Nikolaus-Kopernikus-Flughafen Breslau

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Port lotniczy Wrocław-Strachowice im. Mikołaja Kopernika
Terminal T2 we Wrocławiu.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EPWR
IATA-Code WRO
Koordinaten
51° 6′ 10″ N, 16° 53′ 9″ OKoordinaten: 51° 6′ 10″ N, 16° 53′ 9″ O
123 m (404 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km westlich von der Stadtmitte
Straße ul. Skarżyńskiego 36, 54-530 Wrocław
Nahverkehr Bus 406 vom Hauptbahnhof
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber Port Lotniczy Wrocław S.A.
Terminals 1
Passagiere 2.419.561 (2016)
Luftfracht 9.863 t (2016)
Flug-
bewegungen
25.486 (2016)
Start- und Landebahn
12/30 2500 m × 60 m Beton

Der Nikolaus-Kopernikus-Flughafen Breslau (IATA-Code WRO, ICAO-Code EPWR) ist der internationale Flughafen der polnischen Stadt Wrocław (Breslau). Er liegt westlich der Innenstadt. Im Jahr 2014 wurden fast 2,1 Millionen Passagiere abgefertigt.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist der Flughafen Breslau nach Warschau, Krakau, Danzig und Katowice der wichtigste Verkehrsflughafen Polens und wird wegen seiner günstigen Verkehrslage von Chartergesellschaften zahlreicher Touristikunternehmen wie TUI, Scan Holiday, Itaka, Triada, Open Travel, Neckermann sowie der Lufthansa genutzt.

Flugzeuge bis zur Größe einer Boeing 737 oder eines Airbus A320 starten und landen regelmäßig. Verschiedene Fluggesellschaften führen Linienflüge zu Zielen in Europa durch, Wizz Air betreibt in Breslau eine Basis. Darüber hinaus werden noch Charterflüge von den verschiedenen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften angeboten.

Um künftigen Entwicklungen gerecht zu werden, ist ein Ausbau des Terminals für sieben Millionen Passagiere pro Jahr und eine Verlängerung der Piste auf 3000 Meter geplant.[1]

Der Flughafen hat seit 1999 ein Fracht-Terminal.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1936 und 1937 wurde an dieser Stelle der Flugplatz Breslau-Schöngarten (Polnisch: Strachowice) im heutigen Stadtbezirk Wrocław-Fabryczna für die Luftwaffe angelegt. Am 22. November 1941 verunglückte dort der Jagdflieger Werner Mölders tödlich. Hier lag die Luftkriegsschule Breslau-Schöngarten – die später in Luftkriegsschule 5 umbenannt wurde – bis April 1945. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe, die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[2]
Februar 1939 April 1939 I./JG 331 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 331)
Mai 1939 September 1939 Stab, II./StG. 77 (II. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 77)
August 1939 Stab, I./KG 76 (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 76)
September 1939 I./KG 152
Stab, I., II./KG 1

Nach Kriegsende wurde der Flugbetrieb vorübergehend nach Gądów Mały verlegt. Mit der Erweiterung um eine Betonpiste in den 1950er Jahren diente er ab 1958 wieder als Regionalflughafen für den Zivilluftverkehr mit regulären Verbindungen nach Warschau, Krakau und Rzeszów.[3]

Nach einer Machbarkeitsstudie Anfang der 1990er Jahre der Firma Airconsult aus Frankfurt am Main riefen die Woiwodschaft Niederschlesien und die Stadt Breslau im Januar 1992 gemeinsam die Port Lotniczy Wrocław SA (Flughafen Breslau AG) ins Leben mit dem Ziel, Strachowice zu einem internationalen Verkehrsflughafen aufzuwerten.[3]

Bereits im August 1992 konnte das neue Passagierterminal eingeweiht werden, im Dezember wurde der Gesellschaft die Betreiberlizenz verliehen und Januar 1993 auch der Flugbetrieb selbst vom Staatsunternehmen Polish Airports übergeben. Die erste internationale Flugverbindung Breslau–Frankfurt/Main wurde im selben Monat eingerichtet. In der Folge wurde der Flughafen laufend erweitert. Am 6. Dezember 2005 erfolgte die Benennung des Flughafens nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus.[3]

Passagierterminal

Das Terminal, das nationale und internationale Flüge abwickelt, stieß an die möglichen Kapazitätsgrenzen. Mit einem im März 2008 neu eröffneten Terminal wurde eine Kapazität von 1,28 Mio. Passagieren ermöglicht. Dieser Ausbau war unter anderem nötig, um Auflagen des Schengener Abkommens bezüglich des vorhandenen Terminals zu erfüllen.

Im Sommer 2009 bereits wurde mit dem Bau eines komplett neuen Terminals mit dazugehörigem Vorfeld anderthalb Kilometer weiter westlich begonnen.[3] Es handelte sich dabei um eine der wichtigsten Investitionen im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2012. Der Flughafen kann mit dem im März 2012 in Betrieb genommenen Terminal mindestens 3,3 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen und verfügt nach Warschau als zweiter Flughafen des Landes über Passagierbrücken. Zudem wurden die Straßen, die den Flughafen mit der Innenstadt verbinden, auf vier Spuren ausgebaut.[1][4]

Verkehrsaufkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik Flugverkehr Flughafen Breslau[5]
Jahr Fluggäste [Mio.] Flugbewegungen Fracht [t]
1993 0,08 4.526 986
1994 0,09 5.298 1.170
1995 0,12 5.820 1.210
1996 0,14 6.358 1.089
1997 0,15 7.808 1.116
1998 0,17 9.468 871
1999 0,19 10.333 628
2000 0,21 11.858 2.548
2001 0,25 12.476 1.172
2002 0,24 11.040 1.571
2003 0,28 12.395 1.183
2004 0,35 18.509 946
2005 0,46 20.560 1.425
2006 0,87 25.002 1.357
2007 1,28 26.948 1.431
2008 1,49 31.739 1.105
2009 1,37 25.472 1.031
2010 1,65 23.627 946
2011 1,66 25.339 957
2012 1,99 27.960 928
2013 1,92 24.960 910
2014 2,09 24.970 463
2015 2,32 24.510 319
2016 2,42 25.486 2.549
2017 2,86 27.736 1.025

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Copernicus Airport, Wrocław, Poland. In: Airport Technology. Abgerufen am 27. November 2013 (englisch).
  2. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 91–92, abgerufen am 7. März 2018
  3. a b c d History. In: Wroclaw Airport. Abgerufen am 27. November 2013 (englisch).
  4. New terminal at Wrocław Airport. In: Ministry of Transport, Construction and Maritime Economy. 29. Februar 2012, abgerufen am 27. November 2013 (englisch).
  5. General traffic statistics. In: Wroclaw Airport. Abgerufen am 7. März 2018 (englisch).