Siebenmühlental (Schönbuch)

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Siebenmühlental in Baden-Württemberg. Zu anderen Tälern siehe auch Tal der sieben Mühlen.
Bundeswanderweg

Das Siebenmühlental, früher Reichenbachtal genannt, ist das Tal des Reichenbachs zwischen Musberg, einem Stadtteil von Leinfelden-Echterdingen, und der Bachmündung am Ostrand des Stadtgebiets von Waldenbuch. Dem Taleinschnitt folgt ungefähr die Grenze zwischen dem Landkreis Böblingen zu seiner Rechten und dem Landkreis Esslingen zu seiner Linken.

Der heutige Name „Siebenmühlental“ bezieht sich auf die 1383 urkundlich als sieben mulin im Richenbach erwähnten Mühlen, zu denen später noch weitere hinzukamen[1], die alle der Reichenbach antrieb. Die Bezeichnung wurde während der 1930er Jahre aufgebracht im Bestreben, das Tal touristisch zu erschließen und zu vermarkten. Ausgenommen nur die Eselsmühle, wird in keiner der neun Getreidemühlen mehr gemahlen. In der Unteren Kleinmichelesmühle und der Burkhardtsmühle sind Sägewerke und Holzlager untergebracht.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ungefähr südöstlich verlaufende Tal liegt im Teilraum Nördlicher Schönbuch des Naturraums Schönbuch und Glemswald.[2] Es ist ab Musberg ungefähr zehn Kilometern lang. An die Mündung in die Aich grenzt von Süden her der Naturpark Schönbuch an.

Historische Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Siebenmühlental befinden sich heute die Gebäude von elf ehemaligen Getreidemühlen und Sägemühlen:

Bundeswanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Musberger Eichberg auf das Siebenmühlental und eine Brücke des Wanderwegs.

Die Siebenmühlentalbahn war eine normalspurige Nebenbahn, die von Stuttgart-Vaihingen über Leinfelden bis nach Waldenbuch durch das Siebenmühlental fuhr. Sie wurde am 23. Juni 1928 eröffnet und 1955/1956 stillgelegt. Auf dieser ehemaligen Eisenbahntrasse der Deutschen Reichsbahn verläuft heute ein asphaltierter Wanderweg, der sich nach wie vor im Eigentum des Bundes befindet und daher die ungewöhnliche Bezeichnung „Bundeswanderweg“ trägt.

Schlößlesmühle in der Dämmerung

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat mit Verordnung vom 6. Oktober 2010[3] das Siebenmühlental als Naturschutzgebiet mit der Schutzgebiets-Nummer 1276 ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von 98,5 Hektar, davon befinden sich 52,6 Hektar im Landkreis Esslingen und 45,8 Hektar im Landkreis Böblingen.

Schutzzwecke sind:

  • Schutz des Landschaftsbildes mit allen seinen einmaligen Oberflächenformen
  • Schutz des kleinräumigen Mosaiks von Bodenoberflächen einschließlich der Förderung großräumiger Grünlandflächen
  • Schutz der Fließ- und Stillgewässer und sonstiger Biotope, Vorsorgesicherung für Biotopentwicklungs- und Artenschutzmaßnahmen
  • Erhaltung, Förderung, Entwicklung und Wiederherstellung des reichhaltigen Biotop- und Artenpotenzials der wild lebenden Pflanzen- und Tierarten
  • Schutz und Überlieferung der historischen Kulturlandschaft

Das Tal bietet über 200 Pflanzenarten, 80 Vogelarten, 14 Reptilien- und Amphibienarten und über 50 Tag- und Nachtfalterarten Lebensraum.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesarchiv Baden-Württemberg: Der Landkreis Esslingen, Band 1, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, S. 532.
  2. Friedrich Huttenlocher, Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 170 Stuttgart. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1949, überarbeitet 1967. → Online-Karte (PDF; 4,0 MB)
  3. Gesetzblatt für Baden-Württemberg vom 17. November 2010, S. 771.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naturschutzgebiet Siebenmühlental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 40′ 0″ N, 9° 9′ 0″ O