Simone Michel

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Simone Michel, Freifrau von Dungern (* 1965 in Mainsondheim) ist eine deutsche Klassische Archäologin. Sie ist Spezialistin für die antike Glyptik.

Leben und Forschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simone Michel studierte seit 1984 Klassische Archäologie, Kunstgeschichte, Ur- und Frühgeschichte sowie Ägyptologie zunächst an der Universität Würzburg und dann an der Universität Hamburg, wo sie 1989 ihre Magisterprüfung ablegte. Danach sammelte sie im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Skythen/Thraker-Projektes am Archäologischen Institut der Universität Hamburg erste Erfahrungen in archäologischer Forschung. Von 1991 bis 1994 war Michel Promotionsstipendiatin und bearbeitete 1991/92 außerdem die magischen Gemmen des British Museum in London. 1994 wurde Simone Michel in Hamburg mit der Arbeit Der Fisch in der skythischen Kunst. Zur Deutung skythischer Bildinhalte promoviert. Daran schloss sich von 1995 bis 1997 ein Habilitationsstipendium der DFG an, das sie unter anderem mehrere Monate in die USA führte. Mit der Arbeit Die magischen Gemmen. Zu Bildern und Zauberformeln auf geschnittenen Steinen der Antike und Neuzeit habilitierte sie sich 1997 an der Universität Gießen und lehrte dort im Fachbereich Klassische Archäologie[1] von 1998 bis 2020 als Privatdozentin. Zudem unterrichtete sie von 1999 bis 2009 Kunst- und Stilgeschichte an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau. Von der Aby-Warburg-Stiftung wurde Michel 2000 der Hans-Reimer-Preis verliehen. Seit Anfang 2010 ist sie Leiterin des Museums Malerwinkelhaus in Marktbreit.[2] Michel ist verheiratet mit dem Koch Alexander von Dungern.[3]

Michel ist vor allem als Spezialistin für Glyptik, insbesondere die sogenannten magischen Gemmen bekannt und setzt so die hauptsächlich durch Peter Zazoff geprägte Hamburger Tradition der Gemmenforschung fort. Sie forscht nicht nur zu antiken Originalen, sondern auch zu neuzeitlichen Nachschöpfungen und zur Geschichte der neuzeitlichen Gemmensammlungen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Fisch in der skythischen Kunst. Zur Deutung skythischer Bildinhalte (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 38: Archäologie. Band 52). Lang, Frankfurt u. a. 1995, ISBN 3-631-48081-4.
  • Die magischen Gemmen im Britischen Museum. 2 Bände, British Museum Press, London 2001, ISBN 0-7141-2802-3.
  • Bunte Steine – dunkle Bilder: „Magische Gemmen“ (= Schriften der Archäologischen Sammlung Freiburg. Band 5). Biering und Brinkmann, München 2001, ISBN 3-930609-29-0.
  • Seele der Finsternis, Schutzgottheit und Schicksalsmacht. Der Pantheos auf Magischen Gemmen. In: Vorträge aus dem Warburg-Haus. Band 6, Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003768-7, S. 1–40.
  • Die magischen Gemmen. Zu Bildern und Zauberformeln auf geschnittenen Steinen der Antike und Neuzeit (= Studien aus dem Warburg-Haus. Band 7). Akademie Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-05-003849-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simone Michel auf der Webseite der Universität Gießen (Memento vom 1. Dezember 2021 im Internet Archive)
  2. Pressespiegel des Museums Malerwinkelhaus (PDF), abgerufen am 11. November 2022.
  3. Christine Jeske: Marktbreit statt Blues mit John Lee Hooker. In: Main-Post vom 25. August 2010.