Stadion Schützenwiese

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Stadion Schützenwiese
Blick von Süden (Gästesektor, August 2007)
Blick von Süden (Gästesektor, August 2007)
Daten
Ort Rennweg 5
SchweizSchweiz 8400 Winterthur, Kanton Zürich, Schweiz
Koordinaten 696346 / 261900Koordinaten: 47° 30′ 2,9″ N, 8° 43′ 2,6″ O; CH1903: 696346 / 261900
Eigentümer Stadt Winterthur
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 9'400 Plätze (offiziell)
14'987 Plätze (maximal)
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)

Das Stadion Schützenwiese ist ein Fussballstadion in der Schweizer Stadt Winterthur im Kanton Zürich. Der Fussballclub FC Winterthur trägt hier seine Heimspiele austrägt. Das maximale Fassungsvermögen beträgt 14'987 Zuschauer. Die offizielle Kapazität beträgt 9'400 Besucher, davon sind ca. 1'100 überdachte Sitzplätze, 800 unüberdachte Sitzplätze, 3'600 überdachte sowie 4'100 unüberdachte Stehplätze. Weiter beherbergt das Stadion unter der Tribüne das Trainingslokal des Judo & Ju Jitsu Club Winterthur. Das Stadion ist im Besitz der Stadt Winterthur. Der Belag besteht aus Naturrasen mit den Abmessungen 105 × 68 Meter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh, um ca. 1900, spielte der FC Winterthur auf der Schützenwiese, die damals noch Kronenwiese hiess. Ab 1911 wurde der Platz vom Verein gepachtet. Während des Ersten Weltkrieges von 1917 bis 1919 konnte eine Umwandlung des Feldes in einen Acker durch die Mitglieder des Vereins knapp verhindert werden, indem man ein fussballplatzgrosses Feld in Wiesendangen bewirtschaftete.

1922 wurde eine kleine Holztribüne mit 550 Sitzplätzen erstellt, die Finanzierung wurde durch eine Tribünengenossenschaft sichergestellt, die 1935 aufgelöst wurde und dem FCW die Tribüne nahezu schuldenfrei überliess. 1936 wurde das Spielfeld neu planiert und als Gegengerade ein Erdwall aufgeschüttet.

1957 brachte die Genossenschaft Sportplatz Schützenwiese (GSS) das Geld für den Bau der aktuellen Tribüne auf. Das Stadion wurde danach für die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte um Stehplatztribünen erweitert, womit die maximale Kapazität von 14'987 Plätzen erreicht wurde. Der Stadionrekord wurde an einem Feldhandball-Länderspiel zwischen der Schweiz und Deutschland aufgestellt. Offiziell waren damals 23'000 Zuschauer zugegen. In den 1980er Jahren konnte die GSS das Geld für eine Renovierung nicht mehr aufbringen, weshalb das Stadion in den Besitz der Stadt Winterthur überging, welche sich fortan für den Unterhalt verantwortlich zeigte. Bis 2004 wurde das Stadion selber aber von der GSS verwaltet. Diese Aufgabe obliegt seit 1. Januar 2005 ebenfalls der Stadt Winterthur.

Am 17. Dezember 2010 wurden von der Stadt Winterthur und dem Verein FC Winterthur die Pläne für den Aus- bzw. Umbau des Stadions vorgestellt. Das Konzept des Bieler Architekturbüros (Sollberger Bögli Architekten AG), welches aus einem Architekturwettbewerb als Sieger aus 30 Vorschlägen hervorging, sieht einen etappenweisen Umbau der Schützenwiese zu einem Super League tauglichen Stadion mit 10'000 überdachten Plätzen vor (ca. 2/3 Sitzplätze).

In der ersten Ausbaustufe wurden bis Ende August 2013 zunächst grundlegende Maßnahmen ergriffen, um die Anforderung für die Swiss Football League zu erfüllen. Dies betraf die Stadionbeleuchtung, Bauten für die Sicherheit des Spielbetriebs, sowie fest installierte Sanitäranlagen und Verpflegungsstände.[1] 2015 ersetzt die neu erstellte Gegentribüne nicht überdachte Stehplätze im Südosten der Rasenfläche.[2] Offiziell wurde die neue Tribüne am 2. März 2015 beim Meisterschaftsspiel gegen den FC Schaffhausen eingeweiht und in Betrieb genommen.[1] Sie bietet 3'600 überdachte Stehplätze, welche später durch überdachte Sitzplätze ersetzt werden können. Die Neigung der Tribüne beträgt 35 ° und erlaubt so einen guten Blick auf das direkt vor ihr liegende Spielfeld. Die bestehenden Stehplätze hinter den Toren, die Bier- und Sirupkurve sowie der Gastsektor, blieben dabei weitestgehend erhalten. Die Sirupkurve findet sich außer im Stadion Schützenwiese in keinem anderen Stadion in der Schweiz. Die 2005 eingerichtete Fanzone mit eigener Sitzplatztribüne und gratis Sirup ist besonders geeignet für Kinder. Außerdem steht im Winterthurer Fansektor der Salon Erika, eine Kunstgalerie, ebenfalls einmalig in einem europäischen Fussballstadion.[2]

Der geplante Kostenrahmen von weniger als 10 Mio. CHF wurde eingehalten. Die Stadt Winterthur trug mit etwas mehr als 8 Mio. Franken den Großteil der Kosten, eine Mio. steuerte der Verein mit seinen Unterstützern bei. Vom kantonalen Sportfonds konnten 920'000 Franken gewonnen werden. Die Sanierung der Haupttribüne wurde aus Kostengründen zunächst für 3 bis 5 Jahre zurückgestellt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Brunner (Hrsg.): 50 Jahre Fussball-Club Winterthur 1896–1946. Jubiläumsschrift. Winterthur 1946, S. 106–115.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Sportplatz Schützenwiese. In: Winterthur Glossar. Abgerufen am 11. September 2016.
  2. a b Neubau 2015 Stehplatztribüne Schützenwiese. Amt für Städtebau Winterthur, abgerufen am 11. September 2016.