Striesener Friedhof

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Friedhofstor des Striesener Friedhofs

Der Striesener Friedhof ist eine Begräbnisstätte in Dresden. Als Gemeindefriedhof für den damaligen Dresdner Vorort Striesen auf freier Flur angelegt, ist er inzwischen von städtischer Bebauung umgeben und steht als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Striesener Friedhof befindet sich auf der Gottleubaer Straße in Dresden. Ursprünglich wurde er außerhalb der bebauten Flächen Striesens angelegt. Heute ist er teilweise von Wohnbauten, aber auch von Kleingartenanlagen umgeben. Auf dem Gelände des Friedhofs liegt eine Friedhofsgärtnerei. Unweit des Friedhofs befinden sich die ehemalige Zigarettenfabrik Jasmatzi, heute f6 Cigarettenfabrik Dresden, sowie das Pentacon-Gebäude.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Striesen gehörte zunächst zur Parochie der Dresdner Kreuzkirche.[2] Bestattungen fanden auf dem Trinitatisfriedhof statt. Im Dezember 1880 wurde Striesen aus der Parochie ausgepfarrt und damit selbstständig. Im folgenden Jahr begannen Verhandlungen, in Striesen einen eigenen Friedhof anzulegen. Nachdem das bereits in den 1870er-Jahren favorisierte Grundstück von Rhododendronzüchter Hermann Seidel erworben worden war (der heutige Hermann-Seidel-Park),[3] wurde der Friedhof im Bereich der heutigen Gottleubaer Straße nach Plänen des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel angelegt.[4] Der Striesener Friedhof wurde am 16. Juli 1883 eingeweiht, die erste Bestattung fand jedoch vermutlich erst vier Monate später statt.

Kapelle um 1905
Kapelle 2011

Die Friedhofskapelle stammt wie die Anlage selbst von Gotthilf Ludwig Möckel. Sie wurde bis 1883 im Stil der Neuromanik in Sandstein errichtet und hat über dem Portal ein Relief mit der Darstellung der Beweinung Christi. Es wird von den Darstellungen von Adam und Eva flankiert, am Rundbogen seitlich sind Gabriel und Michael zu sehen.[5] In der Kapelle, die einen hohen Turm mit einer 1892 geweihten Glocke hatte, fanden 14-täglich Gottesdienste statt. Möckel errichtete zudem eine Totenbettmeisterwohnung mit zugehörigen Anbauten.[6] Die Friedhofsanlage wurde aufgrund des raschen Bevölkerungswachstums Striesens erstmals um 1900 erweitert. In den 1930er-Jahren mussten zudem Verwaltungsgebäude und Leichenhalle ausgebaut werden.[7]

Am 13. Februar 1945 wurden Teile des Friedhofs, darunter die Friedhofsbauten, bei der Bombardierung Dresdens zerstört. Die Friedhofsverwaltung arbeitete zunächst in Provisorien weiter und zog 1949 in die wiedererrichtete Aufbahrungshalle. Der Wiederaufbau der Friedhofskapelle begann 1952 und war 1956 beendet. Dabei wurde auf die Wiederherstellung des Turms verzichtet. Die Kapelle erhielt stattdessen eine 2,5 Meter hohe Glockenstube, die vom Architekten Burckhardt entworfen worden war.[7] Seit 1962 wird der Kapelleneingang von Statuen der vier Evangelisten Johannes, Lukas, Markus und Matthäus flankiert, die möglicherweise von Rudolph Hölbe stammen. Sie gehörten zur Dresdner Erlöserkirche, deren Ruine bis 1962 abgetragen wurde. Weitere Friedhofsgebäude wurden bis in die 1960er-Jahre wiedererrichtet.

Der Striesener Friedhof wurde in den 1950er-Jahren letztmals erweitert und hat eine Größe von 5,95 Hektar. Neben Erdbestattungen erfolgen auch Urnenbestattungen. Die Rechtsträger des Friedhofs sind die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz und die Evangelisch-Lutherische Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Helmar und Max Helas
Grab von Hermann Seidel

Auf dem Striesener Friedhof wurden einige bekannte Persönlichkeiten beigesetzt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Friedhofswegweiser Dresden. Mammut Verlag, Leipzig 2011, S. 166–169.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Striesener Friedhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Themenstadtplan Dresden, Adresse Gottleubaer Straße 2
  2. Ch. F. D. Boëß: Dresden-Striesen. In: Neue Sächsische Kirchengalerie. Die Ephorie Dresden 1. Verlag Arwed Strauch, Leipzig 1906, Sp. 674.
  3. Vgl. dresdner-stadtteile.de
  4. Striesener Friedhof auf der Seite der Johanneskichgemeinde, abgerufen am 18. Dezember 2015
  5. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Dresden. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2005, S. 217.
  6. Ch. F. D. Boëß: Dresden-Striesen. In: Neue Sächsische Kirchengalerie. Die Ephorie Dresden 1. Verlag Arwed Strauch, Leipzig 1906, Sp. 676.
  7. a b Friedhof Dresden-Striesen Website der Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz

Koordinaten: 51° 2′ 19,9″ N, 13° 47′ 56,7″ O