Staubblatt

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Staubbeutel ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Staubbeutel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Schematische Darstellung einer Blüte mit perigyner Blütenhülle (= „mittelständiger“ Fruchtknoten):
1. Kelchförmiger Blütenboden (Receptaculum) der den Blütenbecher oder Hypanthium bildet
2. Kelchblätter (Sepalen)
3. Kronblätter (Petalen)
4. Staubblätter (Stamina)
5. Stempel (Pistill)
Nahaufnahme des Staubbeutels (rechts) einer Tulpe

Das Staubblatt, Staubgefäß oder Stamen (lat., Mehrzahl Stamina) ist das Pollen-erzeugende Organ in der Blüte der Bedecktsamer. Es besteht aus dem Staubfaden (Filament) und dem Staubbeutel (Anthere). Die Gesamtheit aller Staubblätter einer Blüte ist das Androeceum. Staubblätter liegen in zwittrigen Blüten immer zwischen Blütenhülle und Gynoeceum. Es können in einer Blüte bis ca. 2000 Staubblätter vorhanden sein.

Es wird als Blattorgan angesehen und ist den Mikrosporophyllen heterosporer Farne homolog.

Form und Anzahl der Staubblätter einer Blüte variieren bei unterschiedlichen Taxa.

Staubblatt einer Erdbeere. Unten der Staubfaden, oben die Anthere mit zwei Theken.
Schematische Darstellung einer zweithekigen Anthere mit einem Tetrasporangium:
1. Staubfaden
2. Theka
3. Konnektiv
4. Pollensack
Schematische Darstellung einer Anthere (Detail):
1. Leitbündel
2. Epidermis
3. Faserschicht
4. Tapetum
5. Pollen

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staubblatt, Stamen ist das lateinische Wort für Kettfaden, Faden.[1]
  • Staubfaden, Filament leitet sich vom lateinischen filum für Faden ab.[1]
  • Anthere entstammt dem französischen anthère aus dem lateinischen anthera für medizinaler Blütenextrakt vom altgriechischen ἀνθηρά anthira, weiblich von ἀνθηρός antheros blühen von ἄνθος anthos Blume.[2][3][4][5]
  • Theka leitet sich von lateinischen theca ab, aus dem altgriechichen θήκη theke Hülle, Kiste, Behälter von τίθημι ‎tithemi legen, setzen, platzieren.
  • Androeceum entstammt dem altgriechischen ἀνήρ aner Mann, Ehemann und οἶκος oikos Haus, Wohnung oder Zimmer, Kammer, Raum.[2]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filament und Anthere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der untere Teil, mit dem das Staubblatt am Blütenboden befestigt ist, ist der Staubfaden, Stiel (das Filament). Er ist oft schmal und fadenförmig. Die Länge und Form ist sehr unterschiedlich, er kann aber auch ganz fehlen.

Der obere Teil ist eine sackartige Struktur, der Staubbeutel (die Anthere). Man kann grundsätzlich die Position der Antheren in terminal oder subterminal einteilen. Es gibt mehrere Arten, wie die Anthere am Staubfaden ansetzen kann:

  • Der häufigste und auch ursprüngliche Fall ist jener, bei dem sich der Staubfaden unmittelbar in der Anthere fortsetzt; basifixe (auch innate) Anthere.
    • Wenn die Antherenfächer, das Konnektiv mit einer Basalgrube röhrig, scheidig übergestülpt über die Spitze des Filaments verwachsen sind, nennt man dies pseudobasifix oder c(z)entrifix, bei einer kurzen Scheide subc(z)entrifix.[6]
  • Läuft das Filament über die ganze Länge, in der Mitte der Anthere, ins Konnektiv übergehend, die Theken sind dem Filament anliegend und angewachsen, dann nennt man dies adnat. Wenn es nicht ganz über die ganze Länge geschieht nennt man dies semiadnat.
  • In manchen Fällen verlängert sich die Anthere im Laufe der Entwicklung an der Basis nach unten über den Ansatz des Staubfadens hinaus, es entstehen schildförmige (peltate) Antheren. Im Gegensatz zu den nicht-schildförmigen (im-, epeltate), basi-, subbasifixen und ad-, semiadnaten.
    • Sind die Theken nach innen gewandt (introrse), geschieht dies auf der Dorsalseite (Rückseite) des Staubfadens, also auf der Seite des Blütenzentrums oder auf der dem Gynoeceum abgewandten Seite (abaxial) des Konnektivs, dann entsteht eine dorsifixe (epipeltate) Anthere.
    • Sind die Theken nach außen gewandt (extrorse), geschieht dies auf der Ventralseite (Vorderseite) des Staubfadens, also auf der Seite der Blütenblätter oder auf der dem Gynoeceum zugewandten Seite (adaxial) des Konnektivs, dann entsteht eine ventrifixe (hypopeltate) Anthere.
    • Wenn das Filament bei den schildförmigen, dorsifixen und ventrifixen Antheren etwa in der Mitte ansetzt, wird das auch als medifix bezeichnet, es kann auch oben an der Anthere ansetzen apicifix, es entstehen dann hängende, hakenförmige Antheren.[7] Ein nahe der Basis ansetzendes Filament bezeichnet man als subbasifix.
  • Die Antheren können (frei) beweglich sein; versatil (Schaukelantheren), sie sind dann nur an einem Punkt angeheftet.

Dorsi- und ventrifixe Antheren sind oft als bewegliche „Schaukelantheren“ ausgebildet. Dies sind besondere Anpassungen an Bestäuber, die nicht auf der Blüte landen und daher die Antheren nur streifen, etwa Schmetterlinge und Fledermäuse.

Sind die Staubfäden allerdings flach (laminar), zungen- (ligulate), blattförmig (petalantherous) dann sind die Antheren oft fazial, in-, extrorse (ad-, abaxial) und terminal oder subterminal angeordnet. Der Begriff „Konnektiv“ sollte hier oder bei athekalen, filamentlosen Antheren nicht verwendet werden weil das Gewebe hier größer und nicht auf die konnektive Aufgabe beschränkt ist, obwohl es keinen Gewebunterschied gibt.

Bestandteile der Anthere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anthere selbst besteht aus einem (sterilen) Teil, Gewebe (dem Konnektiv), zwischen den Mikrosporangien (loculi). Das Konnektivgewebe zwischen den Pollensäcken wird als Septum bezeichnet.

Meistens wird der Begriff „Konnektiv“ allerdings für das verbindende Mittelteil (Mittelband, Zwischenglied) zwischen gegenüberliegenden, seitlichen (lateralen) „Theken“ (Einzahl Theka, auch Theca) ohne Leitbündel verwendet.

Es sind meistens zwei Theken vorhanden (zweifächerig, -thekisch, bi-, dithez(c)isch, -thek(c)al(t), -thecous), es kann aber auch nur eine Theke ohne Konnektiv vorhanden sein (einfächerig, ein-, monothekisch, -thez(c)isch, -thek(c)al(t), -thecous). Ganz selten sind drei Theken vorhanden (trithezisch); Malvaceae, Megatritheca und Ayenia. Möglich ist auch eine athekale Anthere (ohne Theke) ohne Filament.[8][9]

Jede Theka besteht aus ein oder zwei bis mehreren Pollensäcken (uni-, bi-, poly-, multi-, plurilocular), daraus resultieren verschiedene Anordnungen des Synangiums (Mono-, Bi-, Tri- oder Tetrasporangium). Eine spezielle Form ist das Poly-, Multisporangium (polylocular) welches thekal oder athekal gebildet werden kann. Jeder Pollensack entspricht dabei einem Mikrosporangium. In den Pollensäcken wird normalerweise der Pollen (Mikrosporen) gebildet, es gibt aber auch sterile.

Zweithekige Anthere Einthekige Anthere
Zweithekige Anthere
Einthekige Anthere

Die Pollensäcke sind meistens in einer für die jeweilige Sippe charakteristischen Art angeordnet:[10]

  • bei introrsen (adaxial), innenwendigen, einwärtsgekehrten Antheren, sind die beiden zum Blütenmittelpunkt zeigenden Pollensäcke einander genähert.
  • bei extrorsen (abaxial), außenwendigen, auswärtsgekehrten Antheren, sind die beiden zur Blütenaußenseite zeigenden Pollensäcke einander genähert.
  • bei lat(e)rorsen (marginal, lateral), seitwendigen, seitlichgekehrten Antheren, sind die innen und außen liegenden Pollensäcke gleich weit voneinander entfernt. Diese Antheren haben daher zwei Symmetrieebenen, während die beiden ersten Fälle nur eine Symmetrieebene besitzen.

Es sind jedoch auch noch andere spezielle Anordnungen möglich.

Aufbau der Antherenwand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Antherenwand besteht aus vier Schichten. Die Epidermis ist die äußere Schicht. Darauf folgt die subepidermale Faserschicht (Endothecium), die für die Öffnung der Antheren sorgt. Als drittes folgt eine vergängliche Zwischenschicht „Schwundschicht“. Die innere Schicht, das Tapetum umgibt das Achespor und verfügt über plasmareiche Zellen das als Nährgewebe für die Meiosporen (Gonosporen) dient. Diese versorgen zum einen die Pollenmutterzellen mit den nötigen Nährstoffen und sondern zum anderen Sporopollenin (Pollenkitt) ab und tragen so zur Bildung der Pollenkornwand (Sporoderm) bei; (Sekretionstapetum) (Plasmodialtapetum).

Okra-Blüte mit gynandrisch, zu einer Columna verwachsenen Staubblättern
Schnitt durch eine reale Blüte des Blauen Eisenhuts (Aconitum napellus). Die Nektarblätter sind im helmförmigen Kronblatt untergebracht. Zugänglich ist der Nektar nur für langrüsselige Hummelarten.
Staubblätter einer Lilie
Blattförmiges, laminares Staubblatt mit zwei Schwänzchen vom Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum)

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Reife öffnet sich die Anthere (meist in Längsrichtung) durch einen Kohäsionsmechanismus (unterschiedliche Spannungsverhältnisse beim Austrocknen der Faserschicht und der Epidermis). Trockenes Wetter begünstigt also das Freisetzen der Pollen. Der Pollen wird schließlich durch Wind, Insekten etc. auf die Narbe zur Bestäubung übertragen.

Modifikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staminodien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Staminodium (Plural Staminodien) ist ein durch evolutionäre Reduktion unfruchtbar gewordenes, also steriles oder verkümmertes Staubblatt. Das Staminodium ist also eine Art rudimentäres Organ der Blüte. Bei weiterer Reduktion kann das Staubblatt auch komplett fehlen. So kann man am Beispiel der Rachenblütler (Scrophulariaceae) eine Regressionsreihe aufstellen, die auch in gängigen Lehrbüchern zu finden ist (die beiden letztgenannten Gattungen werden allerdings nach neuen molekularbiologischen Untersuchungen inzwischen zu den Wegerichgewächsen gezählt):

Es gibt auch Pseudostaminodien, dies sind Anhängsel zwischen den Filamenten die wie Staminodien erscheinen.[7]

Unter der Adynamandrie, At-, Autatrygie, versteht man die Funktionsunfähigkeit der männlichen Geschlechtsorgane einer Blüte oder die Unfruchtbarkeit mit eigenem Pollen.[11][12]

Nektarblätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nektar- oder Honigblätter sind Staub- oder Kronblätter, die zur Produktion von Nektar umgebildet wurden und dienen zum Anlocken von Insekten. Sie befinden sich am Grunde der Blütenblätter und haben eine mehr oder weniger tütenförmige Gestalt. Nektarblätter sind typisch für Hahnenfußgewächse. Bei der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) sind sie wie bei einer Blume ausgebildet und geben den Blütenblättern einen fettigen Glanz. An der Basis der Blütenkronblätter, die dann als Honigblätter bezeichnet werden, liegt hier die sogenannte Nektargrube mit der Nektardrüse. Manchmal sind die Honigblätter aber auch nur klein und unscheinbar zwischen Kron- oder Staubblättern versteckt wie bei der Trollblume. Auch sind sie unscheinbar, also ohne Schaufunktion, bei der Nieswurz und dem Eisenhut. Bei Akelei und Feldrittersporn sind die Nektarblätter gespornt und dienen zwischen den eigentlichen Blütenblättern sitzend auch als Schauapparat. Bei Adonis ist die Nektarproduktion sekundär reduziert.

Weitere Modifikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig treten Modifikationen von Staubblättern und Staminodien auf, die auf einen speziellen Bestäubungsmechanismus hindeuten. So bilden bei vielen Arten der Lippenblüter-Gattung Salvia (Salbei) und bei der Art Hemigenia eutaxioides zwei der vier Staubblätter ein Gelenk aus. Dieses dient der genaueren Platzierung des Pollens auf den Körper des Bestäubers.

Bei den Ingwergewächsen existiert nur ein funktionales Staubblatt, während umgebildete Staminodien die Funktion von Blütenblättern übernehmen.

An den Staubblättern können sich blattartige Anhängsel bilden. Diese sind oft lebhaft gefärbt und können eine Blumenkrone vortäuschen. Solche Blütenumbildungen sind typisch für die Familie der Laichkrautgewächse.[13]

Bei der Heterostylie, einer Blütenanpassung um die Selbstbestäubung zu erschweren oder zu verhindern, kommen unterschiedlich lange Staubblätter auf den verschiedenen Blüten einer Pflanze vor.

Die Filamente der Staubblätter können auch auffallend gefärbt sein und übernehmen so eine Schaufunktion für den Bestäuber. Beispiele sind Calliandra, Mimosen (Fabaceae) und Callistemon (Myrtaceae).

Anordnung/Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staubblätter können verschieden angeordnet sein:

  • hervorgestreckt, herausragend, über die Blütenhülle hinausgehend (exserted, phanerantherous)
  • eingeschlossen, nicht über die Blütenhülle hinausgehend (included, inserted, cryptantherous)
  • Anzahl:
    • Definierte Anzahl (definite): anandrisch, unmännlich, entmannt (anandrous, astemonous); keine Staubblätter, monandrisch, einmännig (monandrous); ein Staubblatt, diandrisch, zweimännig (diandrous); zwei Staubblätter, tri-, tetra-, ...dekandrisch, zehnmännig (decandrous); zehn Staubblätter
    • Undefinierte Anzahl (undefinite, numerous): poly-, multiandrisch, vielmännig (poly-, multiandrous); viele Staubblätter, oligandrisch, fast weiblich (oligandrous); wenige Staubblätter

Filament/Staubfaden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staubfäden tragend, vorhanden (filamentous)
  • Staubfäden sehr kurz (subsessile)
  • Staubfäden fehlend, filamentlos (absent, afilamentous, sessile)
  • einseitig, asymmetrisch angeordnet (unilateral)
  • genähert, nahe beieinander (approxymate)
  • Position im Bezug zum Gynoeceum; über dem Fruchtknoten (epigyn), mittig (perigyn), unter (hypogyn)
  • frei, unverschmolzen; auch verschieden (distinct, separate, filantherous) (apostemonous) (Normalfall)
  • ungleich lang (heterostemonous)
  • gleich lang (homo-, isostemonous)
  • ungleichförmig, dimorph (dimorphic)
  • unverzweigt; die Staubfäden sind nicht verzweigt (Normalfall)
  • verzweigt (divergent, branched, ramified, ramose); die Staubfäden sind verzweigt
  • gerade, aufrecht (linear, erect)
  • fadenförmig (filiform)
  • flach (laminar)
  • zungenförmig (lingulate)
  • blattförmig, -artig, blumenblattartig (petalantherous, pentaloid, laminar)
  • gewunden, geschlängelt (flexuous, tortuous, torsive)
  • verdreht (contorted, twisted)
  • blasenförmig (bulbous, inflated)
  • zweiseitig, bifazial (bifacial)
  • zweilippig (bilabiate)
  • gebogen, gebeugt, dekliniert, flektiert (ex-, incurved, inflexed) (declinate, re-, deflexed); nach aussen, innen gekrümmt
  • sporen-, spornentragend (spurred); die Staubfäden haben Sporen (Anhängsel)
  • gezahnt (dentate)
  • zugespitzt (acuminate)
  • bespitzt (apiculate)
  • geschwänzt (caudate)
  • zweispitzig; primäre und sekundäre Filamentspitze
  • gespalten (split, partite)
  • gefiedert (pinnate)
  • mit nebenblattähnlichen Anhängseln (bracteolate)
  • behaart (pubescent)
  • gefedert (plumose)
  • unbehaart, nackt (glabrous)

Die Filamente und/oder Antheren können verschmolzen, gebüschelt sein (Synandrie, seriale Verwachsung, Kohäsion, Adhäsion), als Staubfadenbündel; adelphisch (adelphous, phalange, phalanx), (confluent, adnate, adherent, coalescent, connate, connation, coherent):

  • gebündelt, gebüschelt (fascicle, fasciculate); einzelne, freie Staubblätter, bündelig angeordnet
  • monadelphisch, einbrüderig (monadelphous); einteilig verwachsen
  • diadelphisch (diadelphous); die Filamente vereint in zwei Teilen, zweiteilig
  • tridelphisch (triadelphous); die Filamente vereint in drei Teilen, dreiteilig ...pentadelphisch (pentadelphous)...; die Filamente vereint in fünf Teilen, fünfteilig...
  • polydelphisch (polyadelphous); die Filamente vereint in mehreren Bündeln (mehr als drei)
  • synandrium (synandrous); die Filamente und Antheren sind verschmolzen
  • synantherisch (synantherous, syngenesious); nur die Antheren sind verschmolzen
  • gynandrisch (gynandrous, gynosteminal); Staubfäden zu einer den Griffel umgebenden Röhre (Columna) verwachsen
  • Gynostegium, Narbensäulchen; Verwachsen oder Verkleben der Staubblätter mit dem Stempel
    • innere Nebenkrone, staminale Nebenkrone, (staminal corona); apikaler Fortsatz
    • äußere Nebenkrone, interstaminale Nebenkrone (interstaminal corona); dorsaler Fortsatz

Spezielle Anordnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • epipetal (epipetalous, petalostemonous): angewachsen an die Blüten-, Kronblätter
  • episepal (episepalous, sepalostemonous); angewachsen auf oder an den Kelchblättern
  • epiphil, -tepal (epiphyllous, epitepalous, tepalostemonous): angewachsen an die Blütenhülle, Tepalen
  • spiralig (spiral); primäre Polyandrie
  • wirtelig (whorled); uni-, bi-, polyseriat
    • haplostemon (haplo-, isostemonous): in einem einzigen Staubblattkreis, Wirtel alternierend zu den Kronblättern und in gleicher Anzahl angeordnet.
    • obhaplostemon (obhaplo-, isostemonous): in einem einzigen Staubblattkreis, Wirtel gegenüber den Kronblättern und in gleicher Anzahl angeordnet.
    • diplostemon (diplostemonous): zwei Staubblattkreise, -wirteln, von denen die äußeren Staubblätter über/vor den Kelchblättern (episepal), die inneren über/vor den Kronblättern stehen (epipetal). Mit doppelt so vielen Staubblättern wie Blütenblätter.
    • obdiplostemon (obdiplostemonous): mit doppelten, umgekehrten Staubblattkreisen, -wirteln, von denen die äußeren Staubblätter über/vor den Kronblättern (epipetal), die inneren über/vor den Kelchblättern stehen (episepal). Mit doppelt so vielen Staubblättern wie Blütenblätter.
    • polystemon (polystemanous); mehr als zwei Staubblattkreise, -wirtel; polyseriat
  • in Mustern oder ungeordnet
  • Vervielfältigung, Spaltung; sekundäre Polynadrie (dédoublement, dedublication, chorisis) zentrifugal, -petal
  • epi-, anti(e)sepal (epi-, anti-, antesepalous, alternipetalous); gegenüber den Kelchblättern, alternierend mit den Kronblättern
  • epi-, anti(e)petal (epi-, anti-, antepetalous, alternisepalous); gegenüber den Kronblättern, alternierend mit den Kelchblättern
  • alterniphil, -tepal (alterniphyllous, alternitepalous); alternierend mit den Tepalen
  • antiphil, -tepal (antiphyllous, antitepalous); gegenüber den Tepalen
  • Petalodie; die Umwandlung von Staubgefäßanlagen in Kronblätter. Durch diesen Vorgang entstehen die gefüllten Blüten
  • androphor, säulentürmig; ein Stiel oder eine Säule, welche die Staubfäden stützt, Staubblätter an einer als Staubblattträger geformten, leicht angehobenen, Blütenachse befestigt.
  • androgynophor; stielartige Verlängerung der Blütenachse, die den Stempel und die Staubblätter trägt
  • staminophor (staminal ring); ein Gewebeband um die Spitze des Hypanthiums in einer Eukalyptusblume in welchem die Staubblätter sitzen.

Spezielle Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • zweipaarig (didymous); zwei gleich Paare
  • Dynamie (dynamy); Mächtigkeit, gestaltliche Verschiedenheit der oberen und unteren Staubblätter
    • Didynamie, didynam(isch) (zweimächtig) (didynamy, didynamous); zwei Paare, ein langes und ein kurzes
    • tridynam(isch), (dreimächtig) (tridynamous); drei lange und drei kurze
    • tetradynam(isch) (viermächtig) (tetradynamous); vier lange und zwei kurze
    • pentadynam(isch) (fünfmächtig) (pentadynamous); fünf lange und fünf kurze
    • heterodynam(isch) (heterodynamous); mit verschiedenen Längen (in einem Wirtel)
    • homo-, isodynam(isch) (homo-, isodynamous); mit gleichen Längen (in einem Wirtel)

Form des Konnektivs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konnektiv kann verschieden ausgeformt sein

  • verzweigt, zweiteilig, geschieden (divergent)
  • diskret, sehr klein oder fehlend (discrete)
  • auseinandergehend, verästelt (branched, divaricate)
  • auseinandergezogen, in Hufeisenform (distractile, elongated); ein Staubbeutel steril, einer fruchtbar
  • verlängert (über die Anthere hinaus) und (gefiedert) (appendicular)

Antherenform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Form der Antherne kann rundlich, linear, länglich, gebogen, nierenförmig (reniform), pfeilförmig (sagittate), gewunden (sinuous), mit Anhängseln (appendi­culate, with process), mit einer Kapuze (hooded), behaart, nackt, Grannen tragend (aristate), gelappt (lobed), blättchenartig (laminar), X-, H-, S-förmig etc. sein. Die Theken können auch an der Spitze oder an der Basis ineinander verlaufend oder verwachsen sein (confluent, adnate)

Im Querschnitt können die Antheren verschiedene Formen haben; elliptisch (oval), eiförmig (ovoid), bogenförmig, konvex oder konkav zur Blütenachse (arcuate), rechteckig (rectangular), trapezförmig (trapezoidal).

Die Antheren können nur wenige Zehntelmillimeter bis mehrere Zentimeter lang sein.

Bei Vorhandensein von zwei verschiedenen Antherentypen spricht man von Heter(o)antherie, sind alle gleiförmig nennt man dies Hom(o)antherie.

Öffnung der Staubbeutel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Öffnung (Dehiszenz), (Aufplatzen, Aufspringen) (Stomium) der Staubbeutel kann auf verschieden Weise geschehen:

  • längs, längs verlaufend (longitudinal): (ein oder zwei) lange Schlitze erscheinen in Längsrichtung der Antheren
    • seitwärts, seitlich (lat(e)rorse, lateral): seitliche Schlitze
    • einwärts, nach innen aufspringend (introrse): Schlitze nach innen, zur Blütenmitte
    • auswärts, nach außen aufspringend (extrorse): Schlitze nach außen, zu den Kronblättern
  • quer hindurchlaufend (transverse): mit mittigen Rissen in den Antheren, quer zur Längsachse
  • valvulär, klappenförmig (valvular): Die Antherenwand bricht, wird angehoben wie bei Ventilklappen um die Pollenkörner freizulegen
  • porös, porizid (porous, poricidal): mit Poren an der Spitze oder Basis der Antheren
  • irregulär (irregular): die Antherenwand bricht irregulär (zusammenziehen und herausquetschen)

Die Bezeichnungen introrse, extrorse, latrorse sind nicht in jedem Fall geeignet um die Richtung der Pollenfreisetzung zur Blütenachse zu beschreiben. Denn je nach Antherenquerschnitt und Biegung des Staubfadens können sich die Pollensäcken in zwei verschiedenen Richtungen öffnen. In horizontal orientierten Blüten oder bei poriziden Antheren können sich die Pollensäcke auch nach oben oder nach unten öffnen (basal, apical, up-, downwards).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staubblätter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b C. T. Lewis & C. Short: A Latin Dictionary. Clarendon Press, Oxford 1879, online bei Perseus Project, abgerufen am 9. September 2017.
  2. a b H. G. Liddell & R. Scott: A Greek-English Lexicon. revised and augmented throughout by Sir Henry Stuart Jones. Ninth Edition, Clarendon Press, Oxford 1940, 1996, ISBN 978-0-19-864226-8 (Reprint), online bei Perseus Project, abgerufen am 9. September 2017.
  3. E. Klein: A comprehensive etymological dictionary of the English language. 6. Auflage, One Vol. Edition, Elsevier, Amsterdam 1971, ISBN 978-0-444-40930-0.
  4. F. J. Siebenhaar: Terminologisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften. Zweite Auflage, Arnoldische Buchhandlung, Leipzig 1850, S. 43, online auf hdl.handle.net, abgerufen am 9. September 2017.
  5. G. A. E. A. Saalfeld: Tensaurus Italograecus. Carl Gerold's Sohn, Wien 1884, S. 77, archive.org, Hansebooks, 2017, ISBN 978-3-7436-7150-8 (Reprint).
  6. Paula J. Rudall: Centrifixed anther attachment in monocotyledons. In: Kew Bulletin. 56(4): 2001, S. 965–973, doi:10.2307/4119308.
  7. a b H. J. Beentje (Hrsg.): Flora of Tropical East Africa. Balkema, 2003, ISBN 90-5809-411-1, S. 11, 51, 67, 110.
  8. Peter K. Endress: Diversity and evolutionary biology of tropical flowers. Cambridge Univ. Press, 1994, 1998, ISBN 0-521-42088-1, S. 39 ff.
  9. William G. D'Arcy, Richard C. Keating: S. 92 f.
  10. Peter Leins: Blüte und Frucht. Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion, Ökologie. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2000. ISBN 3-510-65194-4, S. 53.
  11. R. Rieger, A. Michaelis: Genetisches und cytogenetisches Wörterbuch. 2. Auflage, Springer, 1958, ISBN 978-3-642-53221-4, S. 4.
  12. Karl Linsbauer (Hrsg.): Handwörterbuch der Botanik. 2. Auflage, Engelmann, 1917, S. 68, 71, archive.org.
  13. Urania Pflanzenreich: Höhere Pflanzen. Band 2. Urania-Verlag, Leipzig / Jena / Berlin 1976, S. 336.