Spielstraße

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Zeichenkombination für die Spielstraße. Diese Beschilderungs­kombination mit Zeichen 250 wurde 1971 in Westdeutschland rechtsgültig.

Eine Spielstraße ist gemäß deutscher Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) § 41 Abs. 2 Nr. 6 StVO durch das Zeichen 250 für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Durch das Zusatzzeichen 1010-10 wird Kindern erlaubt, auf der Fahrbahn und den Seitenstreifen zu spielen. Auch Sport kann durch ein Zusatzschild erlaubt sein. In der Verwaltungsvorschrift zu Zeichen 250 StVO heißt es dazu: „Das uneingeschränkte Verbot jeglichen Fahrverkehrs rechtfertigt die Benutzung der ganzen Straße durch Fußgänger und spielende Kinder.“ Da eine Sperrung der Straße durch Zeichen 250 auch die Anlieger betrifft, ist diese Konstellation recht selten. Kommunalverwaltungen können außerdem sogenannte „Spielstraßen auf Zeit“ in ihrem Zuständigkeitsbereich widmen. Hierfür wird eine entsprechende Straße für einen festgelegten Zeitraum für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde ein Sperrschild mit der Aufschrift „Spielstraße“ ab 1956 in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen. Das Zeichen verbot Fahrzeugen aller Art, den als Spielstraße ausgewiesenen Weg zu befahren. Lediglich Anlieger durften passieren.[1]

Ab Ende der 1960er Jahre wurden allgemeine Verkehrsverbotszeichen mit dem Zusatzschild „Spielstraße – Anliegerverkehr frei“ in Wohnstraßen eingeführt. Mit dem Inkrafttreten der Neufassung der StVO 1971 erhielt erstmals ein bildliches Zusatzschild mit der Bedeutung „Kinder dürfen auf der Fahrbahn und dem Seitenstreifen spielen“ seine Gültigkeit. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in der StVO wurde es mit dem allgemeinen Verkehrsverbotszeichen Zeichen 250 aufgestellt.[2] In der DDR wurden Schilder mit der Aufschrift „Spielstraße“ seit 1979 nicht mehr aufgestellt. Im Mai 1979 wurde dort die neue Norm TGL 12096/01 gültig. Nun regelte auch hier wie bereits in Westdeutschland ein Sinnbild als Zusatzzeichen den Bereich der Spielstraße.

Der eingängige Begriff „Spielstraße“ hielt sich im Sprachgebrauch, da der verkehrsberuhigte Bereich erst 1980 in der Straßenverkehrs-Ordnung der Bundesrepublik Deutschland eingeführt wurde. In der DDR blieb der Begriff „Spielstraße“ über die 1978 gültig gewordene StVO bis zur Wende 1990 erhalten. Ab 2000 erhielt die Verwendung des Begriffs durch die Diskussionen um Shared Space und die Begegnungszone neuen Aufwind.[3]

Spielstraße auf Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalverwaltungen können sogenannte „Spielstraßen auf Zeit“ in ihrem Zuständigkeitsbereich widmen. Hierfür wird eine entsprechende Straße für einen festgelegten Zeitraum für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Eine der ersten Kommunen war 2002 die hessische Stadt Griesheim.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rolf Jedicke: Verordnung über das Verhalten im Straßenverkehr – Straßenverkehrsordnung (StVO) – vom 4. Oktober 1956. In: Der deutsche Straßenverkehr. Sonderheft, November 1956. (ohne Seitenzahlen)
  2. Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1970, Nr. 108, Tag der Ausgabe: Bonn, 5. Dezember 1970. S. 1588.
  3. Sprachgebrauch des Begriffs „Spielstraße“ im Google Ngram Viewer von 1960 bis 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spielstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Spielstraße – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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