Suhareka

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Suharekë/Suhareka1
(Therandë/Theranda)
Suva Reka/Сува Река2
Wappen von Suhareka
Suhareka (Kosovo)
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Basisdaten
Staat: Kosovo3
Bezirk: Prizren
Gemeinde: Suhareka
Koordinaten: 42° 22′ N, 20° 50′ OKoordinaten: 42° 21′ 44″ N, 20° 50′ 0″ O
Höhe: 400 m ü. A.
Einwohner: 10.422 (2011)
Telefonvorwahl: +383 (0) 29
Postleitzahl: 23000
Kfz-Kennzeichen: 04
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
3 Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.
In der Innenstadt

Suhareka (albanisch auch Suharekë, oder auch Theranda bzw. Therandë; serbisch Сува Река Suva Reka) ist eine Stadt im südlichen Kosovo. Sie ist Sitz der gleichnamigen Gemeinde und ist 18 km von Prizren und 57 km von der Hauptstadt Pristina entfernt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suhareka liegt am nordöstlichen Ende der Ebene von Prizren, welche sich im Südwesten Kosovos befindet. Dahinter erhebt sich das hügelige Gebiet Carraleva, aus dem der Fluss Topluga entspringt und von Osten kommend durch die Stadt fließt.

Direkt am nördlichen Stadtrand vorbei führt die Autobahn R7.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1348 das erste Mal schriftlich erwähnt. 1638 setzte der Geistliche Irvant Gjergj Bardhi den Vatikan darüber in Kenntnis, dass 45 Personen in Suhareka an der Firmung teilnahmen und sich im Ort 45 Haushalte mit 120 Einwohnern zur römisch-katholischen Kirche bekennen. Nachdem die katholische Kirche ab 1650 ihre Aktivitäten gegen die Islamisierung erhöhte, wurden in Suhareka 160 katholische Haushalte gezählt. 1761 erfasste das Bistum Skopje jedoch nur noch 20 katholische Frauen, der Rest war mittlerweile zum Islam übergetreten.[1]

Nach der Eroberung Kosovos durch das Königreich Serbien während des Ersten Balkankrieges 1912 richtete die serbische Regierung eine Militärverwaltung vor Ort ein, wobei Suhareka Sitz des Srez Podgora mit zehn Gemeinden wurde. Der Srez war dem Okrug Prizren untergeordnet. Gleichzeitig wurde Suva Reka eine eigene Gemeinde, zu der neben dem Hauptort auch noch die Dörfer Peçan, Shllapuzhan und Reçan gehörten. Diese Verwaltungsgliederung bestand bis zum 6. Januar 1929, als das Gebiet Teil der neu geschaffenen Vardarska banovina innerhalb des Königreich Jugoslawiens wurde.[2]

Moschee im Ortszentrum

Nahe Suhareka befand sich der NATO-Stützpunkt Camp Casablanca, in dem mehrheitlich österreichische, Schweizer und deutsche (gelegentlich auch US-amerikanische) Truppen stationiert waren. Von dort aus wurden auch verschiedene Projekte der CIMIC koordiniert, unter anderem der Aufbau einer HTL-Schule. Der Bau wurde unter anderem durch freiwillige Helfer, zur Gänze Schüler österreichischer HTLs, und Sponsoren aus der österreichischen Wirtschaft realisiert. Die erwähnten Projekte wurden maßgeblich von Sr. Johanna Schwab (vom Orden der Barmherzigen Schwestern) unterstützt und geleitet. Im August 2012 wurde Camp Casablanca geschlossen und das Gelände der Gemeinde von Suhareka übergeben. Nun plant die Stadtverwaltung den Bau von Industrie- und Gewerbegebäuden, Schuleinrichtungen und einen Marktplatz auf dem Areal.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Suhareka hatte zur Volkszählung 2011 insgesamt 10.422 Einwohner, von denen sich 10.272 (98,56 %) als Albaner, 122 (1,17 %) als Roma und Aschkali, 8 als Bosniaken, 2 als Serben und 1 als Türke bezeichnete. 6 Personen gaben eine andere ethnische Zugehörigkeit an.[4]

10.022 (96,16 %) gaben an, Muslime zu sein, 37 (0,36 %) Atheisten, 9 Katholiken und 5 Orthodoxe. Darüber hinaus ordneten sich 334 (3,20 %) Personen keiner Glaubensgemeinschaft, und 7 Personen anderen Religionen zu.[5]

Bevölkerungsentwicklung
Zensus 1914[6] 1919[2] 1921[6] 1948[7] 1953[7] 1961[8] 1971[9] 1981[10] 1991[7] 2011[4]
Einwohner 998 804 945 1715 2120 2708 4148 6653 10497 10422
Albaner k. A. 725
(90,17 %)
k. A. k. A. k. A. 2070
(76,44 %)
3531
(85,13 %)
5940
(89,28 %)
k. A. 10272
(98,56 %)

Bei der 1919 durchgeführten Volkszählung waren von 109 Haushalten 94 Häuser mit 722 Bewohnern (89,80 %) muslimisch-albanisch, 1 Haus mit 3 Bewohnern (0,37 %) katholisch-albanisch und 14 Häuser mit 79 Bewohnern (9,83 %) serbisch-orthodox.[2]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammenarbeit mündete sowohl in diversen kulturellen Austauschen zwischen Vereinen beider Gemeinden als auch im Bau und gemeinsamen Betrieb der Jugend- und Bildungseinrichtung Fellbach-Haus, in der unter anderem traumatisierte Kinder nach dem Krieg betreut wurden.[11][12]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der lokale Fußballverein in Suhareka ist KF Ballkani.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren ist die Wirtschaft in Suhareka so gut wie gänzlich eingebrochen. Zuvor war Suhareka ein wichtiger Industriestandort, beispielsweise beschäftigte die Fabrik Balkan, Hersteller für Reifen und Förderbänder, über 2000 Arbeiter. Heute ist Solid Shoes ein nennenswerter Schuhproduzent und -exporteur aus dem Ort und steht exemplarisch für den einsetzenden Wiederaufbau der Industrie.[13]

Weiterhin wichtig ist der Weinbau geblieben, wofür Suhareka bereits vor dem Krieg bekannt gewesen war. An Bedeutung gewonnen hat der Anbau von Erdbeeren und Himbeeren, nicht zuletzt durch staatliche Subventionen.[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Suva Reka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Dell: Kosovo – Informieren – Reisen – Erinnern. 2017, ISBN 978-3-7431-1037-3 (google.de).
  2. a b c Sheradin Berisha: Ndarja administrative në Qarkun e Prizrenit – në vitin 1919. Archiviert vom Original; abgerufen am 7. Mai 2018 (albanisch).
  3. SWISSCOY: Das Camp Casablanca ist Geschichte. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 30. August 2012, abgerufen am 12. Januar 2013.
  4. a b Ethnic composition of Kosovo 2011. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  5. Religious composition of Kosovo 2011. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 12. Mai 2018.
  6. a b Mark Krasniqi: Сува Река. 1960.
  7. a b c Kosovo censuses. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  8. Ethnic composition of Yugoslavia 1961. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  9. Ethnic composition of Yugoslavia 1971. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  10. Ethnic composition of Yugoslavia 1981. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 13. Mai 2018.
  11. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 21. August 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fellbach.de
  12. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. April 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kk.rks-gov.net
  13. a b Die Morina: Rënia e industrisë i largon të rinjtë nga Suhareka. In: reporter.al. Balkan Insight, 2. August 2017, abgerufen am 14. Mai 2018 (albanisch).