Bad Ragaz

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Bad Ragaz
Wappen von Bad Ragaz
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Sarganserlandw
BFS-Nr.: 3291i1f3f4
Postleitzahl: 7310
UN/LOCODE: CH BRZ
Koordinaten: 756763 / 20749746.9999979.500006516Koordinaten: 47° 0′ 0″ N, 9° 30′ 0″ O; CH1903: 756763 / 207497
Höhe: 516 m ü. M.
Fläche: 25.37 km²
Einwohner: 5681 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 224 Einw. pro km²
Website: www.badragaz.ch
Bad Ragaz

Bad Ragaz

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Bad Ragaz (bis 1937 Ragaz) ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Der Name Ragaz wird auf der zweiten Silbe betont. Der Ort bietet mit der Ruine der Burg Freudenberg eine Sehenswürdigkeit aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Gemeindepräsident ist Daniel Bühler.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Bad Ragaz liegt an den Ausläufern des Taminatals. Es bildet das touristische Zentrum des Sarganserlands. Die Südostgrenze zum Kanton Graubünden bildet der Rhein, die angrenzenden Gemeinden sind im Süden Pfäfers, im Westen Mels und im Nordwesten Vilters-Wangs.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Folgende Statistik ergibt sich für Bad Ragaz für das Jahr 2011[3].

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1800 1850 1900 1950 1960 1970 1980
Einwohner 954 1366 1860 2584 2685 3713 3721
Jahr 1990 2000 2005 2010 2011 2012 2013
Einwohner 4466 4861 5082 5349 5528 5590 5681

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Konfession katholisch evangelisch ohne oder andere
Anzahl 3014 1129 1385

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Der Ausländeranteil liegt bei 27,5 %. Diese teilen sich auf folgenden Nationen auf:

Herkunft Portugal Deutschland Serbien Italien Bosnien und Herzegowina Kroatien Österreich Übrige Total
Anzahl 318 296 170 135 123 76 68 335 1521

Altersstruktur[Bearbeiten]

Alter 0–20 21–40 41–60 61–80 81 und älter
Anzahl 1058 1481 1674 1088 227
Anteil (%) 19.1 26.8 30.3 19.7 4.1

Geschichte[Bearbeiten]

Ragaz war ursprünglich ein Bauerndorf. Durch die Errichtung des Palais Hof Ragaz erlangte der Ort Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde das Quellwasser von Bad Pfäfers in der Taminaschlucht nach Ragaz geleitet, seitdem ist die Gemeinde als Kurort bekannt. 1937 wurde der Ort in Bad Ragaz umbenannt. Heute geniesst Bad Ragaz einen guten Ruf unter den Weltkurorten und hat sich dank der Grand Hotels einen Namen im internationalen Tourismus gemacht.

Die Geschichte des ehemaligen Bauerndorfes Ragaz ist eng mit jener der Benediktiner-Abtei Pfäfers verbunden. Diese besass in der Gemeinde den grössten Grundbesitz und die meisten Rechte. Das fürstäbtliche Palais Hof Ragaz war die Statthalterei der Abtei. Ragaz hatte während Jahrhunderten eine gewisse Bedeutung an einer wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse zwischen Deutschland und Italien. Nach der Aufhebung der Abtei im Jahr 1838 übernahm der Kanton St. Gallen den klösterlichen Besitz sowie die Thermalquelle in der Taminaschlucht.

Durch den Bau der Strasse ins Bad Pfäfers (1838/39) und die Herausleitung des 36.5 °C warmen Thermalwassers in den «Hof Ragaz» wurde Ragaz zum Badekurort. Zum Weltkurort hingegen wurde es erst durch Bernhard Simon (1816–1900) aus Niederurnen (GL) gemacht, der 1868 vom Kanton die Domäne Ragaz, das heisst das Herrschaftsgebiet der Fürstabtei Pfäfers, gekauft hatte. Zahlreiche Hotels und Pensionen entstanden, und eine ganze Reihe verschiedener Gewerbebetriebe etablierten sich im aufstrebenden Kurort. Nebst dem europäischen und russischen Adel kamen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Literatur nach Ragaz.

Zu den wichtigen Ereignissen im Laufe der Jahrhunderte zählt man die Schlacht bei Ragaz im Alten Zürichkrieg am 6. März 1446. Das Dorf wurde mehrere Male von Feuersbrünsten geschädigt und von Hochwassern heimgesucht, z. B. in den Jahren 1750, 1762 und 1868.

Im Jahr 1941 wurde das Grandhotel Quellenhof durch einen Brand stark in Mitleidenschaft gezogen, was dem Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg einen Dämpfer aufsetzte. Ex-Nationalrat Hans Albrecht ist es zu verdanken, dass der Quellenhof wieder aufgebaut wurde.

Tourismus[Bearbeiten]

Bad Ragaz - ursprünglich nur Ragaz genannt - war ein Bauerndorf. Durch das Auffinden der Thermalquelle in der nahen Taminaschlucht stieg Bad Ragaz zum Weltkurort auf.

In der Taminaschlucht befindet sich mit dem Alten Bad Pfäfers der älteste barocke Bäderbau der Schweiz. Wo Badearzt Paracelsus früher gewirkt hatte, können Besucher heute im Museum die Bädergeschichte von Bad Ragaz und Pfäfers studieren.

Die Pizolbahnen sind seit kurzer Zeit vollständig modernisiert worden. Von Bad Ragaz aus fährt eine neue Gondelbahn auf die Alp Pardiel.

In Bad Ragaz wurde von Johanna Spyri um 1880 die Heidigeschichte geschrieben. Rainer Maria Rilke schrieb in Bad Ragaz das Buch "Hiersein ist herrlich".

Bad Ragaz gilt als das Tor zum Bündnerland.

Wappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt eine auffliegende, silberne, golden bewehrte Taube mit einem roten Span im Schnabel auf blauem Grund. Es knüpft an die Gründungslegende des Klosters Pfäfers an, das vordem hier den größten Besitz und die größten Rechte innehatte. Danach soll eine Taube mittels eines blutigen Spans dem heiligen Pirmin den Ort zur Gründung des Klosters gezeigt haben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am östlichen Stadteingang liegt die neugotische Evangelische Kirche Bad Ragaz.

Auf dem Friedhof ist Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, ein Hauptvertreter der Philosophie des Deutschen Idealismus unter einem Ehrengrabmal beigesetzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Bad Ragaz wird durch die S 12 und den RegioExpress der Strecke St. Gallen-Chur bedient. Ab dem Bahnhofplatz führen Postauto-Linien in die Dörfer der Umgebung sowie zum Bad Pfäfers in der Taminaschlucht.

Etwa einen Kilometer nordwestlich des Dorfzentrums befindet sich der Flugplatz Bad Ragaz.

Bergbahnen[Bearbeiten]

In den Jahren 1953/54 wurde das Pizolgebiet durch eine Gondelbahn von Bad Ragaz aus erschlossen. Die damals älteste Seilbahn der Schweiz stellte im Frühling 2007 den Betrieb ein und wurde durch eine neue 8er-Gondelbahn ersetzt. Die Bahn führt auf die Mittelstation Pardiel auf 1'633 m. Von dort führt ein 4er-Sessellift auf Laufböden 2'226 m. Die Drahtseilbahn Ragaz-Wartenstein hat ihren Betrieb 1964 eingestellt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 findet in Bad Ragaz unter dem Titel Bad RagARTz die Schweizerische Triennale der Skulptur alle drei Jahre eine Kunstausstellung unter freiem Himmel statt, 2012 zum fünften Mal. Die Ausstellung erstreckt sich auch auf die Straßen und Plätze im Hauptort Vaduz des benachbarten Fürstentums Liechtenstein.

Ebenfalls alle drei Jahre, erstmals im Jahre 2006, findet das internationale Musikfestival Classics in the Streets in Bad Ragaz und Umgebung statt. Während einer Woche musizieren Interpreten klassischer Stilrichtung im Freien. Im Rahmen des Finales am Ende der Woche wird durch eine renommierte Jury der Sieger erkoren. Das Festival steht unter dem Patronat des Dirigenten und Pianisten Vladimir Ashkenazy.[4]

Bad Ragaz ist auch Namensgeber des jährlich im Oktober im benachbarten Maienfeld stattfindenden Internationalen Pferderennens Maienfeld Bad Ragaz.

Seit 2006 findet in Bad Ragaz auch jedes Jahr zu Ostern ein gut besetztes internationales Schachturnier statt.[5]

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Schelling (1775–1854), deutscher Philosoph verstarb am 20. August 1854 in Bad Ragaz
  • Adolf Fäh (1858–1932), kath. Priester, Stiftsbibliothekar, Kunsthistoriker und religiöser Schriftsteller
  • Carl Zurburg (1859–1928), Rechtsanwalt und Politiker
  • Wilhelm Baur (1895–1973), deutscher Verleger, verstarb in Bad Ragaz
  • Otto Pfister (* 1937), deutschstämmiger Fußballtrainer, lebt in Bad Ragaz
  • Bruno P. Zehnder (1945–1997), Schweizer Fotograf

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Rothenhäusler, Dora Fanny Rittmeyer, Benedikt Frei: Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Band I: Bezirk Sargans. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 25). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1951. DNB 750089172.
  • Christian Lutz, Joel Tettamanti (Fotos), Erwin Koch; Walter Lendi (Hrsg.): Kraft des Wassers. 36,5° – Grand Resort Bad Ragaz. Von der Quelle bis zum Spa. 1. Auflage, Benteli, Sulgen 2010. ISBN 978-3-7165-1595-2.
  • Esther und Rolf Hohmeister, Magdalena Abakanowicz: Bad Ragartz [84 Künstler und Künstlerinnen aus 17 Ländern stellen ihre Werke aus: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Indonesien, Italien, Japan, Liechtenstein, Monaco, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Spanien, USA, Vietnam] / 3. Schweizerische Triennale der Skulptur in Bad Ragaz und Vaduz, [20. Mai bis Ende Oktober 2006]. Selbstverlag Hohmeister, Bad Ragaz [Grossfeldstr. 10] 2006 (ohne ISBN).
  • Silvia und Werner Fetzer (Fotos), Susi Senti: Bad Ragaz. Schuler, Bad Ragaz / Chur 2006. ISBN 3-85894-013-5 (Texte deutsch und englisch).
  • Peter Röllin: Die Wechselbäder von Pfäfers-Ragaz. Verfeinerung der über 750jährigen Thermenkultur im Sarganserland. In: Kunst + Architektur in der Schweiz 49. Jg. 1998, Heft 1, herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Film[Bearbeiten]

  • Bad Ragaz – Die Quelle des guten Lebens. Dokumentarfilm, Deutschland, 2011, 43 Min., Buch und Regie: Monika Kirschner, Produktion: Tag/Traum, ZDF, arte, Erstsendung: 1. Juni 2012 bei arte, Reihe: Kur Royal (5/5), Filminformationen von arte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Ragaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Ragaz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Homepage der Gemeindeverwaltung Bad Ragaz
  3. Statistik Einwohneramt Bad Ragaz (Veröffentlichung 19. Januar 2012)
  4. http://www.strassenklassik.com
  5. http://www.schach.li/schweiz-bodensee/