Taminatal

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Taminatal
Mapraggsee unterhalb Vättis

Mapraggsee unterhalb Vättis

Lage Kanton St. Gallen
Gewässer Tamina, Ramuzbach, Görbsbach, Chrüzbach
Gebirge Ringelspitz (3'247 m)
Pizol (2'844 m)
Calandamassiv (2'806 m)
Geographische Lage 755710 / 202472Koordinaten: 46° 57′ 18,2″ N, 9° 29′ 4″ O; CH1903: 755710 / 202472
Taminatal (Kanton St. Gallen)
Taminatal
Typ Sohlental, Kastental
Höhe 515 m bis 3247 m ü. M.
Besonderheiten Taminaschlucht
Kunkelspass von Südosten, ganz links der Crap Mats, rechts davon der Ringelspitz

Das Taminatal oder Vättnertal ist ein Seitental des alpinen Rheintals und wird von der Tamina entwässert. Es liegt im Kanton St. Gallen, ein kleiner Teil im Kanton Graubünden.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Taminatal verläuft vom Kunkelspass nach Nordosten bis Bad Ragaz. Bei Vättis vereinigt es sich mit dem Calfeisental, das sich im Westen von der Berggruppe um den Piz Sardona über die Walsersiedlung St. Martin und den Gigerwaldsee bis Vättis erstreckt. Hier mündet der von Kunkels kommende Görbsbach in die Tamina. Im untersten Talabschnitt liegt die Taminaschlucht mit dem Bad Pfäfers.

Im Taminatal liegen mehrere kleine Dörfer, die zur politischen Gemeinde Pfäfers gehören: Es sind die Ortschaften Pfäfers, Vättis, Vadura, Valens und Vasön sowie die Streusiedlung St. Margretenberg mit Furggels. Nordwestlich oberhalb der Ortsgemeinde Vättis liegt auf einer Höhe von 2427 m ü. M. am Drachenberg der Eingang zum Drachenloch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Drachenloch wurden 1917 Knochen eines Höhlenbären gefunden. Zwischen 1917 und 1923 wurden bei Ausgrabungen zwei Feuerstellen entdeckt und 1920 in einem Durchgang eine verschlossene Steinkiste mit Holzkohle. Die Holzkohle wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte auf ein Alter von mehr als 53'000 Jahre datiert.[1]

Im Taminatal befinden sich mit der Thermalquelle Bad Pfäfers in der Taminaschlucht, dem Grundgebirge Chrüzbachtobel Vättis, der Kraftwerke Sarganserland AG Vadura und dem Drachenlochmuseum Vättis vier Geostätten des Geoparks Sardona.[2] Ausserdem führt der Sardona Welterbe-Weg durch das Tal.

Fauna und Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2013 wurde im Taminatal das erste Wolfsrudel im Kanton St. Gallen gesichtet; bisher lebten im Kanton nur einzelne Wölfe. Das Rudel umfasste zehn Tiere: die Eltern, sechs Welpen und zwei letztjährige Jungtiere.[3][4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Tamins im Churer Rheintal führt eine Strasse über den Kunkelspass ins obere Taminatal. Im März 2013 begannen im vorderen Taminatal die Bauarbeiten für eine rund 400 Meter lange und 200 Meter hohe Bogenbrücke, die Taminabrücke. Am 28 März 2015 erfolgte der Bogenschluss. Ab dem Sommer 2017 soll sie die Dörfer Pfäfers und Valens miteinander verbinden.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Taminatal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Geschichte des Drachenlochs. Christian Mettler, 2012, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  2. Geopark Sardona: Geostätten
  3. Tagesanzeiger vom 29. November 2013: Erstes grosses Wolfsrudel bei Valens gesichtet
  4. Südostschweiz vom 30. November 2015: Graubünden und St. Gallen wollen zwei Wölfe schiessen
  5. Arbeiten für Bau der Taminabrücke vergeben. auf: vilan24.ch, 15. Oktober 2012.