Siegfried Schoppe

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Siegfried Schoppe

Siegfried Georg Schoppe (* 25. April 1944 in Hörstel) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und seit 2009 emeritierter Professor an der Universität Hamburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schoppe besuchte das St.-Pius-Colleg in Coesfeld und das altsprachliche Gymnasium Dionysianum von Rheine. Danach studierte er Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und schloss sein Studium 1971 mit dem Diplom ab. 1973 promovierte er mit einer Arbeit über das Agribusiness zum Dr. rer. pol. Von 1971 bis 1974 war Schoppe Dozent an der Volkshochschule Münster, 1975 lehrte er an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, 1978 an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg.

1979 habilitierte er sich in der Volkswirtschaftslehre mit einer Analyse der sowjetischen Außenhandelsstruktur und wurde zunächst Privatdozent, dann ab 1983 Professor an der Universität Hamburg für Volkswirtschaftslehre, insbesondere für Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik. Von 1985 bis 1987 lehrte er an Universität Lüneburg, seit 1987 wieder an der Universität Hamburg am Institut für Wirtschaftssysteme, Wirtschafts- und Theoriegeschichte (IWWT). 1984 erfolgte die Bestellung zum Steuerberater durch die Finanzbehörde Hamburg. Schoppe war Mitbegründer, Gründungspräsident und Dekan mehrerer Business Schools (University of Applied Sciences).

Privat beschäftigt sich Schoppe mit Themen der Antike. Er stellte 2004 die Hypothese auf, dass die Sage des Untergangs von Atlantis mit der Entstehung des Schwarzen Meeres durch eine Flutung verbunden sein könnte. 2017 kam er zu dem Ergebnis, dass die indogermanische Sprache ihren Ursprung im versunkenen Donaudelta hatte und dass die Linearbandkeramiker auf der Flucht vor der Flut im 6. Jt. vor Christus nach Westeuropa bis zum Rhein kamen. Ferner setzt sich Schoppe unter anderem mit der Varusschlacht und weiteren Ereignissen der Geschichte der Römer in Germanien auseinander. Schoppe bestritt Kalkriese als Schauplatz der Varusschlacht, wie es seit etwa 1988 gehandelt worden war und sah hier einen Zusammenhang mit den Feldzügen des Germanicus. 2017 rückte auch Heidrun Derks, Leiterin des Museums Kalkriese, von der Varus-Kalkriese-These ab[1] und Rudolf Aßkamp, Leiter des Römermuseums in Haltern am See hält Ereignisse „rund um Germanicus“ im Jahre 15 n. Chr. für „sehr wahrscheinlich“.[2]

2018 konnte Schoppe zeigen, dass die Sage der Hl. Reinhildis von Riesenbeck auf den Schwesternmord an der Komtessa Liudgarda Äbtissin Reinheldis des Kanonissenstifts Elten-Emmerich im 10. Jh. zurückgeht und die leoninischen Hexameter auf ihrem Epitaph aus der Schule der Roswitha von Gandersheim stammen; dass Reinhildis eine Tochter des Grafen Wichmann I von Hamaland war und nicht aus dem Hause der Grafen von Tecklenburg und Ravensberg im 12. Jh. stammte -, und schon gar nicht ein armes Bauernmädchen vom Knüppenhof in Westerkappeln war, das von der eigenen Mutter auf Betreiben ihres Stiefvaters getötet wurde (Schoppe, Hamburg 2018).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kooperation und Konzentration im Agribusiness. 1973 (Dissertation).
  • Die sowjetische Westhandelsstruktur. Ein aussenhandelstheoretisches Paradoxon? Fischer, Stuttgart 1981, ISBN 3-437-50259-X.
  • Kompendium der Internationalen BWL. 4. Auflage. Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-24394-2.
  • Moderne Theorie der Unternehmung. Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-22183-3.
  • Atlantis und die Sintflut. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1391-3.
  • Siegfried Schoppe, Christian Schoppe, Stephan Schoppe: Varusschlacht. Books on Demand, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-9363-8.
  • Siegfried Schoppe, Christian Schoppe, Stephan Schoppe: Heinrich der Seefahrer, Kolumbus und Magellan. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8482-0910-1.
  • Siegfried Schoppe, Christian Schoppe, Stephan Schoppe: Weißbuch Hermannsschlacht. Osning-Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-9814963-8-3.
  • Siegfried Schoppe: Das indogermanische Agrar- und Donaukultur-Paket für Alteuropa. Ein Drama in vier Akten. (= Reihe Geschichte). LIT Verlag, Münster und Berlin 2017, ISBN 978-3-643-13626-8.
  • Siegfried G. Schoppe, Sächsisches Land- und römisches Zivilrecht im Konflikt bei kirchlichen Vermögenszuwendungen im Mittelalter. Der Fall der westfälischen "Alleinerbin Reinheldis". Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2018, ISBN 978-3-8300-9977-2.
  • Siegfried G. Schoppe (Hrsg.), Schriftenreihe Ökonomie in Staat, Kirche und Gesellschaft, Bd. 1–4, Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008 - 2018, ISSN 1866-1319.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried G. Schoppe. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2003. Band II: K–Scho. 19. Ausgabe. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-23607-7, S. 3026.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Guido Kleinhuber: Das könnte einige enttäuschen. In: Der Spiegel, Nr. 11/2017, 11. März 2017, S. 105.
  2. Johannes Loy: In Rom regnete es Rosenblätter... In: Westfälische Nachrichten, 31. Mai 2017.