Susan Gordanshekan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Susan Gordanshekan (* 19. Dezember 1978 in Kassel) ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin iranischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eltern von Susan Gordanshekan, Mohammad Gordanshekan und Batul Torabian, stammen aus der Stadt Isfahan im Iran. Susan Gordanshekan wuchs zweisprachig auf und hatte Einblicke sowohl in die deutsche als auch in die iranische Kultur. Nach dem Abitur an der Lutherschule in Hannover, leistete sie ein freiwilliges soziales Jahr bei den Johannitern im Bereich Altenpflege ab.

Im Anschluss studierte sie von 1998 bis 2003 Kommunikationsdesign mit Spezialisierung auf Multimedia-Design an der Fachhochschule Hannover (FHH) für Design und Medien. 2001 studierte sie dank eines Stipendiums des deutsch-französischen Jugendwerks über ein halbes Jahr an der Ecole des Beaux-Arts in Saint-Etienne/Frankreich Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Video-Design. Es folgte über ein weiteres halbes Jahr ein Praktikum in der Multimedia-Agentur Eurasset in Lyon/Frankreich. Seit 2002 übte sie diverse freiberufliche Tätigkeiten beim Norddeutschen Rundfunk aus. 2003 beendete sie ihr Studium mit der Herstellung ihres ersten Films Kann man Musik sehen. Dieses Projekt weckte ihr Interesse an der Filmregie, weswegen sie 2004 ein Praktikum in der Stoffentwicklung bei Herrmannfilm in Berlin absolvierte.

Im Rahmen eines Studiums Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFFM) seit 2004 folgten weitere Filme, Eisblumen wurde auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2011 gezeigt[1]. 2013 wurde sie als eine von sechs internationalen Filmemachern für das Cinefondation-Stipendium La Résidence der Internationalen Filmfestspiele von Cannes ausgewählt[2]. In Limbo (2016) ist ihr Diplomfilm[3].

Thematisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Susan Gordanshekan wurde geprägt durch ihr Dasein zwischen den Kulturen. In ihr spiegelt sich die Diskrepanz innerhalb der eigenen Persönlichkeit und der Anerkennung von außen wider, die ein jeder Menschen mit Migrationshintergrund empfindet. So kommt sie gefühlsmäßig näher an die sozialen Randgruppen der Gesellschaft, was sie auch immer wieder in ihren Filmen thematisiert: Menschen, die die Gesellschaft höchstens an ihrem Rand duldet.

Bereits in ihrem ersten Film Kann man Musik sehen? berichtete sie über das Leben dreier Blinder und ihre Alltagsprobleme. In Tarof zeigte sie sowohl die Vor- als auch die Nachteile vom Leben zwischen zwei Kulturen und stellte die Sehnsüchte von vielen Menschen mit Migrationshintergrund der zweiten Generation dar. In Garçons manqués wurde die Lebenssituation einzelner Spielerinnen einer Mädchenfußballmannschaft mit Migrationshintergrund in einer Pariser Vorstadt verfilmt. Vorurteile bezüglich ihrer Rolle als Frau, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt sowie eine angespannte politische Lage gehören zum Alltag im Pariser Vorort Montfermeil. In ihrem bisher letzten Film Eisblumen wird die Problematik eines illegal in Deutschland lebenden Bosniers und der von ihm gepflegten demenzkranken Frau Osterloh behandelt.

Filmpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ihre Filme erhielt sie mehrere Preise aus verschieden europäischen Ländern, unter anderem den Dokumentarfilmpreis des Interfilm Short Film Festival Berlin[4], Goldenes Einhorn der Alpinale Vorarlberg in der Kategorie Bester Kurzfilm Hochschule[5], den Preis für den besten Kurzfilm beim 17. Film Festival Türkei/Deutschland in Nürnberg[6] sowie den Best First Documentary Award vom Docúpolis 2008 des International Documentary Film Festival of Barcelona[7]. Außerdem erhielt sie von der Deutschen Film- und Medienbewertung für ihren Film Garçons Manqués das Prädikat „besonders wertvoll“[8] und für Eisblumen das Prädikat „wertvoll“[9].

Filmographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Filmtitel Filmart Sprache Tätigkeit
2003 Kann man Musik sehen? Dokumentarfilm Deutsch Regie, Buch, Kamera, Schnitt
2005 Tarof Kurzfilm Deutsch/Persisch Regie, Drehbuch, Schnitt
2007 Garçons manqués Dokumentarfilm Französisch Regie, Buch, Schnitt
2008 Hautnah Kurzfilm Deutsch Regie
2011 Eisblumen Kurzfilm Deutsch/Bosnisch Regie, Drehbuch, Schnitt
2016 In Limbo Kurzfilm Farsi/Englisch Regie, Drehbuch, Produzentin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susan Gordanshekan: Eisblumen. (PDF; 65 kB) im Katalog der Berlinale
  2. Susan Gordanshekan. auf: festival-cannes.com (Cinéfondation-Stipendium "La Résidence" des Festival de Cannes)
  3. In Limbo auf der Website der Regisseurin
  4. Liste der Preisträger (PDF; 334 kB) des Festivals Interfilm
  5. Preisträger der Alpinale 2011.
  6. Preise 2012 - Bester Kurzfilm: „Eisblumen / Buz Çiçekleri“.
  7. Docúpolis 2008: Filme
  8. Garçons Manqués bei der Deutschen Film- und Medienbewertung
  9. Eisblumen bei der Deutschen Film- und Medienbewertung