St. Augustinus (Menden)

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Der Turm von St. Augustinus

Sankt Augustinus ist die römisch-katholische Pfarrkirche zu Menden, einem Ortsteil von Sankt Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gründung der Abtei Siegburg wurde dem neuen Kloster durch Erzbischof Anno II. 1064 ein Drittel der Augustinuskirche zu Menden geschenkt. Um 1300 fand die Kirche im liber valoris Erwähnung.

Die bis in das 19. Jahrhundert noch erhaltene romanische Augustinuskirche stammte aus dem 12. Jahrhundert. Sie war eine zweischiffige Kirche, deren Hauptschiff im Osten ein viergeschossiger Chorturm vorgesetzt war. Damit entsprach die Kirche dem für die Region nicht ungewöhnlichen Typus von Chorturmanlagen, die vor allem im Umfeld der dem Cassius-Stift und dem Stift Vilich inkorporierten Pfarrkirchen entstanden waren.

Um 1800 verlor die Kirche ihre typische Ostung, indem die Apsis am Chorturm entfernt und dem Hauptschiff im Westen ein neuer Chor angefügt wurde. Zusätzlich wurden zwei Arkadenpfeiler zum Seitenschiff entfernt. 1872 wurde der romanische Turm wegen Baufälligkeit bis auf die Turmhalle abgebrochen. Nach Errichtung der größeren neoromanischen St. Augustinuskirche wurde die alte Kirche schließlich 1896 ganz niedergelegt. Die alte Kirche ist durch Aufmauerung der Grundmauern kenntlich gemacht worden.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In St. Augustinus befindet sich eine Orgel der Firma Orgelbau Klais aus Bonn. Sie wurde 1939 als Opus 926[1] erbaut und zuletzt im Jahre 2002 restauriert. Die Orgel verfügt über zwei Manuale, Pedal und 22 klingende Register. Als drittes Manualwerk (spielbar auf dem 2. Manual) wurde das ehemalige Rückpositiv integriert. Der ehemalige Prospekt wurde rechtsseitig im Turmeingang als Zierde angebracht, das Werk jedoch oberhalb der neuen Orgel.

I Hauptwerk
Quintadena 16′
Prinzipal 8′
Gemshorn 8′
Querflöte 4′
Waldflöte 2′
Mixtur III-IV
Bombarde 16′
II Schwellwerk
Liebl. Gedackt 8′
Weidenflöte 8′
Schwebung 8′
Blockflöte 4′
Nasard 113
Krummhorn 8′
II Rückpositiv (Alte Orgel)
Prinzipal 4′
Schwegel 2′
Sesquialter II 223
Cymbel II-III
Pedal
Contrabass 16′
Subbass 16′
Octavbass 8′
Bassoktave 4′
Posaune 16′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, eine freie Pedalkombination, Tutti, Absteller für Zungen, Absteller für Quintadena, Walze, Schwelltritt, Walze ab, Auslöser.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Turm der Autustinus-Kirche erklingt das Motiv "O Heiland, reiß die Himmel auf". Die drei großen Glocken wurden im Jahre 1924 vom Bochumer Verein für Gusstahlfabrikation in Unterseptrippe gegossen. Die kleine Glocke stammt noch aus dem Jahre 1853 und wurde von Christian Claren aus Sieglar gegossen.[2]

Nr.
 
Name
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
Inschrift
 
1 Johannes 1576 1571 cis1 +3 "Die Stimme des Rufers in der Wüste, bereitet den Weg des Herrn." (Übers.)
2  ? 1380 1100 e1 +0 "Von Blitz und Unwetter, befreie uns, Herr." (Übers.)
3  ? 1260 942 fis1 +5 "Von Pest, Hunger und Krieg, befreie uns, Herr." (Übers.)
4 Augustinus 963 525 gis1 +11 "Werde ich gezogen, so horche, rufe ich zum Gottesdienst, so komme ich rufe die Lebenden * die Verstorbenen beweine ich * den wahren Gott lobe ich und verherrliche die Feste zur Ehre Gottes unter dem Schutz des hl. Augustin und Jesus * Maria und Joseph. Gegossen unter Pastor Dohm von Christian Claren in Sieglar am 23. Juli 1853."

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Augustinus (Menden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Opusliste der Firma Klais
  2. Gerhard Hoffs: Glocken im Dekanat Siegburg/Sankt Augustin. PDF; S. 58 ff.

Koordinaten: 50° 47′ 35″ N, 7° 9′ 38″ O