St. Paulus (Trier)

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St. Paulus

Trier Sankt Paulus BW 1.jpg

Konfession: römisch-katholisch
Patrozinium: Paulus von Tarsus
Weihejahr: 1907
Pfarrer: Dr. Hans Günther Ullrich, Pfarrverwalter
Pfarrgemeinde: Liebfrauen Trier
Anschrift: Paulusplatz 5

Koordinaten: 49° 45′ 29,2″ N, 6° 38′ 6,5″ O

Die katholische Kirche St. Paulus ist eine ehemalige Kirche in Trier im Stadtteil Mitte am Paulusplatz.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude geht auf einen Vorgängerbau zurück, der sich unweit des heutigen Standorts am Irminenfreihof nördlich der St. Irminen befand. 1790 wurde die Kirche wegen Baufälligkeit niedergelegt und nach der Säkularisation 1803 wurde die Kirche des nahen Klosters neue Pfarrkirche, bis der Neubau erfolgte.[1]

Die Kirche wurde zwischen 1905 und 1907 im neuromanischen Stil erbaut. Stadtbildprägend ist der stattliche Eckturm des als Querhausbasilika ausgeführten Gebäudes. Architekt war Wilhelm Schmitz.[2]

Am 25. März 2016 kam es an der Kirche zu einem Steinschlag, sodass sie provisorisch gesichert werden musste. Glücklicherweise wurde niemand von dem aus 40 m Höhe herabfallenden Teil des Mauerwerks verletzt. Mit einem Kran konnte die beschädigte Stelle repariert werden. Wie es zu dem Steinschlag kam, ist ungeklärt, da keine Erosionsspuren am Gebäude gefunden wurden.[3]

Seit der Fusion der bisherigen Pfarreien Liebfrauen und St. Laurentius, St. Agritius, St. Antonius, St. Gangolf und St. Paulus zur neuen Pfarrei Liebfrauen im Dezember 2000 gehörte die Kirche zu dieser Pfarrei. Am 5. November 2017 wurde St. Paulus wegen der großen Kirchendichte in der Trierer Innenstadt und des starken Rückgangs der Gottesdienstbesucher profaniert. Studenten der Hochschule Trier hatten zuvor bereits Konzepte entwickelt, wie sie als Bibliothek oder gar Casino genutzt werden könnte.[3][4] Derzeit beherbergt der Kirchenraum die interaktive Ausstellung Dialog im Dunkeln, welche zunächst bis Juli 2019 zu sehen sein wird.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Inneren der Kirche befand sich in unmittelbarer Nähe zum Altar das Grab von Hieronymus Jaegen das für die Gläubigen durch einen Seiteneingang erreichbar war.[5] Nach der Profanierung wurde Jaegen Anfang 2018 in die Kirche St. Gangolf umgebettet.[6]

Von der ursprünglichen historistischen Ausstattung der Kirche ist seit einer Renovierung in den 1960er-Jahren nicht viel erhalten. An der Stelle des Hochaltars steht eine Kreuzigungsgruppe, die früher an der Abtei St. Martin stand. Die aus dem Jahr 1498 stammenden Skulpturen wurden zum Schutz vor Verwitterung ins Innere der Kirche versetzt, am ursprünglichen Standort wurden Kopien aufgestellt.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gunter Franz: Das Vermächtnis aus dem Fladeschen Nachlass (1591). In: Verein Trierisch (Hrsg.): Neues Trierisches Jahrbuch 2014. ISSN 0077-7765.
  2. Eintrag zu Sankt Paulus in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier; abgerufen am 8. November 2016.
  3. a b Steinschlag von der Trierer Pauluskirche – Experten prüfen Mauerwerk. In: volksfreund.de. 25. März 2016, abgerufen am 28. Oktober 2016.
  4. Die Trierer Pauluskirche als Casino und Bibliothek. In: volksfreund.de. 17. Januar 2011, abgerufen am 28. Oktober 2016.
  5. Eintrag zu Sankt Paulus – Hieronymus-Jaegen-Grab (Denkmalzone Paulusplatz 1–6, Kalenfelsstraße 7) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier; abgerufen am 8. November 2016.
  6. Klare christliche Identität und Laienengagement. In: trier-reporter. Abgerufen am 3. März 2019.
  7. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz/Saarland; München: Deutscher Kunstverlag, 1984; ISBN 3-422-00382-7; S. 1057

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Paulus (Trier) – Sammlung von Bildern