Stig Förster

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Stig Förster (* 30. Juli 1951 in Berlin) ist ein deutscher Historiker, spezialisiert auf Militärgeschichte. Er ist emeritierter Professor für Neueste Allgemeine Geschichte an der Universität Bern.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Försters Vorfahren waren Militärs (sein Großvater war Berufsoffizier), was später nach eigenem Bekunden sein Interesse für Militärgeschichte mit weckte.[1] Er wurde 1951 in Berlin-Steglitz geboren und legte das Abitur am Comenius-Gymnasium Düsseldorf ab. Von 1972 an studierte er Geschichte und Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Nach dem ersten Staatsexamen (1978) war er – auf Vermittlung von Mommsen – Stipendiat am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz und Assistent von Karl Otmar Freiherr von Aretin[1], dem Direktor des IEG, an der Technischen Hochschule Darmstadt. Im Jahre 1982 wurde er bei Wolfgang J. Mommsen[2] an der Universität Düsseldorf mit der Dissertation Der doppelte Militarismus zum Dr. phil. promoviert; ausgezeichnet als die beste Dissertation des Jahres.

Er war von 1982 bis 1987 Research Fellow am Deutschen Historischen Institut in London. 1986 verbrachte er zu Forschungszwecken in Indien. Danach war er mit einem Stipendium der DFG in London. 1990 habilitierte er sich an der Universität Düsseldorf. Von 1989 bis 1992 war er Senior Research Fellow am Deutschen Historischen Institut Washington.

Von 1992 bis 1994 war er Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg. Von 1994 bis 2016 war er Professor für Neueste Allgemeine Geschichte an der Universität Bern. Zu seinen akademischen Schülern gehören u.a. Tanja Bührer, Markus Pöhlmann und Dierk Walter. Gemeinsam mit Jörg Nagler, Manfred Boemeke, Bernd Greiner und Roger Chickering organisierte er zwischen 1992 und 2001 die internationalen Konferenzen unter dem Namen The Age of Total War, 1861–1945 mit.[3]

Seit November 2002 ist er auch erster Vorsitzender des Arbeitskreises Militärgeschichte[4] sowie Mitglied im: Arbeitskreis Historische Friedensforschung, Arbeitskreis Deutsche England-Forschung, Arbeitskreis Aussereuropäische Geschichte und Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Er ist Beiratsmitglied beim Zentrum Moderner Orient in Berlin. Förster gehört dem (Advisory) Editorial Board der Zeitschriften German History und War in History an. Darüber hinaus ist er Mitherausgeber der Schriftenreihe Krieg in der Geschichte beim Verlag Ferdinand Schöningh. Försters Forschungsschwerpunkte sind:

Stig Förster ist verheiratet.

Schriften (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der doppelte Militarismus. Die deutsche Heeresrüstungspolitik zwischen Status-quo-Sicherung und Aggression 1890–1913 (= Veröffentlichungen des Instituts für europäische Geschichte Mainz. Bd. 118). Steiner, Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04310-1 (Dissertation, Universität Düsseldorf, 1982).
  • Die mächtigen Diener der East India Company. Ursachen und Hintergründe der britischen Expansionspolitik in Südasien 1793–1819 (= Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte. Bd. 54). Steiner, Stuttgart 1992, ISBN 3-515-05953-9 (Habilitationsschrift, Universität Düsseldorf, 1989).

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Wolfgang J. Mommsen, Ronald Robinson: Bismarck, Europe and Africa. The Berlin Africa Conference 1884–1885 and the onset of partition. Oxford University Press, Oxford 1988, ISBN 0-19-920500-0.
  • Moltke: Vom Kabinettskrieg zum Volkskrieg. Eine Werkauswahl. Bouvier, Bonn u.a. 1992, ISBN 3-416-80655-7.
  • mit Johannes Burkhardt, Josef Becker, Günther Kronenbitter: Lange und kurze Wege in den Ersten Weltkrieg. Vier Augsburger Beiträge zur Kriegsursachenforschung (= Schriften der Philosophischen Fakultäten der Universität Augsburg, Nr. 49). Vögel, München 1996, ISBN 3-89650-012-0.
  • mit Eva-Maria Auch: „Barbaren“ und „weiße Teufel“. Kulturkonflikte und Imperialismus in Asien vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Schöningh, Paderborn u.a. 1997, ISBN 3-506-70402-8.
  • mit Jörg Nagler On the Road to Total War: The American Civil War and the German Wars of Unification 1861–1871. Cambridge University Press, New York 1997, ISBN 0-521-56071-3.
  • mit Manfred F. Boemeke, Roger Chickering: Anticipating total war. The German and American experiences, 1871–1914. Cambridge University Press, Cambridge u.a. 1999, ISBN 0-521-62294-8.
  • mit Markus Pöhlmann, Dierk Walter: Schlachten der Weltgeschichte. Von Salamis bis Sinai. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-48097-7.
  • An der Schwelle zum totalen Krieg. Die militärische Debatte über den Krieg der Zukunft 1919–1939 (= Krieg in der Geschichte, Bd. 13). Schöningh, Paderborn u.a. 2002, ISBN 3-506-74482-8,
  • mit Roger Chickering: The Shadows of Total War. Europe, East Asia, and the United States, 1919–1939. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 978-0-521-81236-8.
  • mit Roger Chickering, Bernd Greiner: A World at Total War. Global Conflict and the Politics of Destruction, 1937–1945. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 978-0-511-08213-9.
  • mit Markus Pöhlmann, Dierk Walter: Kriegsherren der Weltgeschichte. 22 historische Portraits. C.H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54983-0.
  • mit Michael Epkenhans, Karen Hagemann: Militärische Erinnerungskultur. Soldaten im Spiegel von Biographien (= Krieg in der Geschichte, Bd. 29). Schöningh, Paderborn u.a. 2006, ISBN 978-3-506-75680-0.
  • mit Roger Chickering: Great War – Total War. Combat and Mobilization on the Western Front. Cambridge University Press, Cambridge 2006, ISBN 978-0-521-02637-6.
  • mit Christian Jansen, Günther Kronenbitter: Rückkehr der Condottieri? Krieg und Militär zwischen staatlichem Monopol und Privatisierung. Von der Antike bis zur Gegenwart (= Krieg in der Geschichte, Bd. 57). Schöningh, Paderborn u.a. 2010, ISBN 978-3-506-76754-7.
  • mit Roger Chickering: War in an Age of Revolution, 1775–1815. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-89996-3.
  • Vor dem Sprung ins Dunkle. Die militärische Debatte über den Krieg der Zukunft 1880–1914 (= Krieg in der Geschichte, Bd. 92). Ferdinand Schöningh, Paderborn 2016, ISBN 978-3-506-78266-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dierk Walter: Gott und der Historiker. Oder: »Schön war’s doch!«. Stig Förster als Wissenschaftler und Mensch. In: Flavio Eichmann, Markus Pöhlmann, Dierk Walter (Hrsg.): Globale Machtkonflikte und Kriege. Festschrift für Stig Förster zum 65. Geburtstag. Paderborn 2016, S. 16.
  2. Stig Förster: Der doppelte Militarismus, 1985, S. xi.
  3. Dierk Walter: Gott und der Historiker. Oder: »Schön war’s doch!«. Stig Förster als Wissenschaftler und Mensch. In: Flavio Eichmann, Markus Pöhlmann, Dierk Walter (Hrsg.): Globale Machtkonflikte und Kriege. Festschrift für Stig Förster zum 65. Geburtstag. Paderborn 2016, S. 23.
  4. Vorstand, Portal Militärgeschichte, abgerufen am 26. August 2014.