Spitlight

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Der Spitlight Projektor von aussen im Januar 2019 in Winterthur
Innenansicht: Der Innenraum wird ausgefüllt durch die Kohlenbogen-Lampe und die Optik und bietet Platz für 3–4 Personen.
Im Cockpit des Spitlights. Von hier aus lassen sich die Aktionen des Projektors steuern.

Spitlight, gelegentlich auch Andreoli-Spitlight genannt, ist ein Outdoor-Projektor, der vom Schweizer Ingenieur Gianni Andreoli (1919–1971) in den Jahren 1955/56 gebaut wurde und an der Winter-Olympiade von Cortina di Ampezzo 1956 zum ersten Mal eingesetzt wurde. 1985 wurde er als grösster Projektor der Welt im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Der Projektor steht heute im Museum Enter in Solothurn. 2020 wurde die erste Phase der Restauration abgeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweizer Ingenieur Gianni Andreoli hatte bereits für die Weltausstellung der Photographie 1952 einen ersten grossen Projektor gebaut. In den Jahren 1955/56 baute er unter dem Namen P.300.S Spitlight eine verbesserte Version und hat dafür auch verschiedene Patente angemeldet.[1] Im Gegensatz zum Vorgängermodell war sie mobil und wurde auf einem Bedford Lastwagen montiert. Der eigens notwendige Generator befand sich auf einem Anhänger, der ständig mitgeführt werden musste. Das Fahrzeug war auffällig durch sein Aussehen, denn es erinnerte an eine Rakete. Der Aufbau konnte dank eines Drehgestells in alle Richtungen gedreht werden.

Im Innern verband sich aufwendige Starkstrom-Technik. Herzstück war eine starke Kohlebogenlampe. Sie erzeugte eine Lichtstärke von 375‘000 Lumen. Es handelt sich um eine so genannte Super-Ventarc Lampe, die von der Schweizer Firma Gretag entwickelt und hergestellt wurde, unter anderem für den Einsatz im TV-Projektionssystem Eidophor. Eine Projektion von normalen Diapositiven war aufgrund der grossen Hitze-Entwicklung nicht möglich. Es entstanden Temperaturen von 5000–7000 Grad Celsius und eine aufwendige Kühlung war notwendig. Deshalb benutzte man Metallschablonen, so genannte Gobos. Damit konnte man einfache Grafiken für jeweils 40 Sekunden über eine Distanz von 6 Kilometer auf Felswände oder Wolken projizieren. Die Seitenlänge des Bildes betrug dann 1 Kilometer. Ein Trommelmechanismus ermöglichte das Wechseln der Metallschablonen, damit konnten auch einfach Animationseffekte wie etwa ein Countdown erzielt werden. Die Kohlestäbe der Lampe mussten alle 15 Minuten gewechselt werden. Zur Bedienung war ein Team von 4 Personen notwendig.

Das Spitlight wurde erstmals an den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina di Ampezzo eingesetzt. Später kam es für andere Grossanlässe zum Einsatz. Es gelang dem Erfinder jedoch nicht, sein Gerät in die Gewinnzone zu führen. Um es vor dem Zugriff der Investoren zu schützen, die das Gerät möglicherweise demontiert und verkauft hätten, wurde es jahrelang versteckt.

Nach dem Tod des Erfinders schenkte es seine Witwe dem Technorama in Winterthur. Diese Institution war ursprünglich als Technik-Museum konzipiert wandelte sich später in ein Science-Center, das keinen Bedarf mehr für solche Geräte hatte. Ein privater Verein[2] um den Winterthurer Techniker Mark Ofner[3] übernahm das Gerät. Mark Ofner führte mit dem Spitlight eine Reihe von Veranstaltungen durch und konnte damit Aufmerksamkeit für den Spitlight gewinnen, dazu zählt unter anderem eine Präsentation im März 2019. Für diesen Anlass wurde auch ein Video produziert[4]. Er übergab den Spitlight 2019 dem Museum Enter für Computer und Unterhaltungselektronik in Solothurn. Dieser Verein restauriert das Gerät in mehreren Etappen. Als erstes wurde das Fahrzeug restauriert, das eigentliche Projektionssystem blieb aber unverändert. Seinen ersten Auftritt hatte der renovierte Spitlight an der Eröffnung der 56. Solothurner Filmtage am 20. Januar 2021

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Settele: Coca-Cola in den Wolken. In: Luzerner Neuste Nachrichten, Magazin. 26. Februar 1983, S. 4–8.
  • Martin Gysi: Sektion Winterthur rettet Weltrekord-Projektor. In: Schweizerische Technische Zeitschrift (STV). 1986, Nr. 2, 29. Januar 1986, S. 9–14.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europäisches Patentamt. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  2. Verein zur Erhaltung und zum Betrieb des Projektors Spitlight. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  3. Mark Ofner, Winterthur. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  4. Dominik Landwehr: Das Androli-Spitlight - der erste Wolkenprojektor. In: Digital Brainstorming - Plattform für digitale Kultur und Medienkunst. Migros-Kulturprozent, 15. Februar 2019, abgerufen am 26. Januar 2021.