Stefan Keuter

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Stefan Keuter 2020 im Deutschen Bundestag

Stefan Keuter (* 19. August 1972 in Essen) ist ein deutscher Politiker (AfD), Bankkaufmann und Mitglied des 19. Deutschen Bundestages.

Nach dem Abitur am Essener Carl-Humann-Gymnasium machte Keuter eine Banklehre. Er war als leitender Angestellter und Geschäftsführer in verschiedenen Unternehmen tätig.[1]

2013 trat Keuter der AfD bei, er war Sprecher des Kreisverbands Essen bis Ende 2017 der Partei und stellvertretender Sprecher des Bezirksverbandes Düsseldorf. Dieses bekleidete er bis 2018, kandidierte nicht erneut unter Angabe der Konzentration auf die Ausübung des Bundestagsmandates.[1] 2017 kandidierte er im Wahlkreis Essen III für den Bundestag und erhielt 8,09 % der Erststimmen, womit er den fünften Platz der Einzelbewerber erreichte. Durch den Listenplatz 11 auf der nordrhein-westfälischen Landesliste der AfD gelang ihm der Einzug in den Bundestag.[2] Keuter ist Mitglied des Finanzausschusses und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er ist Obmann des 1. Unterausschusses.[3] Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses des Deutschen Bundestages.

WhatsApp-Affäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keuter verschickte im Oktober 2017 über WhatsApp mindestens sieben Bilder, die den Nationalsozialismus verherrlichen. Darunter sind neben Bildern von Adolf Hitler beim Hitlergruß auch Fotos gewesen, die bewaffnete Wehrmachtssoldaten mit Text-Untertiteln, die Gewalt gegen Asylbewerber verherrlichen, zeigen.[4] Der Bundestagsabgeordnete bestritt den Sachverhalt zunächst, bestätigte dann jedoch, die Fotos an einen inzwischen entlassenen Mitarbeiter verschickt zu haben, der für ihn „das politische Spektrum von links bis rechts beobachtet“ haben soll.[5] Der ehemalige Mitarbeiter hingegen bekräftigt, dass die Fotos in der Regel ohne Kommentar oder Arbeitsauftrag bei ihm angekommen seien.[6]

In der Verhandlung vor dem Wuppertaler Landgericht belastet ein weiteres AfD Mitglied Keuter. Der Zeuge geht davon aus, dass Keuter inhaltlich hinter den Aussagen der Bildchen stehe oder diese lustig finde. „Keuter habe im Büro auch immer mal wieder mit den Worten: ‚Heil Hitler‘ und der entsprechenden Handbewegung salutiert und dabei die Hacken zusammengeschlagen. Am Telefon habe Keuter sich ihm gegenüber öfter mit ‚Reichskanzlei Hitler‘ gemeldet [...]“[7]

Anzeige wegen Volksverhetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gedenkstätte Lindenstraße erstattete im November 2019 Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Keuter. Nach Darstellung der Gedenkstätte hat Keuter bei einem Besuch dort die Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus gerechtfertigt. Keuter bestreitet diese Vorwürfe, er habe nur kritisiert, der Schwerpunkt der Ausstellung läge nicht genügend auf den „Verbrechen in der DDR“ anstelle des Nationalsozialismus. Die Vorsitzende der Gedenkstätte sprach hingegen von einer „unerträgliche[n] Verharmlosung von NS-Verbrechen“, die Keuter bei dem Besuch begangen habe.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stefan Keuter – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stefan Keuter, AfD. bundestag.de, 24. September 2017, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  2. Bundestagswahl 2017: Gewählte auf Landeslisten der Parteien in Nordrhein-Westfalen. In: Bundeswahlleiter.de. 4. Juni 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  3. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 30. Juli 2020.
  4. AfD-Abgeordneter soll Hitler-Motive verschickt haben. In: faz.net. 30. Oktober 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
    AfD-Abgeordneter verschickte Hitler-Motive. In: welt.de. 30. Oktober 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  5. AfD-Abgeordneter: Keuter soll Nazi-Bilder verschickt haben. In: tagesschau.de. 30. Oktober 2018, abgerufen am 30. Oktober 2018.
  6. Gauland lässt Nazi-Bilder durchgehen, auf nrz.de
  7. AfD-Abgeordneter Stefan Keuter: "Heil Hitler" im Bundestag? 29. Mai 2019, abgerufen am 29. Mai 2019.
  8. AfD-Abgeordneter Keuter soll Euthanasie verharmlost haben. 21. November 2019, abgerufen am 29. November 2019.