Strupina

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Dieser Artikel beschreibt die Ortschaft Strupina in Polen. Für den gleichnamigen Ortsteil von Nečín in Tschechien siehe dort.
Strupina
Wappen von Strupina
Strupina (Polen)
Strupina
Strupina
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Trzebnica
Gmina: Prusice
Geographische Lage: 51° 23′ N, 16° 49′ OKoordinaten: 51° 23′ 18″ N, 16° 48′ 38″ O
Einwohner: 448
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DTR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 339 WołówŻmigród
DW 342 Strupina–Oborniki Śląskie
Nächster int. Flughafen: Breslau



Strupina (deutsch Stroppen) ist ein Dorf mit etwa 400 Einwohnern in der Gemeinde Prusice (Prausnitz) im Powiat Trzebnicki (Trebnitzer Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stroppen nordöstlich von Wohlau und östlich von Steinau auf einer Landkarte von 1905

Der Ort liegt in Niederschlesien am nordöstlichen Ausläufer des Katzengebirges, etwa 20 Kilometer nordwestlich von Trzebnica (Trebnitz) und 40 Kilometer nordnordwestlich von Breslau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche (ehemalige Stadtkirche, bis 1945 evangelisch).

Wann genau die Ortschaft Stadtrecht erhielt, ist nicht überliefert. Die erste Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1253,[1] andere Quellen nennen 1277 als Jahr der Stadtrechtsvergabe.[2] Im Jahr 1376 wurde erstmals eine Kirche in der Stadt erwähnt.[3] Um 1500 lebten die Einwohner größtenteils von der Landwirtschaft, und Stroppen gehörte zu den kleinsten Städten Schlesiens.[1] Ein großer Brand zerstörte im Jahr 1733 Teile der Stadt. 1816 wurde die Stadt Teil des preußischen Landkreises Trebnitz. Um 1900 hatte Stroppen eine evangelische Kirche, eine Ofenfabrik und Braunkohlebergbau.[4] Die Einwohner waren meist evangelisch.

Im Jahr 1945 gehörte Stroppen zum Landkreis Trebnitz im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die Rote Armee im Januar 1945 die Stadt. Nach Kriegsende wurde Stroppen von der sowjetischen Besatzungsmacht im Sommer 1945 wie fast ganz Schlesien unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Stroppen die Ortsbezeichnung Strupina ein, das Stadtrecht wurde entzogen.[1] Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Stroppen vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1787 532 [5]
1861 903 [5]
1905 631 [4]
1933 704 [6]
1939 712 [6]
Balkendiagramm der Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemalige Evangelische Stadtkirche, errichtet zwischen 1860 und 1862.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt an der Woiwodschaftsstraße 339 (droga wojewódzka nr 339), die hier von Westen kommend in Richtung Norden abbiegt. Im Südwesten endet sie nach 15 Kilometern in Wołów (Wohlau), im Norden nach 12 Kilometern in Żmigród (Trachenberg). In Strupina beginnt die Woiwodschaftsstraße 342, die zuerst Richtung Osten führt, nach etwa drei Kilometern aber in südliche Richtung abbiegt, nach etwa 15 Kilometern durch Oborniki Śląskie (Obernigk) und dann weiter bis ins etwa 40 Kilometer entfernte Breslau führt.

In Breslau befindet sich mit dem Nikolaus-Kopernikus-Flughafen auch der nächstgelegene internationale Flughafen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Stanisław Pazyra, Miasta polskie w Tysiącleciu, Breslau/Warschau/Krakau 1965, Band 2, S. 587, hier nach Jakubhal, Polnische Wikipedia, 24. September 2006
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Stroppen, Band 19., Leipzig 1909, S. 130–131. Online: zeno.org
  3. a b Website der Gemeinde Prusice, Ważniejsze dane geograficzne i historyczne dotyczące Gminy Prusice, abgerufen am 15. Oktober 2010
  4. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon, Stichwort Stroppen, Band 19, Leipzig/Wien 1909, S. 130–131, http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Stroppen zeno.org
  5. a b Stanisław Pazyra: Miasta polskie w Tysiącleciu, Breslau/Warschau/Krakau 1965, Band 2, S. 587.
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/trebnitz.html#ew39trebstropp