Chinakohl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Chinakohl
Napa cabbages.png

Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis)

Systematik
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Brassiceae
Gattung: Kohl (Brassica)
Art: Brassica rapa
Unterart: Chinakohl
Wissenschaftlicher Name
Brassica rapa subsp. pekinensis
(Lour.) Hanelt
Chinese cabage blossoms.jpg
Gelbe Blüten des Japankohls, Japan 2009
Gimchi.jpg
Kimchi – Chinakohl eingelegt, Korea 2005

Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis, Syn.: Brassica rapa subsp. glabra, B. pekinensis (Loureiro) Ruprecht)[1][2][3], auch Pekingkohl, Japankohl, Selleriekohl genannt, ist eine Gemüsepflanze. Chinakohl bildet einen festen, ovalen bis schmal zylindrischen Kopf mit einem Gewicht von ca. 1–3 kg. Seine Blätter sind meist gelbgrün und haben breite, weiße, leicht gekrauste Blattrippen. Von Chinakohl gibt es viele Cultivare. Er ist ganzjährig verfügbar, wobei seine Haupterntezeit im Oktober und November liegt. Chinakohl ist in der Küche als Lebensmittel vielseitig verwendbar. Nicht zu verwechseln damit ist der Chinesische Senfkohl (siehe Pak Choi), der etwas kleinere Köpfe und dem Mangold ähnelnde dunkelgrüne Blätter bildet.

Herkunft und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chinakohl soll aus einer Kreuzung der Speiserübe mit Senfkohl entstanden sein. Er wurde erstmals im 5. Jahrhundert in China kultiviert und wird dort als Baicai (chinesisch 白菜, Pinyin báicài – „weißes Gemüse“)[1] bzw. Dabaicai (大白菜, dàbáicài – „großes weißes Gemüse“)[1][2] bezeichnet. Ab dem 15. Jh. wurde er auch in Korea als baechuRR bzw. paech'uMR (kor. 배추)[4] und ab dem 19. Jh. in Japan als hakusai (jap. 白菜, kana はくさい) bzw. paku choi (kana パクチョイ) angebaut. In Europa ist Chinakohl seit Anfang des 20. Jh. bekannt.[5][6]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chinakohl findet Verwendung als Gemüse in Suppen, Wokgerichten und Salaten. Milchsauer fermentiert ist er als Kimchi in Korea und als „hakusaizuke“ (jap. 白菜漬け oder はくさいづけ, „eingelegter Chinakohl / eingelegter Hakusai / wörtl. eingelegtes weißes Gemüse“) in Japan eine typische Speise. Der Geschmack der in Japan kultivierten Sorte, Japankohl – 日本大白菜, Rìběn dàbáicài, sticht im Vergleich zu den anderen Sorten etwas feiner hervor.[3]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chinakohl enthält folgende nennenswerte Stoffe, insbesondere Kalium, Calcium und Folsäure. Die Werte dienen als allgemeine Orientierung und sind nicht fix, da Umweltbedingung des Anbaugebiets auch einen Einfluss auf diese Werte haben.

100 g Chinakohl roh enthalten:AB
Brennwert Wasser Fett Eiweiß Kohlenhydrate Ballaststoffe Zucker
67 kJ (16 kcal) 95 g 0,2 g 1,2 g 3,2 g 1,2 g 1,4 g
100 g Chinakohl roh enthalten:AB
Gesätt. Fettsäuren Einf. ungesätt. Fettsäuren Mehrf. ungesätt. Fettsäuren Folsäure
43 mg 23 mg 72 mg 79 µg
100 g Chinakohl roh enthalten:AB
Eisen Kupfer Kalium Calcium Magn. Natrium Phosphor Selen Zink
0,31 mg 36 µg 240 mg 77 mg 13 mg 9 mg 29 mg 0,6 µg 0,23 mg
100 g Chinakohl roh enthalten:AB
β-Carotin Vita. A Vita. B1 Vita. B2 Vita. B3 Vita. B5 Vita. B6 Vita. C Vita. K1
0,19 mg 16 µg 40 µg 50 µg 0,4 mg 0,11 mg 0,23 mg 27 mg 43 µg

Quelle zur Tabellen: [7][8][9]

Anmerkung
A Die Nährstofftabelle ist unvollständig, d. h. es enthalten noch andere hier in der Tabelle nicht aufgezählte Nährstoffe des Lebensmittels! Gekocht enthält das Gemüse andere Nährstoffwerte. Siehe Originaltabelle (gekocht) in den Einzelnachweise.
B Nach dem Souci/Fachmann/Kraut. Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, 5. Auflage, 1994. enthalten 100 g Chinakohl roh: 95 g Wasser, 144 mg Kalium, 40 mg Calcium, 11 mg Magnesium und 26 mg Vitamin C

Schädlinge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Blättern des Chinakohls sind häufig die Puppen der Kohlfliege zu finden.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der chinesischen Kunst ist der Chinakohl als Motiv beispielsweise in Form des berühmten Jadekohls in den Sammlungen des Palastmuseums von Peking, Tianjin und Taipeh als Nationalschatz zu sehen.

Siehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Chinakohl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Chinakohl – wiss. Bezeichnung "Brassica rapa pekinensis" / "Brassica rapa glabra" / "B. pekinensis (Loureiro) Ruprecht". In: www.efloras.org. Abgerufen am 26. Januar 2016 (englisch).
  2. a b Chinakohl – wiss. Bezeichnung "Brassica rapa pekinensis" / "Brassica rapa glabra" / "B. pekinensis (Loureiro) Ruprecht" (Memento vom 25. Oktober 2016 im Internet Archive). In: fooddb.com.hk, abgerufen 20. Januar 2020. (chinesisch, englisch)
  3. a b Chinakohl – wiss. Bezeichnung "Brassica rapa pekinensis" / "Brassica rapa glabra" / "B. pekinensis (Loureiro) Ruprecht". In: www.lebensmittellexikon.de. Abgerufen am 26. Januar 2016.
  4. Begriff „배추 – baechu – Chinakohl“. In: dict.naver.com. Abgerufen am 4. Februar 2020 (deutsch, koreanisch).
  5. Begriff „白菜 – hakusai – Chinakohl“. In: Wadoku. Abgerufen am 4. Februar 2020 (deutsch, japanisch).
  6. Begriff „パクチョイ – paku choi – Chinakohl“. In: Wadoku. Abgerufen am 4. Februar 2020 (deutsch, japanisch).
  7. Chinakohl (Pe-tsai) - Nährwerte, Kalorien und Inhaltsstoffe. In: vegane-fitnessernaehrung.de. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  8. Chinakohl (Pe-tsai), gekocht - Nährwerte, Kalorien und Inhaltsstoffe. In: vegane-fitnessernaehrung.de. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  9. Souci/Fachmann/Kraut. Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, 5. Auflage, 1994.