St. Martin SG

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SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Sankt Martinf zu vermeiden.
St. Martin im Calfeisental
Wappen von St. Martin im Calfeisental
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Sarganserlandw
Politische Gemeinde: Vättisi2
Postleitzahl: 7315
Koordinaten: 746029 / 198439Koordinaten: 46° 55′ 16″ N, 9° 21′ 22″ O; CH1903: 746029 / 198439
Höhe: 1'350 m ü. M.
Einwohner: 0 (seit 1652)
Website: www.sankt-martin.ch
Karte
Karte von St. Martin im Calfeisental
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St. Martin im Calfeisental ist ein Weiler und eine ehemalige Walsersiedlung der Ortschaft Vättis in der politischen Gemeinde Pfäfers in der südöstlichsten Ecke des Kantons St. Gallen. Er befindet sich im Wahlkreis Sarganserland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiler St. Martin am westlichen Seeende des Gigerwaldsees

Der Weiler St. Martin liegt westlich des Gigerwaldsees im Calfeisental am Fusse des Ringelspitz. Östlich von St. Martin erstreckt sich das Taminatal mit der Ortschaft Vättis. Zwischen Gigerwald und Vättis - beim sogenannten Vättner Fenster - ist das Aarmassiv aufgeschlossen.

Der oberhalb von St. Martin auf 1580 m Höhe stehende, als dickste Fichte der Welt ausgeschilderte Baum ist mittlerweile nicht mehr Rekordhalter, es wurde ein geringfügig dickeres Exemplar im Göscheneralptal gefunden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 14. Jahrhunderts kamen die Walser von ihren einstigen Höfen in Fidaz über das Trinser Fürggli ins Calfeisental. Die Besiedlung erfolgte von oben nach unten, vom Berg zum Tal. Die Walser erhielten das Calfeisental mit der Alp Sardona als Lehen vom Kloster Pfäfers. Es entstand eine verstreute Siedlung von zwölf Familien mit rund hundert Personen. 1380 wurde in St. Martin das Kirchlein als Pfarrkirche mit Ewigem Licht gebaut. Für Taufen, Trauungen und Beerdigungen kam der Priester vom Tal. 1472 wurde die Martinsalp (Brändlisberg) als Kirchengut erstmals erwähnt. Im 15. und 16. Jahrhundert erfolgte die Abwanderung der Walser nach Weisstannen, St. Margretenberg, der Bündner Herrschaft und nach Gams. Möglicherweise hatte die Kleine Eiszeit das Klima im ohnehin rauen und im Winter sonnenarmen Calfeisental verschlechtert. 1652 verließen die letzten Calfeisen-Walser - die Frau des verstorbenen Mesmers, Ursula Sutter und ihre beiden Söhne - das Tal und zogen nach Vättis. Seither wird das Calfeisental nur noch als Alp bewirtschaftet und St. Martin wurde zum Maiensäss.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Walserort Sankt Martin besteht aus 7 Gebäuden, darunter ein Restaurant mit 180 Sitzplätzen innen, diversen Doppel-Zimmer und zwei Massenlager. Die Bewirtschaftung für Gäste, Wanderer und Mountainbiker erfolgt von Mai bis Mitte Oktober. Die übrige Zeit ist Sankt Martin für Gäste geschlossen. Ab November wird die Strasse ab der Staumauer bis ins Dorf nicht mehr geräumt und bleibt somit wegen Lawinengefahr geschlossen.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein "Pro Walsersiedlung St. Martin und Calfeisental" will neben der kulturellen Verankerung des Walsertums in erster Linie den Fortbestand der Walsersiedlung St. Martin im Calfeisental in ihrer ursprünglichen Form, als Zeugen der Vergangenheit, erhalten.

Wanderwege führen über das Trinser Fürggli nach Flims, über den Heubützli- und Foopass ins Sernftal und über den Heitelpass nach Weisstannen und zur Sardonahütte des SAC. Es gibt ein mehrmals täglich verkehrendes Postauto von Bad Ragaz bis Vättis, das an Sommer-Wochenenden bis zum Gigerwaldstaudamm weiterfährt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Huber: Die Walsersiedlung St. Martin im Calfeisental. Kunst- und Kulturführer, Katholisches Pfarramt, Vättis 2000, ISBN 3-9521336-9-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Martin SG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wer ist die Grösste im ganzen Land? auf waldwissen.net