Stubaier Gletscher

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Die Stubaier Bergstation Eisgrat

Stubaier Gletscher ist der Name für ein Gletscherskigebiet in Österreich, Tirol, Bezirk Innsbruck Land, in der Nähe von Neustift im Stubaital. Das Skigebiet liegt in den Stubaier Alpen, nordöstlich der Stubaier Wildspitze (3.341 m). Die Anfahrt erfolgt durch das Stubaital.

Das Skigebiet liegt in einer Höhenlage zwischen 1.695 und 3.210 Metern. Liftanlagen befinden sich auf den Gletschern Daunferner, Eisjochferner, Gaisskarferner, Fernauferner und Windachferner.

Im Sommer wird das Areal als hochalpines Wandergebiet genutzt. Bis 2002 konnte man auf dem vergletscherten Bereich auch im Sommer skilaufen. Seit 2003 gilt der Stubaier Gletscher noch von Oktober bis Juni als schneesicher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dresdner Hütte
Das Bergrestaurant Jochdohle

Die Stubaier Gletscherbahn ging 1973 erstmals in Betrieb. Zunächst endete die Eisgratbahn auf Höhe der Dresdner Hütte. Weitere 330 Höhenmeter bis knapp oberhalb des Gamsgartens mussten zu Fuß bewältigt werden. Der erste Skilift Eisjoch I sowie das Restaurant Eisgrat wurden erst im April 1974 eröffnet. Dem Besucher stehen – Stand 2016 – 26 Liftanlagen zur Verfügung. Das Skigebiet bietet 35 Abfahrten mit einer Gesamtlänge von 62 km[1].

Daneben bietet das Skigebiet eine Riesentorlauf-Rennstrecke am Eisjochferner, eine Geschwindigkeitsmessstrecke am Daunferner sowie das BIG Family Kinder und Jugend Ski-Camp an der Station Gamsgarten mit 4 Zauberteppichen und etlichen Gelände-Arrangements für den 3- bis 15-jährigen Ski-Nachwuchs. Für die Langläufer steht eine 2 km lange Höhenloipe zur Verfügung und für die Eiskletterer ein 20 Meter hoher Eiskletterturm. Am Gaisskarferner befindet sich der Stubai Zoo, ein großer Snowpark mit drei Lines, der vor allem im Herbst und Frühjahr gut frequentiert ist.

Auf dem Gebiet des Stubaier Gletschers liegt mit der auf 3.150 Metern errichteten Jochdohle das höchstgelegene Bergrestaurant Österreichs. Die Gipfelplattform TOP OF TYROL befindet sich auf 3.210 m Höhe.

In den Jahren 1988 und 1989 kam es während des Sommerskibetriebes jeweils zu einem schweren Unfall mit Todesfolge durch Stürze in Gletscherspalten. Am 4. August 1988 stürzte der Student Yin Chung Chiu aus Hongkong in einen Hohlraum und starb 5 Tage nach seiner Bergung in einem Krankenhaus.[2] Ein reichliches Jahr später, am 9. August 1989, brach der Kanadier Duncan MacPherson mit seinem Snowboard durch eine Schneebrücke und wurde während nachfolgender Pistenpräparationen vollständig begraben. Sein durch Schneefräsen verstümmelter Leichnam wurde erst knappe 14 Jahre später, am 18. Juli 2003, 35 m östlich des Eisjochschleppliftes entdeckt.[2][3][4]

Liftanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit (Skisaison 2016/2017) beinhaltet der Stubaier Gletscher 26 Anlagen. Betriebszeiten sind je nach Saison zwischen 7.30 Uhr Uhr bis 16.30 Uhr. Im Herbst 2016 ist eine 3S Bahn in Betrieb genommen worden und ersetzt somit die in 1973 in Betrieb genommene Eisgratbahn.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stubaier-gletscher.com/skigebiet/skigebiet-in-zahlen/
  2. a b The chronology of events. planetski.eu, 18. Mai 2009, abgerufen am 30. Dezember 2014 (englisch).
  3. Lynda MacPherson: Visitor reviews for Stubai Glacier Ski Resort. snow-forecast.com, 13. Januar 2010, abgerufen am 30. Dezember 2014 (englisch).
  4. Verena Langegger: „Eiskalter Tod“: Rätsel um den Toten vom Gletscher. derstandard.at, 3. November 2012, abgerufen am 30. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stubaier Gletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 59′ 0″ N, 11° 7′ 0″ O