St. Laurentius (Dattenfeld)

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Siegtaldom aus Süd
Windeck Dattenfeld, St. Laurentius
Dattenfeld mit Siegtaldom
Dattenfelder Muttergottes im Museum Kolumba
Dattenfelder Madonna (2003)
Uhrwerk der großen Turmuhr, Museumsdorf Altwindeck

Von 1879 bis 1880 wurde die Pfarrkirche St. Laurentius in Windeck-Dattenfeld anstelle eines 1878 abgerissen Vorgängerbaus als zweitürmige Kirche im neuromanischen Stil errichtet. Wegen der Doppelturmfassade (Turmhöhe 56 m) wird die Kirche auch vielfach Siegtaldom genannt. Die beiden unteren Geschosse des Nordturms stammen von der alten Pfarrkirche aus dem 12/13. Jahrhundert, die ursprünglich wohl nur eine Kapelle war, durch Erweiterungen jedoch bald zu einer dreischiffigen Kirche mit einer Länge von ca. 25,60 m und einer Breite von 7,85 m anwuchs[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Juni 895 findet eine erste Erwähnung Dattenfelds in einer Schenkungsurkunde an das Cassius-Stift in Bonn statt. "... in einem Dorf, das Dateleveld genannt wird, schenk ich eine Kirche mit einem Hof, bestehend aus 30 Joch (ca. 15 ja) Saatland mit einem Haus und einer Scheune." Über diese Kirche ist wenig bekannt.

Im 12. Jahrhundert erfolgt die Errichtung des romanischen Vorgängerbaus der heutigen Kirche. Diese bleibt bis ins 19. Jahrhundert erhalten.

1856 finden erste Überlegungen für einen Kirchenneubau wegen Baufälligkeit und dem Anwachsen der Gemeinde statt. Die Genehmigung für einen Neubau erfolgt 1874 durch das Generalvikariat Köln. Im Frühjahr 1878 beginnt der Abriss der alten Kirche bis auf den Turm.

Am 29. April 1879 erfolgt die Grundsteinlegung unter Pfarrer Johannes Hilden und Vikar Hugo Westerhoven. Die Benediktion (Segnung) des Neubaus erfolgt am Fest des Kirchenpatrons St. Laurentius (10. August 1880). Die Konsekration (Weihe) nimmt Weihbischof (später Erzbischof) Antonius Fischer aus Köln 1893 vor.

In den Jahren 1979–1981 fand eine umfassende Renovierung der Kirche mit Erneuerung der Gewölbe in Mittel- und Querschiff, einer Verfestigung des Mauerwerkes und Neuausmalungen statt.

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jetzige Kirche wurde durch den Kölner Architekten August Carl Lange geplant und ausgeführt. Der romanische Nordturm wurde von Lange um ein Geschoss erhöht und durch eine Zwerggalerie abgeschlossen. Hierdurch, wie auch durch den neuen, mit kleinen Ziergiebeln versehenen Turmhelm wurde er dem neuerrichteten Südturm angepasst.

Über dem Hauptportal befindet sich eine einfache achtteilige Rose. Im Norden sind zwei weitere Seitenportale. Auffallend ist die wuchtige Choranlage, an deren Südostecke sich ein einstöckiger Sakristeibau anschließt. Die Vierung wird von einem Dachreiter gekrönt

Die St. Laurentiuskirche ist die einzige doppeltürmige Kirche im Rhein-Sieg-Kreis.[2]

Kirchenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius ist eine dreischiffige, kreuzrippengewölbte Säulenbasilika. Der Hauptchor und die Seitenchöre sind erhöht. Im alten romanischen Nordturm befindet sich die Taufkapelle, deren Fußboden 16 cm tiefer liegt als in der übrigen Kirche. Darüber spannt sich ein Kreuzrippengewölbe, deren Rippen auf derben Masken ruhen. Beim Neubau der Kirche wurde ein sechsteiliges Fächerfenster in die Westwand gebrochen. In der Taufkapelle befindet sich ein romanischer Taufstein (Ende des 12. Jahrhunderts) aus Andesit. Das typische rheinische Kesseltaufbecken ist von sechs Ecksäulchen umstellt und wird von einem modernen Taufsteindeckel (Hein Gernot, 1962) abgeschlossen.

Der Hochaltar ist ein Werk des Kölner Bildhauers Jägers (um 1880) mit einem Tabernakeltresor von ca. 1930.

In der Apsis des südlichen Querhauses befindet sich auf einem Steinsockel eine Rekonstruktion der sog. Dattenfelder Madonna die 2003 in einer Südtiroler Schnitzerwerkstatt gefertigt wurde. Am 10. Juni 2006 wurde die Madonna von Joachim Kardinal Meisner geweiht.

Die Dattenfelder Madonna (erstes Viertel des 14. Jh.) selber ist eine der frühesten kölnischen Sitzmadonnen der gotischen Epoche und befindet sich im Kölner Museum Kolumba.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1940 von der Orgelbaufirma Johannes Klais (Bonn) gebaut. Das Kegelladen-Instrument hat 28 Registern auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind elektrisch, die Registertrakturen pneumatisch. Das Instrument erhielt später eine elektronische Setzeranlage.[3]

I Hauptwerk C–g3
1. Quintade 16′
2. Prinzipal 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Oktave 4′
5. Gemshorn 4′
6. Spitzquinte 22/3
7. Mixtur III-IV 2′
II Schwellwerk C–g3
8. Holzflöte 8′
9. Salicional 8′
10. Prinzipal 4′
11. Flöte 2′
12. Terzcymbel IV
13. Trompete 8′
III Kronwerk C–g3
14. Lieblich Gedackt 8′
15. Querflöte 4′
16. Prinzipal 2′
17. Nasard 11/3
18. Sesquialter II
19. Scharf III-IV
20. Krummhorn 8′
Tremolo
Pedal C–f1
21. Subbass 16′
22. Zartbass (Nr. 1) 16′
23. Prinzipalbass 8′
24. Gedacktbass (aus Nr. 21) 8′
25. Choralbass (aus Nr. 23) 4′
26. Bassflöte (aus Nr. 21) 4′
27. Flachflöte (aus Nr. 21) 2′
28. Posaune 16′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln (mechanisch): II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
    • Suboktavkoppeln (elektrisch): II/I, II/II
  • Spielhilfen: 4000-fache Setzeranlage, Sequenzer, Absteller

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
Turm
 
1 Christus 1980 Glockengießerei Mabilon, Saarburg 1240 1200 e1 −1 Süd
2 Laurentius 1669 Matthias & Gottfried Hellingh, Wipperfürth 1107 760 fis1 +2 Nord
3 Rochus und Georg 1782 Johann Michael Stocky, Dattenfeld 990 550 gis1 −4 Nord
4 Maria 1979 Glockengießerei Mabilon, Saarburg 820 340 h1 −1 Nord
5 Helena 1979 Glockengießerei Mabilon, Saarburg 710 240 cis2 +1 Nord
6 Johannes der Täufer 1979 Glockengießerei Mabilon, Saarburg 600 130 e2 ±0 Nord
7 Fünf-Minuten-Glöckchen 1926 Franz Schilling, Apolda 490 50 g2 −2 Vierung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Jurgilewitsch, Wolfgang Pütz-Liebenow: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis, Bouvier Verlag, Bonn 1990, ISBN 3-416-80606-9, S. 560–562. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tafeln und Schilder im und am Siegtaldom.

  1. koeln.de/st_laurentius_windeck/kirchen/laurentius/ Pfarrkirche St. Laurentius Dattenfeld. Erzbistum Köln, abgerufen am 2. Februar 2016.
  2. Siegtaldom – St. Laurentiuskirche in Dattenfeld. Gemeinde Windeck, abgerufen am 2. Februar 2016.
  3. Dattenfeld – Katholische Pfarrkirche Sankt Laurentius. Orgelsammlung Gabriel Isenberg, abgerufen am 2. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Laurentius (Dattenfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 48′ 8″ N, 7° 33′ 36″ O