht erfolgte; damit hat Dorny Anspruch auf Schadenersatz von 1,5 Mio. Euro.

Dorny kehrte an die Oper Lyon zurück.

Dorny gehört verschiedenen Preisgerichten internationaler Musikwettbewerbe an.[1] Er hat seit 2008 einen Lehrauftrag an der Universität Zürich im Studiengang Arts Administration.[1]

Dorny erhielt verschiedene Auszeichnungen, so 2008 einen Ehrendoktor der Universität Montreal, 2012 wurde er Ritter der Ehrenlegion und 2013 Ritter des belgischen Kronenordens.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Johan Thielemans: Opera : de toekomst van een verleden. Leuven : Kritak, 1991

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Serge Dorny, Vita bei Medienservice Sachsen
  2. a b Sabine Weber: Porträt Serge Dorny: Oper und Rap, bei Klassikinfo
  3. Kunstministerium beendet Vertrag von Serge Dorny für die Semperoper Dresden, bei Sachsen.de, 21. Februar 2014
  4. Dorny klagt gegen fristlose Kündigung des Intendantenvertrags an der Semperoper, bei LVZ Online, 6. März 2014