Trema

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Trema (Begriffsklärung) aufgeführt.
¨
Diakritische Zeichen
Akut ( ´ )
Breve ( ˘ )
Breve darunter (   ̮ )
Cedille ( ¸ )
übergesetzte Cédille
Doppelakut ( ˝ )
Doppelgravis
Gravis ( ` )
Haken
Hatschek ( ˇ )
Horn
untergesetztes Komma (   ̦ )
Kroužek ( ˚ )
Makron ( ¯ )
Unterstrich
Mittelpunkt ( · )
Ogonek ( ˛ )
Punkt darunter ( ◌̣ )
Schrägstrich ( / )
Tilde ( ~ )
Trema ( ¨ )
Zirkumflex ( ˆ )
¨
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Traditionell bezeichnet Trema nicht den Umlaut und die synonyme Bezeichnung Trennpunkte ergibt bezogen auf den Umlaut keinen Sinn.

Das Trema (altgriechisch τρῆμα „Bohrloch“, „Punkt [des Würfels]“; Plural: Tremata oder Tremas), auch Trennpunkte genannt, ist ein diakritisches Zeichen in Form eines horizontalen Doppelpunktes über einem Vokal. Seine Verwendung hat in den Orthographien verschiedener Sprachen zumeist die Funktion, eine veränderte Aussprache im Lautzusammenhang anzuzeigen. Davon zu unterscheiden sind die mit dem horizontalen Doppelpunkt über den Vokalbuchstaben a, e, o und u entstehenden Umlautbuchstaben, mit denen eigenständige "gerundete" Vokale mit grundsätzlich anderer Aussprache dargestellt werden.

Verwendung in verschiedenen Sprachen und Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über einem von zwei benachbarten Vokalbuchstaben bewirkt das Trema eine veränderte Aussprache im Lautzusammenhang, zum Beispiel die Diärese (z. B. im Niederländischen) oder die Artikulation eines ansonsten stummen Vokals (z. B. im Französischen und Spanischen). Kein Trema sondern Umlautzeichen ist die Verwendung des horizontalen Doppelpunktes über den Vokalbuchstaben a, e, o und u, wodurch jeweils ein neuer Buchstabe mit grundsätzlich anderer Aussprache erzeugt wird - so z. B. im Deutschen (Umlaut) oder im Ungarischen oder im Türkischen.

Kennzeichnung einer Diärese oder einer langen Aussprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel eines Tremas auf e und i. Der verwendete Schriftsatz ist Garamond

Häufig wird das Trema zur Kennzeichnung einer Diärese, das heißt der getrennten Aussprache von aufeinander folgenden Vokalen, genutzt.

  • Im Niederländischen wird das Trema generell verwendet, um die vom vorhergehenden Vokal getrennte Aussprache eines Vokals zu kennzeichnen. Beispielsweise zeigt das Trema im Wort paranoïde an, dass das o und das i keinen Diphthong bilden, sondern sich auf zwei Silben verteilen. In geëerd ist das erste e kurz, das ë bildet mit dem dritten e gemeinsam einen langen Vokal.
  • Auch im Englischen wird das Trema manchmal in dieser Funktion verwendet, z. B. bei naïve.
  • Im Französischen ist es ähnlich; dort führt das Trema auf dem Wort égoïste zur veränderten (hier: zweisilbigen) Aussprache der beiden Vokale, während die Buchstaben oi generell die abweichende Aussprache [wa] haben. Weitere Beispiele aus dem Französischen sind die Wörter Noël und Saül, im Niederländischen reünie.
  • Im Katalanischen, Spanischen und in der brasilianischen Orthographie des Portugiesischen steht das Trema auch über dem Buchstaben u, wenn er auf g oder (im Katalanischen und Portugiesischen) q folgt und vor e oder i steht. Denn nach diesen Orthographien bedeuten die Folgen gu und qu vor den Buchstaben e und i die Phoneme /g/ und /k/, während sie vor den Buchstaben a und o /gw/ und /kw/ bedeuten. Das Trema über dem u bezeichnet also, dass dieses als /w/ gesprochen werden soll (seit der Rechtschreibreform von 1990 gibt es ähnliche Buchstabenfolgen auch im Französischen, wobei ü jedoch - zufällig - wie im Deutschen ausgesprochen wird), wie zum Beispiel:
    • Spanisch: paraguas „Regenschirm“ – paragüero „Schirmständer“, beide mit /gw/; gegenüber lago „See“ – laguito „kleiner See“, beide mit bloßem /g/.
    • Katalanisch: llengua „Sprache“, llengües „Sprachen“, qüestió „Fragestellung, Diskussionsthema“.
  • In der neugriechischen Schrift findet das Trema regelmäßige Verwendung, um die getrennte Aussprache von Vokalen in ansonsten als ein Laut gesprochenen Digraphen zu kennzeichnen, zum Beispiel αϊ oder οϊ. Ohne Trema werden die Vokalkombinationen αι oder οι als einfaches /e/ oder /i/ ausgesprochen, die Diärese eines Diphthongs ist hier also nur historisch zu sehen. Näheres dazu siehe unter Trema in der neugriechischen Orthographie.

Anders als bei einer Diärese kann im Französischen das Trema auf dem e oder i auch zur betonten (langen) Aussprache eines vorangehenden Vokals führen, wie zum Beispiel das u im Wort aiguë, wo hier im Gegensatz zur Diärese einen Vokal darstellt, während ein u ohne Trema die Aussprache des g verändert und selbst stumm ist.

In seinem originären Sinne wird im Deutschen das Trema offiziell nicht (mehr) explizit zur Kennzeichnung einer abweichenden

Aussprache im Lautzusammenhang verwendet. Während bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Tremata in der deutschen Schrift vereinzelt und nur dann gesetzt werden sollten, um Missverständnisse auszuschließen, rieten die deutschen Rechtschreibregeln von 1902 bis 1996 von der Nutzung des Tremas ab. So soll(te) statt frz. „Zaïre“ das Wort „Zaire“ geschrieben werden (siehe Das Trema in der deutschen Rechtschreibung im 19. Jahrhundert). Die Regeln seit der Rechtschreibreform von 1996 befassen sich gar nicht mehr mit dem Trema. So konnte sich bei Schreibungen wie im griechischen Fremdwort Asteroid das Trema auch in der Vergangenheit nicht durchsetzen. Indessen findet sich das Trema in so manchen Eigennamen auf einem e (Citroën, Piëch, Noëlle, Hoëcker) oder auf einem ı (Brassaï).

Kennzeichnung einer abweichenden Vokalqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hingegen ist in anderen Orthographien der horizontale Doppelpunkt über einem Vokalbuchstaben kein Trema als kontextuell bedingter Aussprachehinweis, sondern bildet mit dem betreffenden Vokalbuchstaben eine graphische Einheit in Gestalt eines eigenen Graphems für einen grundsätzlich anderen Vokal. In der deutschen Orthographie sowie in der Orthographie mehrerer skandinavischer und finno-ugrischer Sprachen steht ein so modifizierter Vokalbuchstabe für einen vorderen, im Deutschen also einen umgelauteten (gerundeten) Vokal. In der albanischen Sprache und im Luxemburgischen steht das ë ebenfalls für einen eigenständigen Vokal, das Schwa, und wird wie ein offenes ö (Beispiel është), am Wortende oft auch gar nicht ausgesprochen (Beispiel unë). In der ladinischen Sprache steht das ë für einen stets betonten Schwa-Laut. Im kyrillischen Alphabet hat der Doppelpunkt über dem е ebenfalls die Funktion, einen anderen Laut als /e/ bzw. /je/ anzuzeigen. So wird beispielsweise im Russischen der Buchstabe Ё/ё als // ausgesprochen.

Das Trema in der Datenverarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unicode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Standards für Zeichensätze, darunter Unicode, unterscheiden nicht zwischen Umlaut und Trema. Wenn in der Datenverarbeitung eine Unterscheidung von Umlaut und Trema notwendig ist, empfiehlt ISO/IEC JTC 1/SC 2/WG 2 [1] Folgendes:

  • Darstellung des Tremas durch: Combining Grapheme Joiner (CGJ, 034F) + Combining Diaeresis (0308)
  • Darstellung des Umlauts durch: Combining Diaeresis (0308)

Eingabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Tastaturbelegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der deutschen Standard-Tastaturbelegung T2 wird das Zeichen als Alt Gr+r eingegeben. Diese Kombination wirkt als Tottaste, d. h. ist vor dem Grundbuchstaben einzugeben.

Unter Microsoft Windows wird ein (isoliertes) Trema erzeugt, indem die Alt-Taste (Alt) gedrückt und die Unicode-Zeichen 0168 am Ziffernblock eingeben und danach die Alt-Taste losgelassen wird. Dies gilt zum Beispiel für Text-Editoren (NotePad, TextPad, WordPad), für die DOS-Befehlszeileneingabe, zum Teil für das freie Office-Paket OpenOffice.org, die Microsoft-Office-Komponenten Excel, Access und PowerPoint sowie – bei eingeschaltetem NumLock – auch für Microsoft Word. Bei Laptops und Kleintastaturen kann ein nicht vorhandener Ziffernblock zuweilen mit einer Funktionstaste simuliert werden. In Microsoft Word besteht zudem die Möglichkeit, mittels der Zifferntasten den Hexadezimalwert des Zeichens 00A8 einzugeben und unmittelbar danach die Tastenkombination Alt + C (in Dialogfeldern: Alt + X) zu betätigen; die Zeichenfolge wird zum Trema ersetzt. Mittels nochmaligem Druck auf Alt + C kann wieder der Ausgangszustand hergestellt werden, es kann also hin- und hergeschaltet werden. Alternativ kann in Word das Trema auch über das Menü zum Einfügen von Sonderzeichen bzw. Symbolen erzeugt werden.

Unter OS X und dessen Vorgänger Mac OS erhält man das Trema durch die Eingabe von Alt+u, anschließend ‹Buchstabe› (a, e, i, o, u, y, A, E, I, O, U oder Y).

Unter Linux und BSD können Zeichen mit dem Trema durch die Tastenfolge Alt Gr+Ü, ‹Buchstabe› eingegeben werden; für Großbuchstaben zusätzlich ⇧ (Umschalt). Das ï wird also durch Alt Gr+Ü, I erzeugt. In älteren Versionen erfolgt das durch Kompositionstaste"Buchstabe.

Schweizer Tastaturbelegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweizer Tastaturen (siehe Tastaturbelegung#Schweiz) besitzen eine eigene Umlaut/Trema-Tottaste ¨. Gefolgt von a/A, o/O oder u/U erzeugt sie die entsprechenden Umlaute, gefolgt von i/I oder y/Y versetzt sie dem entsprechenden Vokal ein Trema.

Neo-Tastaturbelegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neo-Tastaturbelegung ermöglicht die direkte Eingabe von Zeichen mit Trema durch eine Tottaste. Man erzeugt diese Zeichen mit Mod 4 + Tottaste 2, Buchstabe.

TeX und LaTeX[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TeX und LaTeX können das Trema über beliebige Zeichen setzen. Dazu gibt es zwei Befehle

  • im Textmodus für den Textsatz erzeugt \"a ein ä
  • im mathematischen Modus erzeugt \ddot a die Formel . Diese Notation bezeichnet in der Regel die zweite Ableitung der Variablen nach der Zeit.

APL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Programmiersprache APL ist das Zeichen ¨, gelesen Diärese, ein Operator, der seinen linken Operanden auf jedes Element seines rechten Argumentes (anstatt auf das ganze rechte Argument) anwendet. Zum Beispiel, ist (1 2) 'Beispiel' (3 4 5) ein Vektor mit den drei Elementen Vektor 1 2, Zeichenkette 'Beispiel' und Vektor 3 4 5. Dieses Vektors Form ⍴(1 2) 'Beispiel' (3 4 5) ist 3, da es sich um einen Vektor von drei Elementen handelt. Die Form von jedem Element, ⍴¨(1 2) 'Beispiel' (3 4 5) ist der Vektor der eingepackten Zahlen 2, 8, und 3, da dies die Formen der einzelnen Elemente von (1 2) 'Beispiel' (3 4 5) ist.[2] Ferner wird die Diärese als kombinierendes Akzentzeichen in der Bildung einiger anderer Sprachsymbole wie (Operator Potenz), (Operator Rang) und (Operator kommutieren) verwendet.

HTML[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um in HTML ë oder ï darzustellen, kann man folgende benannte Zeichen (Entities) benutzen: ë bzw. ï.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Trema – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ISO/IEC JTC 1/SC 2/WG 2 N 2754 (vom 24. Juni 2004; S. 5 unter M45.13); siehe auch DNB, Zeichenkonkordanz MAB2-Zeichensatz – ISO/IEC 10646 / Unicode (vom 1. Februar 2005; Fußnote 9)
  2. Each with Monadic Operand (Englisch, HTML) In: Hilfe von Dyalog APL Version 14.0. Dyalog Ltd.. Abgerufen am 5. März 2015.