Zum Inhalt springen

Sin-Nombre-Virus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sin-Nombre-Virus nach der Knospung aus einer Vero-Zelle

Sin-Nombre-Virus - z. B. als Four Corners Virus, Orthohantavirus sinnombreense oder Sin Nombre orthohantavirus - ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Hantaviren (Hantaviridae). Der Name kommt aus dem Spanischen und bedeutet ‚Virus ohne Namen‘.

Es handelt sich um ein umhülltes Virus, als dessen natürlicher Wirt die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus) bzw. die Westernmaus (Peromyscus sonoriensis)[1] festgestellt wurden. Über deren getrocknete Exkremente kann das Virus über die Luft in Form eines Aerosols in die menschliche Lunge gelangen.

Das Genom besteht aus drei Segmenten einer linearen, einzelsträngigen RNA mit negativer Polarität, die mit den Kapsidproteinen assoziiert und spiralig angeordnet sind.

Pathologie und Epidemiologie

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Virus ist unter anderem der Auslöser des Hantavirus-assoziierten kardiopulmonalen Syndroms (HPS/HCPS). Die Sterblichkeit bei dieser Erkrankung liegt zwischen 30 und 40 %.

Erstmals trat nach einem ungewöhnlich feuchten Frühjahr im Jahre 1993 eine regional begrenzte Epidemie im Südwesten der USA in der Four-Corners-Region auf, die aus den vier Bundesstaaten Colorado, Utah, Arizona und New Mexico gebildet wird. Daher stammt der ursprüngliche Name Four Corner virus. Von den 48 meist jungen Erkrankten verstarben 27 (55 %). Zwischen 1993 und 2015 gab es in den USA insgesamt 659 Erkrankungen mit 235 Todesfällen.

  • Herbert Hof, Dirk Schlüter: Medizinische Mikrobiologie (= Duale Reihe.). 7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Thieme, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-13-242355-8.

Einzelnachweise und Anmerkungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. eine Unterart der Hirschmaus in Nordamerika