Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
— SMWK —

Wappen des Freistaates Sachsen
Staatliche Ebene Land
Stellung Oberste Landesbehörde
Gründung 1990
Hauptsitz Dresden
Behördenleitung Sebastian Gemkow (CDU), Staatsminister für Wissenschaft
Barbara Klepsch (CDU), Staatsministerin für Kultur und Tourismus
Haushaltsvolumen 2,110 Mrd. Euro (2019)[1]
Netzauftritt www.smwk.sachsen.de

Das Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) ist eine Oberste Landesbehörde des Freistaates Sachsen mit Sitz in der Landeshauptstadt Dresden. Es ist seit der Gründung des Freistaates 1990 die Aufsichtsbehörde im Hochschulwesen und trug bis 2019 die Bezeichnung Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Das Ministerium befindet sich im Regierungsviertel in der Wigardstraße 17 am Standort der ehemaligen Dreikönigschule. Vorgängerbehörden existierten im „alten“ Sachsen nicht, diese Aufgaben hatte das Kultusministerium inne. Seit 2019 leiten Sebastian Gemkow (CDU) als Staatsminister für Wissenschaft sowie Barbara Klepsch (CDU) als Staatsministerin für Kultur und Tourismus die Behörde. Staatssekretärin für Wissenschaft ist Andrea Franke (CDU).[2]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude des Ministeriums, erbaut für das Pädagogische Institut Dresden

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ist für das Hochschulwesen in Sachsen zuständig, insbesondere für die Universitäten und die Universitätskliniken. Unter die Zuständigkeit des Ministeriums fallen auch Kunsthochschulen und Hochschulen für Technik und Wirtschaft (Fachhochschulen) sowie Berufsakademien. Das Ministerium regelt Angelegenheiten der Hochschulzulassung und der Lehrkapazitäten und legt die Studien- und Prüfungsordnungen fest. Es koordiniert Fernstudien sowie wissenschaftliche Weiterbildungen.

Das Ministerium ist weiterhin für studentische Angelegenheiten zuständig, zum Beispiel Studentenwerke. Auf internationaler Ebene trägt das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für überregionale Angelegenheiten der Forschungs-, Bildungs- und Kulturpolitik sowie für die Anerkennung und Bewertung ausländischer und inländischer Hochschulabschlüsse Verantwortung.

Weitere Aufgaben des Ministeriums bestehen in der Ausbildungsförderung an Schulen und Hochschulen, in der Ermöglichung von institutionell geförderten Einrichtungen außerhalb des Hochschulbereiches, in der Förderung der Forschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses in Sachsen und dem Wissenschaftstransfer.

Im kulturellen Bereich ist es in Betrieb und Unterstützung von öffentlichen und wissenschaftliche Bibliotheken tätig. Eine weitere Aufgabe ist die Pflege und Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere bei staatliche Theatern, Orchestern und Museen. Es soll Künstler, Literatur und Film fördern und ist den Fachbehörden der Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen übergeordnet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ministerium besteht aus den Büros des Staatsministers und des Staatssekretärs, dem Leitungsbüro und dem Pressebüro, außerdem gibt es den Beauftragten für Theater und Orchester. Danach existieren vier Abteilungen, denen jeweils Referate zugeteilt sind (z. B. Referat 11 zur Abteilung 1).

Organisationsstruktur des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus[3]
Abteilung 1
Zentrale Angelegenheiten
Abteilung 2
Kunst
Abteilung 3
Hochschulen
Abteilung 4
Forschung
Abteilung 5
Tourismus
  • Referat 11: Allgemeine Rechtsangelegenheiten, Dienstrecht
  • Referat 12: Organisation, Allgemeine Verwaltung, NSM, Vergabenachprüfstelle, Innenrevision
  • Referat 13: Bauangelegenheiten
  • Referat 14: Personal
  • Referat 15: Haushalt, Kassen- und Rechnungswesen
  • Referat 16: Information und Kommunikation, IT-Sicherheit
  • Referat 17: Hochschulsteuerung und Controllingslogistik
  • Referat 21:
    • Allgemeine Rechts- und Kulturangelegenheiten, Sorben, Erinnerungskultur
    • Beauftragter für Angelegenheiten der Sorben und Geschäftsstelle des Rates für sorbische Angelegenheiten
  • Referat 22: Allgemeine Kulturförderung, Kulturräume
  • Referat 23: Kulturbetriebe
  • Referat 24: Strukturwandel und lndustriekultur, Europa und Internationales
  • Referat 31: Hochschulrecht und Grundsatzangelegenheiten
  • Referat 32: Universitäten und Kunsthochschulen
  • Referat 33: Wissenschaftliche Bibliotheken, Studentenwerke, Stipendien
  • Referat 34: Hochschulplanung und Statistik, Nachdiplomierung
  • Referat 35: Fachhochschulen und Berufsakademie Sachsen
  • Referat 36: Hochschulmedizin, strategisches Controlling
  • Referat 41: Grundsatzangelegenheiten
  • Referat 42: EU-Angelegenheiten, Internationales
  • Referat 43: Bund-Länder-Forschungseinrichtungen
  • Referat 44: Leibniz-Institute und landesfinanzierte Forschungseinrichtungen
  • Referat 51: Tourismuspolitik, Digitalisierung, Destinationsentwicklung
  • Referat 52: Tourismuswirtschaft, Förderung des Tourismus, Kur- und Erholungsorte
  • Referat 53: Tourismusmarketing, Tourismusforschung, touristische Ansiedlung

Nachgeordneter Geschäftsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Einrichtungen des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst zählen zum nachgeordneten Geschäftsbereich:

Staatsminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Hochschulen in Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1409 gegründete Universität Leipzig ist nach der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg die zweitälteste deutsche Universität, die nach dem Auszug der Deutschen von der Karls-Universität Prag entstand. Von der im Ernestinischen Sachsen gegründeten Universität Wittenberg (seit 1815 nicht mehr von Dresden aus regiert) ging durch Martin Luther die Reformation aus. Auf das Jahr 1764 geht bereits der älteste Vorläufer der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig zurück. 1765 wurde die Bergakademie Freiberg gegründet, um die Montanwissenschaften stärker zu fördern. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich durch die Industrialisierung die Ingenieurwissenschaften stark. Die Technische Bildungsanstalt in Dresden, heute Technische Universität Dresden, entstand 1828. Die Vorläufer der Technischen Universität Chemnitz (1836), der Hochschule Zwickau (1828/1897) und der Hochschule Zittau/Görlitz (1836) entstanden wenig später.

Sächsischer Kunstpreis für Toleranz und Demokratie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsministerium vergab in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. den Sächsischen Kunstpreis für Toleranz und Demokratie. Mit diesem Preis wurden Künstler oder Organisationen geehrt, die sich in besonderem Maße um soziokulturelle Projekte verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wurde zuletzt 2011 vergeben.[4]

Preisträger
  • 2009: Stadtteilforum IDEE 01239 e. V. in Dresden-Prohlis
  • 2011: Kunstprojekt Worte zum Anlehnen von Rupprecht Matthies und dem KunstRaum Dresden am Förderzentrum Sprache Dresden[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rekordhaushalt für Wissenschaft und Kunst: Erstmals mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr. Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, 12. Dezember 2018, abgerufen am 23. Oktober 2019 (Pressemitteilung).
  2. Ministerpräsident Kretschmer stellt neue Regierung vor. sachsen.de, 20. Dezember 2019, abgerufen am 20. Dezember 2019.
  3. Organigramm. (PDF; 252 kB) In: smwk.sachsen.de. Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, 1. Juli 2020, abgerufen am 14. Juli 2020.
  4. Sächsischer Kunstpreis für Toleranz und Demokratie, Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.
  5. Landesverband Soziokultur Sachsen – Sächsischer Kunstpreis für Demokratie und Toleranz 2011