Sneek

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum niederländischen Dominikaner und Reformationsgegner siehe Cornelis van Sneek.
Sneek
Flagge des Ortes Sneek
Flagge
Wappen des Ortes Sneek
Wappen
Provinz Friesland Friesland
Gemeinde Súdwest-Fryslân
Fläche
 – Land
 – Wasser
34,03 km2
30,50 km2
3,35 km2
Einwohner 33.573 (31. Dezember 2010)
Koordinaten 53° 2′ N, 5° 40′ OKoordinaten: 53° 2′ N, 5° 40′ O
Vorwahl 0515
Postleitzahlen 8600–8633
Website www.sneek.nl
Karte friesland sneek.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Sneek (westfriesisch: Snits) ist eine Stadt der Provinz Friesland (Niederlande). Sie hat 33.573 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2010). Am 1. Januar 2011 wurde Sneek Teil der neu gebildeten Gemeinde Súdwest-Fryslân.

Das Stadtgebiet umfasst auch folgende Dörfer und Siedlungen: Loënga, Offingawier und Ysbrechtum.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sneek liegt etwa 20 Kilometer südlich von Leeuwarden, mit dem es durch eine Autobahn und eine im Halbstundentakt bediente Eisenbahnstrecke verbunden ist, und 15 Kilometer nordwestlich von Heerenveen.

Die Stadt hat mehrere Industriebetriebe und Dienstleistungsunternehmen. Früher verfügte sie über einen großen Viehmarkt. Der Wassersporttourismus ist von großer Bedeutung.

Das Sneeker Wassertor ist Logo der Holländischen Bekleidungsfirma Gaastra.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Synagoge von Sneek

Sneek entstand im Mittelalter auf einem terp (deutsch: ‚Warft‘), wo die St.-Martinskirche stand. Sneek erhielt im 13. Jahrhundert mehrere Stadtrechte, die im Jahre 1456 offiziell vergeben wurden. Im Spätmittelalter wurde es mehrmals von Feuersbrünsten heimgesucht.

Im Jahre 1492 begann man damit, die Stadt zu ummauern. Sneek galt als einzige friesische Stadt, die völlig ummauert war. Von den Befestigungsanlagen ist das Wassertor (de Waterpoort) noch erhalten. Nach 1672 entwickelte sich die Stadt langsam bis zur heutigen Form.

Während der deutschen Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg wurden am 21. Mai 1944 bei einem Fußballturnier 24 Männer aus dem Publikum von den Besatzern festgenommen, um als Zwangsarbeiter eingesetzt zu werden. Später im Jahr gab es weitere Razzien, bei denen Männer verschleppt wurden.[2] Bei der Blutnacht von Sneek (ndl. = Sneker Bloednacht) vom 13. auf den 14. Juli 1944 wurden vier Einwohner von Sneek als Vergeltung für die Ermordung eines Kollaborateurs von einem oder mehreren Mitgliedern des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) ermordet.[3] Am 3. November 1944 wurde die örtliche Synagoge von den Deutschen zerstört. 43 Juden aus Sneek wurden ermordet und 25 von Sneker Mitbürgern versteckt; sie überlebten den Krieg.[4]

Nach dem Krieg wurde Ludolf Rasterhoff, der die Blutnacht von Sneek knapp überlebte hatte, Bürgermeister von Sneek und blieb bis 1970 im Amt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wassertor, Wahrzeichen von Sneek

Herausragend ist das 1613 entstandene Wassertor, ein in seiner Art in den Niederlanden einzigartiges Gebäude. Das Tor mit den beiden schlanken Türmen ist das Wahrzeichen Sneeks.

Die Stadt hat einige kleine Museen, darunter ein Schifffahrtsmuseum, und das Nationaal Modelspoor Museum im Bahnhofsgebäude.

Die Martinikerk wurde um 1100 erbaut und nach deren Einsturz 1681 völlig renoviert. In der Kirche befindet sich eine 1710 von Arp Schnitger gebaute Orgel. Auf dem alten Friedhof neben der Martinikerk wurde 1950 das Kriegsmahnmal Sneek errichtet; am Sockel des Mahnmals wurde 2007 eine Gedenktafel zur Erinnerung an die bei der Blutnacht von Sneek Getöteten angebracht.

Das Rathaus wurde im 15. Jahrhundert erbaut und im 18. Jahrhundert im Rokoko-Stil renoviert. In Sneek stehen, unter anderem an der Gracht Kleinzand, mehrere alte Häuser aus der Zeit von 1600 bis 1780.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die bedeutendste Segelregatta Sneeks ist die „Sneeker Woche“ (Sneekweek). Diese Wettkämpfe finden Anfang August jedes Jahres statt.
  • Durch Sneek führt die Strecke der Elfstedentocht, des berühmten Eisschnelllauf-Marathonrennens entlang der elf friesischen Städte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sneek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heritage: Wie der Segelmacher zur Mode kam. Website der Firma Gaastra, abgerufen am 19. Oktober 2017.
  2. Razzia Sportpark Leeuwarderweg 70 jaar geleden. In: SneekLive. 27. Mai 2014, archiviert vom Original am 29. November 2014, abgerufen am 19. Oktober 2017 (niederländisch).
  3. Loe de Jong: Het Koninkrijk der Nederlanden in de Tweede Wereldoorlog, Band 7, 2. Teil: Mai 1943–Juni 1944. Hrsg. v. Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie. Martinus Nijhoff, ’s-Gravenhage 1976, S. 1276.
  4. 3 november: de dag dat de synagoge sneuvelde. 3. November 2014, archiviert vom Original am 29. November 2014, abgerufen am 19. Oktober 2017 (niederländisch).
    Alice Booij: Historie van Sneek : Joodse Synagoge. Sneekoudegemeente auf Googlesites, abgerufen am 19. Oktober 2017 (niederländisch).
  5. Ludolf Rasterhoff. Spanvis, archiviert vom Original am 3. Dezember 2015, abgerufen am 19. Oktober 2017 (niederländisch).