Strubensee
Strubensee Gemeinde Vielitzsee
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| Koordinaten: | 52° 58′ N, 13° 1′ O | |
| Fläche: | 6,16 km²[1] | |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1970 | |
| Postleitzahl: | 16835 | |
| Vorwahl: | 033933 | |
Lage von Strubensee in Brandenburg
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Dorfkirche Strubensee (2012)
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Strubensee ist ein Ortsteil der Gemeinde Vielitzsee im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Der Ort liegt zwischen dem 90 ha großen Wutzsee im Norden und dem 120 ha großen Vielitzsee im Südwesten. Das drei Kilometer südöstlich von Lindow gelegene Angerdorf ist von mehreren Seen umgeben, der größte ist der Wutzsee nördlich von Strubensee. In unmittelbarer Nähe des Dorfes liegen nördlich der Kleine und südlich der Große Strubensee. Neben den Seen bestimmen Acker- und Waldflächen de flachwellige Umgebung.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis 1541 unterstand der Ort dem Kloster Lindow, dann dem Domänenamt Lindow und 1764 bis 1872 dem Amt Alt Ruppin.
Der 1983 verstorbene Bauer und Heimatforscher Karl Bernd stellte eine Reihe von Bodenfunden sicher, die bis in die älteste Geschichte der Gemarkung zuückreichen. Im Bereich eines eingeebneten Lehmhügels am östlichen Dorfausgang fand er ein Feuersteinbeil und mehrere Felsgesteinäxte sowie eisenzeitliche Gürtelschnallen. Südlich dieses Fundplatzes auf der Südseite des nach Meseberg führenden Weges entdeckte er beim Neubau eines Hauses mittelalterliche Feldsteinfundamente und zwei Körperbestattungen. Während die Deutung dieser Funde und Befunde wegen der fehlenden genauen Dokumentation unsicher bleibt, dürfte es bei der am westlichen Dorfrand festgestellten jungslawischen Siedlungsstelle des 11. bis 13. Jahrhunderts um eine Vorgängersiedlung des deutschrechtlichen Dorfs gehandelt haben.[2]
Urkundlich wurde der Ort erstmals 1474 im Zusammenhang mit einem „Henning Struensee“ erwähnt. In seiner mittelniederdeutschen Grundform bedeutet der Ortsname „Ort am rauen See“. Der Name alternierte noch Ende des 18. Jahrhunderts zwischen Struensee, Struvensee und Strubensee.[3] Der Name des geadelten Geschlechts Struensee wird auf das kleine Dorf bei Neuruppin zurückgeführt.[4] In Neuruppin erscheint die Familie erstmals 1477 unter den Bürgern.[5] 1540 waren in Strubensee neben dem Schulzen neun Hüfner, zwei Kossäten und ein Hirte ansässig. Krug und Bierausschank sind für 1574 belegt. Die Feldmark umfasste 29 Hufen, davon gehörten zwei zur Pfarre. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren 1652 zwar die beiden Kossätenstellen besetzt, von den neun Hüfnerstellen lagen aber vier wüst. Erst um 1700 waren wieder alle Hofstellen belegt. Für 1757 werden neben dem Schulzen, den Hüfnern und Kossäten ein Schäfer, ein Stuthirt und ein Schneider, der die Küsterfunktion wahrnimmt, erwähnt. Daneben bestanden auch ein Schankwirt sowie eine neu erbaute Erbwindmühle. 1805 zählte der Ort 69 Einwohne. In der Folgezeit behielt er etwa seine Größe, die Zahl der Wohnhäuser lag gleichbleibend bis 1860 bei 13 beziehungsweise 14. Die Einwohnerzahl stieg bis 1858 auf 114 an, danach ging sie wieder zurück 1925: 80.[2]
Eine 1953 mit zehn Mitgliedern gegründete LPG Typ I wurde 1954 in Typ III umgewandelt und 1968 mit der LPG in Seebeck zusammengelegt. Ab 1960 bestand auch eine GPG mit sechs Mitgliedern.
Die von Südwesten nach Nordosten verlaufende, von Linden (20. Jahrhundert) gesäumte Dorfstraße besitzt einen linsenförmigen Anger, dessen östliches Ende von der Fachwerk-Dorfkirche dominiert wird. Die überwiegend mit Rasen bedeckte Binnenfläche des Angers gliedert eine weite, aus dem 19. Jahrhundert stammende Lindenalle.
Das Ortsbild von Strubensee ist durch locker gereihte Gehöfte mit traufständigen, meist eingeschossigen massiven Wohnhäusern mit Putzfassaden gekennzeichnet. Größere Gehöfte konzentrieren sich in Kirchennähe. Als ältestes Wohngebäude blieb mit Dorfstraße 16 ein zweigeschossiges Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts südlich der Kirche erhalten. Zu den älteren Wohngebäuden zählt auch das überformte eingeschossige Mittelflurhaus Nr. 10. Ortsbildprägend ist die Vielzahl von Wirtschaftsgebäuden, deren Entstehungszeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum 20. Jahrhundert reicht, mit ihrer vielfältigen Mischung von Baumaterialien. Sie reichen von reinen Feldsteinbauten (Nr. 7 rechts) über Feldstein-Fachwerkbauten (Nr. 7 links und Nr. 18 rechts) und Feldstein-Ziegelbauten (Nr. 16 und Nr. 18 links) bis zu Ziegelgebäuden mit Fachwerkgiebeln beziehungsweise -obergeschossen. (Nr. 11 links und 22 hinten). Daneben bestimmen reine Sichtziegelgebäude das Ortsbild (Nr. 3, 9, 10, 16, 17 und 18). Vor allem an der Südseite der Dorfstraße stehen einige Wirtschaftsgebäude mit ihren Giebeln in einer Bauflucht mit den Wohnhäusern und tragen damit zu einem belebten Erscheinungsbild des Dorfs bei. Ein weiterer reiner Sichtziegelbau ist die 1906 errichtete Schule am westlichen Ortsende. An der Südseite des östlichen Angerendes wurden in den 1980er Jahren mehrere Einfamilienhäuser errichtet, an anderen Stellen wurde die Dorfbebauung auch nach 1990 verdichtet.[2]
Südöstlich von Strubensee westlich des nach Glambeck führenden Weges befindet sich der in den 1950er Jahren angelegte Friedhof. Gegenüber stehen LPG-Bauten. Nordöstlich vom Ort an der Straße zum Wutzsee erstreckt sich das Gelände eines ehemaligen Ferienlagers, das jetzt als Campingplatz genutzt wird. Westlich davon befinden sich mehrere Ferienhäuser aus DDR-Zeit.
Am Weg Richtung Lindow liegt die kleine Ansuedlung Schönbirken. Am Standort eines ehemaligen Bauernhofs mit Mühle ließ der Schauspieler und Theaterdirektor Ralph Arthur Roberts (1884–1940) südlich vom Magistratssee um 1910 eine Villa errichten. 1936 und 1939 wurde sie zu ihrer heutigen Form umgebaut und durch Wirtschaftsgebäude erweitert. 140 bis 1945 bewohnte der bulgarische Konsul Theodor Dimanow das Anwesen. Nach 1945 diente es – nach weiteren Umbauten – als Kindergenesungsheim "Heinz Kapelle". Ende der 1990er Jahre fand die letzte Renovierung der heute durch die "Drogenhilfe Tannenhof e.V. Berlin" genutzten Anlage statt.[2]
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 1. Mai 1970 erfolgte der Zusammenschluss der damals selbständigen Gemeinden Strubensee und Seebeck zu Seebeck-Strubensee. Diese Gemeinde schloss sich am 31. Dezember 2001 mit der Gemeinde Vielitz zur neuen Gemeinde Vielitzsee zusammen.
Denkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In der Liste der Baudenkmale in Vielitzsee sind für Strubensee fünf Baudenkmale aufgeführt:
- Dorfkirche Strubensee mit Kirchhofmauer, an der Dorfstraße
- Dorfschule (Dorfstraße 19)
- Gehöft, das aus Wohnhaus, drei Wirtschaftsgebäuden, der Einfriedung und Hofpflasterung besteht (Dorfstraße 17/17a)
- zwei Wirtschaftsgebäude (Dorfstraße 7 und Dorfstraße 11)
- In der Liste der Bodendenkmale in Vielitzsee ist für Strubensee kein Bodendenkmal aufgeführt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistische Angaben der amtsangehörigen Gemeinden. (PDF) Abgerufen am 23. März 2023.
- ↑ a b c d Ulrike Schwarz, Matthias Metzler: Denkmale in Brandenburg, Landkreis Ostprignitz Ruppin. In: Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. 1. Auflage. Band 13.2. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worm am Rhein 2003, ISBN 3-88462-191-2, S. 365 - 366.
- ↑ Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht. Ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. 1799, S. 440 f.
- ↑ Paul Barz: Doktor Struensee. Rebell von oben. 2021, S. 55.
- ↑ Stadtarchiv Neuruppin.

