Simon Sebag Montefiore

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Simon Sebag-Montefiore (2010)

Simon Jonathan Sebag Montefiore (* 27. Juni 1965 in London) ist ein britischer Historiker, Journalist und Autor. Er beschäftigt sich vorwiegend mit der russischen Geschichte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simon Sebag Montefiore, der in einer jüdischen Familie aufwuchs, studierte Geschichte am Gonville and Caius College in Cambridge. Er unternahm mehrere ausgedehnte Reisen in die ehemalige Sowjetunion, vor allem in den Kaukasus, die Ukraine und Zentralasien. Montefiore lebt mit Ehefrau und zwei Kindern in London.

Er verfasste eine Biografie von Grigori Alexandrowitsch Potjomkin (ein Gefährte Katharinas der Großen) sowie eine umfangreiche zweibändige Biografie des sowjetischen Diktators Josef Stalin, die in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

Montefiore sieht eine Paralle Wladimir Putins zu den Zaren und zwar sowohl die grosse Furcht gestürzt zu werden als auch „Der totale Glaube an sich selbst, dass er allein Russland retten kann.“ Putin sei überzeugt, zu dieser "Rettung" sei eine „eine nationalistische Autokratie orthodoxen Glaubens“ nötig, welche Putin ausgebaut hätte. Zur für ihn eher als vorläufig im Wahlkampf 2016 zu erkennenden Putin-Sympathie von Donald Trump meinte Montefiore: „Trump (...) hat keine Vorstellung von der russischen Herrschaft.“[1].

Simon Sebag-Montefiore ist der Bruder von Hugh Sebag-Montefiore und verheiratet mit der britischen Schriftstellerin Santa Montefiore, mit der er zwei Kinder hat, Lily und Sasha.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine beim Publikum sehr erfolgreichen Bücher über den jungen Stalin und über das Leben in der engsten Umgebung Stalins (Stalin. Am Hof des roten Zaren) ist der Autor von einigen Historikern, die zur Geschichte des Stalinismus beziehungsweise zur Geschichte Russlands und der Sowjetunion forschen, kritisiert worden.[2] Diese Bücher seien reißerisch und würden wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht werden. Montefiore verkörpere „ein in der Stalinismusforschung neuartiges Phänomen – das unverhohlene Bestreben, Stalins Leben und Herrschaft einem größtmöglichen Massenpublikum in leicht konsumierbarer Form nahe zu bringen und auf diese Weise kommerziell auszubeuten.“[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simon Sebag Montefiore in der Weltwoche Nummer 03/17 vom 19. Januar 2017
  2. Vgl. From the Editors. Marketing Russian History. In: Kritika. Explorations in Russian and Eurasian History/New Series, Bd. 9 (2008), Heft 3, S. 497–504, ISSN 1531-023x
  3. Andreas Oberender: Annäherungen an einen Unfassbaren. Stalin und seine Biographen. In: Osteuropa, Bd. 62 (2012), Heft 4, S. 37–51, hier. S. 47, ISSN 0030-6428
  4. a b Übersetzt von Bernd Rullkötter.
  5. Die Erstausgabe erschien unter dem Titel „Prince of Princes. The Life of Potemkin. The Imperial Love Affair“ und die Taschenbuch-Ausgabe dazu trug den Titel „Potemkin. Prince of Princes“.
  6. a b Übersetzt von Ulrike Wasel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]