Shabu shabu

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Fertig angerichtetes Shabu-shabu-Essen (mit Rindfleisch) für vier Personen in einem japanischen Restaurant in Kyōto

Shabu shabu (japanisch しゃぶしゃぶ, auch Shabu-shabu, Shabu Shabu, Shabu-Shabu oder Shabushabu, nach dem bei der Zubereitung entstehendem Geräusch), ist ein japanisches Feuertopf-Gericht im Stil von Nabemono. Es handelt sich dabei um ein Brühfondue. Shabu shabu besteht aus in dünne Scheiben geschnittenem Fleisch und Gemüse, das meist mit einer Dip-Sauce serviert wird. Das Gericht ist mit Sukiyaki verwandt, aber im Geschmack deutlich anders; Shabu shabu ist weniger süß als Sukiyaki.[1]

Zutaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gericht wird traditionell mit dünn aufgeschnittenem Rindfleisch zubereitet; traditionslose Zubereitungen verwenden als Gargut manchmal auch Schwein, Krabben, Huhn, Ente oder Hummer. Teilweise wird Entrecôte verwendet; auch weniger zarte Stücke wie Sirloin-Steak sind üblich.

Shabu shabu wird gewöhnlich mit Gemüse (Chinakohl, Chrysanthemenblätter, Nori (essbarer Seetang), Zwiebeln, Karotten, Shiitake- und Enoki-Pilzen) oder Tofu serviert, die ebenfalls als Gargut verwendet werden.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zubereitung erfolgt durch den Gast am Tisch, und zwar nach Art eines Brühfondues durch Untertauchen und mehrfaches Hin- und Herbewegen einer Scheibe Fleisch in einem Topf mit kochendem, leichtem Seetangsud oder auch nur kochendem Wasser (das dabei entstehende Geräusch gab dem Gericht seinen Namen). Gekochtes Fleisch und Gemüse werden gewöhnlich in Ponzu oder Sesamsamen-Sauce getunkt, bevor sie mit einer Schale gedämpftem weißem Reis gegessen werden.

Nachdem Fleisch und Gemüse aufgegessen sind, wird die Brühe im Topf üblicherweise mit dem restlichen Reis oder aber auch mit japanischen Nudeln, wie zum Beispiel Udon, gemischt und als Suppe zum Abschluss gegessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gericht hat seinen Ursprung in dem Gericht shuàn yáng ròu (chinesisch 涮羊肉 ‚kurz heiß gebratenes Schafsfleisch‘) aus dem 13. Jahrhundert als Methode für Kublai Khan, seine Soldaten effizient zu ernähren. Im Gegensatz zu moderneren Zubereitungen, bei denen jede Person in einem eigenen Topf kocht, versammelten sich die Truppen Kublai Khans um einen großen Topf und kochten zusammen. Dünn geschnittenes Fleisch wurde wegen seiner kurzen Kochzeit verwendet, was eine effektive Nutzung des wertvollen Brennstoffes erlaubte.

Shabu shabu wurde in Japan etwa 1948 erstmals in einem Restaurant in Kyōto angeboten und erhielt seinen Namen durch ein Restaurant in Ōsaka. Das Gericht verbreitete sich rasch in ganz Asien und ist heute auch in westlichen Ländern bekannt. Zusammen mit Sukiyaki ist Shabu shabu ein häufiges Gericht an Tourismus-Schwerpunkten, besonders in Tokio, aber auch in japanischen Wohngegenden in westlichen Ländern. Shabu-shabu-Restaurants besitzen oft eine Art Bar, an der für jeden Gast ein eigenes, in die Bar eingelassenes, beheiztes Gefäß mit kochender Brühe vorhanden ist, in die die Zutaten mit Stäbchen hineingelegt und herausgenommen werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katharina Sommer: Tokio mit Kyoto. Tipps für individuelle Entdecker. Iwanowski’s Reisebuchverlag, Dormagen 2010, ISBN 978-3-933041-93-7, S. 67 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).