Spiritus asper

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◌̔
Diakritische Zeichen
Akut, einfach ◌́
Akut, doppelt ◌̋
Breve, darüber ◌̆
Breve, darunter ◌̮
Cedille, darunter ◌̧
Cedille, darüber ◌̒
Gravis, einfach ◌̀
Gravis, doppelt ◌̏
Haken ◌̉
Hatschek ◌̌
Horn ◌̛
Komma, darunter ◌̦
Koronis ◌̓
Kroužek, darüber ◌̊
Kroužek, darunter ◌̥
Makron, darüber ◌̄
Makron, darunter ◌̱
Ogonek ◌̨
Punkt, darüber ◌̇
Punkt, darunter ◌̣
Querstrich ◌̶
Schrägstrich, diakritischer ◌̷
Spiritus asper ◌̔
Spiritus lenis ◌̕
Tilde, darüber ◌̃
Tilde, darunter ◌̰
Trema, darüber ◌̈
Trema, darunter ◌̤
Zirkumflex ◌̂
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Wann wurde der Spiritus asper in dieser Form erstmals verwendet? In altgriechischen Texten wurden eben keine Akzente verwendet, wie hier fälschlich suggeriert wird; diese Zeichen wurden erst später eingeführt.
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Der Spiritus asper (lateinisch für „rauer Hauchlaut“; altgriechisch πνεῦμα δασύ pneũma dasý bzw. δασὺ πνεῦμα dasý pneũma, auch δασεῖα προσῳδία daseĩa prosōdía; neugriechisch δασεία dasía; lateinisch: spiritus asper, auch dasia; deutsch: raues Hauchzeichen) ist ein in der altgriechischen Schrift verwendetes diakritisches Zeichen, das anzeigt, dass ein Vokal aspiriert, also ‚mit Atem‘ (mit vorangehendem „h“) ausgesprochen wird.

Typografisches Zeichen mit Buchstaben:
ἁ – ἑ – ἡ – ἱ – ὁ – ὑ – ὡ – ῥ
Ἁ – Ἑ – Ἡ – Ἱ – Ὁ – Ὑ – Ὡ – Ῥ

Der Spiritus asper sieht aus wie ein sehr kleines C und steht über dem anlautenden Vokal – oder über dem zweiten Vokal eines anlautenden Diphthongs – bei einem in der Aussprache mit H anlautenden Wort. Bei groß geschriebenen Vokalen steht er wie alle griechischen diakritischen Zeichen links davor statt darüber. Jedes in der Schrift mit einem Vokalbuchstaben beginnende altgriechische Wort erhält entweder den Spiritus asper oder den Spiritus lenis. Mit Ypsilon beginnende Worte tragen mit Ausnahme weniger Lautmalereien immer den Spiritus asper, bei allen anderen Vokalen kommt beides vor.

In der deutschen Transkription des Wortes, und ebenso im Lateinischen und den meisten anderen Sprachen mit Lateinschrift (außer dem Italienischen), erscheint dann ein H am Wortanfang. Homer, Hygiene, Hysterie beginnen in der griechischen Schrift alle mit dem Vokalbuchstaben, der im Altgriechischen jeweils einen Spiritus asper trägt (Ὅμηρος, ὑγιείνη, ὑστερία).

Wenn der Spiritus asper mit einem Akzent zusammen auf demselben Vokal steht, dann steht er wie der Spiritus lenis links von einem Akutus oder Gravis, aber unter einem Zirkumflex.

Als einziger griechischer Konsonant trägt das Rho, das griechische R, am Wortanfang den Spiritus asper. In der Transkription erscheint dies dann als rh. (Rhodos Ῥόδος). Über einem griechischen Doppel-Rho inmitten eines Wortes kann ein doppelter Spiritus stehen, nämlich über dem ersten Rho ein Spiritus lenis, über dem zweiten ein Spiritus asper; in der Transkription schreibt man dann rrh (Pyrrhos Πύῤῥος oder Πύρρος). Allerdings ist dies im Wesentlichen eine westliche akademische Tradition, die auch in der heutigen Altphilologie an Bedeutung verliert. Bei in Griechenland gedruckten altgriechischen Texten findet sich meist kein Spiritus über einem Rho.

Das Spiritus-Asper-Zeichen kann – anders als das Spiritus-Lenis-Zeichen (das ist dann jedoch die Koronis) – nie über Vokalen im Wortinneren erscheinen.

Im Neugriechischen, das den H-Laut am Wortanfang verloren hat, sind die bei Schülern Lernaufwand verursachenden Spiritus-Zeichen 1982 (mit Einführung der monotonischen Orthographie) offiziell abgeschafft worden; jedoch werden sie von einigen konservativen Zeitungen und Verlagen, der Kirche und vor allem dem Teil der Bevölkerung, der vor 1982 schreiben gelernt hat, weiterhin verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]