St. Peter und Paul (Bühl)

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St. Peter und Paul, rechts das neue Rathaus mit dem Turm der ehemaligen Kirche

Das neugotische Münster St. Peter und Paul ist die Pfarrkirche der Stadt Bühl. Sie ist 60 m lang, etwa 30 m breit und hat etwa 650 Sitzplätze. Der Turm ist 63 m hoch und hat einen durchbrochenen Helm, dieser hat als Krönung eine aus Stein geschaffene Kreuzblume. Sie ist die größte Kirche der Stadt Bühl und die Hauptkirche der Innenstadtgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche oder das Münster St. Peter und Paul wurde von 1872 bis 1877 von Karl Dernfeld im Stil der Neugotik erbaut, mit einem dreischiffigen Hauptschiff, einem einschiffigen Querschiff und einem einschiffigen Chor. Sie ersetzte die alte, zwischen 1514 und 1524 gebaute Kirche, die zu klein geworden war und heute von der Stadtverwaltung genutzt wird.[1] Die Grundsteinlegung der neuen Kirche fand am 17. August 1873 statt, die Einweihung am 6. Mai 1877. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden. Bei den Reparaturarbeiten 1952–1958 wurde die neugotische Ausstattung und Ausmalung entfernt.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptportal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über dem Spitzbogen des neugotischen Hauptportales steht das Bildnis der Gottesmutter Maria als Porta Caeli (Himmelspforte). Die Skulpturengruppe im Tympanon schuf der Bildhauer Hans Baur.

Seitenportale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den beiden neugotischen Seitenportalen des Münsters stehen die beiden Patrone der Pfarrkirche die Heiligen Petrus und Paulus.

Fenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchenfenster wurden 1950 von Professor Albert Burkart entworfen und neu gestaltet. Die Grundidee der neuen Kirchenfenster ist die Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Testament. Die Grundidee der neuen Kirchenfenster ist: I. Im Chor der Kirche: Die Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Testament. In den zwei äußersten Fenstern des Chores: sechs Einzeldarstellungen aus dem Alten Testament. Linkes Fenster, unten: Schöpfung – die Erschaffung des Menschen. Mitte: Sündenfall im Paradies. Oben: Vertreibung aus dem Paradies. Rechts Fenster, unten: Opfer des Melchisedech. Mitte: Eherne Schlange mit Heilung der Kranken. Oben: Opfer Isaaks durch Abraham.

Mittlere drei Chorfenster (15): Darstellungen aus dem Neuen Testament. Linkes Fenster, unten: Mariä Verkündigung. Mitte: Verkündigung der Geburt Christi durch einen Engel an die Hirten. Oben: Huldigung der heiligen Drei Könige.

Mittelfenster über dem Tabernakel: Unten: Heiliges Abendmahl. Mitte: Kreuzopfer Christi. Oben: Auferstehung Christi. Rechtes Fenster, unten: Der Auferstandene überträgt Petrus das oberste Hirtenamt. Mitte: Himmelfahrt Christi. Oben: Sendung des heiligen Geistes – Maria mit den Jüngern.

Seitenkapellen (5 u. 6): Hl. Mutter Anna, betend mit und für ihr Kind Maria. Hl. Joseph als Handwerker, arbeitend mit dem Jesusknaben.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche besitzt zwei bedeutende Orgelwerke. Als Chororgel dient ein im Jahr 1976 von der Fa. Rieger gebautes Instrument mit 48 Registern.

Auf der Hauptempore befindet sich noch die große 67-registrige historische Schwarzorgel in stillgelegtem, jedoch völlig originalem Zustand. Einst war dies die größte katholische Kirchenorgel in Baden. Dieses Instrument steht unter Denkmalschutz. Zur Sicherung dieses Kulturgutes hat sich im Jahr 2008 ein örtlicher Förderverein gegründet.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Münsterturm hängen fünf Glocken. Diese neuen Glocken stammen aus dem Jahr 1950, sie wurden von der Firma Schilling in Heidelberg gegossen. Sie wurden am 26. März 1950 geweiht und in den Glockenturm gehängt.[2]

Nr. Name Nominal Gewicht
1 St Petrus b0 3200 kg
2 St. Paulus d1 1350 kg
3 St. Joseph f1 850 kg
4 Ave Maria g1 600 kg
5 Schutzengel b1 350 kg

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Clemens Kieser, Karlfriedrich Ohr, Wolfgang Stopfel, Martin Walter: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden. Konrad-Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5, S. 131 f.
  2. Bühl / Baden, Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, 1877–1977 (Beiträge von: Helmut Braun, Hermann Brommer, Wolfgang Gaber, Martin Ross, August Meier, Karl Schleh). Schnell & Steiner, Regensburg 1977.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: St. Peter und Paul (Bühl) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 42′ N, 8° 8′ O