Synagoge (Bonn)

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Synagoge (2013)

Die Synagoge im Bonner Ortsteil Gronau wurde 1959 errichtet. Sie liegt an der Tempelstraße (Hausnummern 2–4) am Nordrand des Bundesviertels, unmittelbar südlich des Auswärtigen Amts. Sie ist die einzige Synagoge der Stadt Bonn und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem 1715 eingerichteten Bonner Judenghetto wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eine Synagoge erbaut, 1879 wurde ein Synagogenneubau an der Nordseite der Alten Rheinbrücke eingeweiht (→ Alte Synagoge (Bonn)). Seit 1932 gab es auch einen „ostjüdischen“ Betsaal, die Gemeindegröße belief sich um 1933 auf etwa 1200 Mitglieder. Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört und später abgerissen.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg neu begründete Jüdische Gemeinde Bonn bestand zunächst nur aus wenigen Personen, die seit 1947 einen Betsaal in einem Privathaus nutzten. Nach 1949 führte die neue Funktion Bonns als Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland zu einer umfassenden Vergrößerung der Gemeinde, sodass wieder der Bedarf für ein eigenes Versammlungs- und Gotteshaus entstand. Mit dem Entwurf für den Neubau wurde der Architekt Helmut Goldschmidt beauftragt. Nach der Grundsteinlegung im April 1958 konnte die Synagoge am Nordrand des damaligen Parlaments- und Regierungsviertels bereits am 26. Mai 1959 feierlich übergeben werden. Zugleich mit dem Bau der Synagoge wurde das westlich benachbarte Eckhaus Adenauerallee 113, ebenfalls nach Plänen Goldschmidts, zum Gemeindehaus der Synagogengemeinde umgebaut.[2] 1966 wurde die Synagoge nach Westen erweitert und dabei offene Einstellplätze für Autos und im Obergeschoss ein Gemeindesaal geschaffen. 1985 erhielt der Verwaltungstrakt eine Aufstockung um einen Küchenaufbau.[3]

Die Eintragung der Synagoge in die Denkmalliste der Stadt Bonn erfolgte am 22. Dezember 2000. Der Schutz ist auf den Ursprungsbau von 1958/58 beschränkt.[3]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtansicht

Der Komplex besteht aus einer zweigeschossigen Synagoge im Osten und einem ursprünglich ebenfalls zwei-, heute dreigeschossigen Gemeindehaus (Verwaltungstrakt) im Westen. Abgetrennt werden beide Gebäudeteile von einem verglasten Eingangsbereich. Die Außenwände bestehen aus schräggestellten Stahlbetonscheiben. Im ursprünglichen Zustand umfasste die Synagoge 40 Plätze in einer frei im Raum hängenden Frauenempore und 80 Plätze für Männer im Erdgeschoss; der Toraschrein wurde in Nussbaum und Ahorn gefertigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursel und Jürgen Zänker: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Nr. 21. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S. 183.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Synagoge Tempelstraße (Bonn) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Bonn, S. 54, Nummer A 3672
  2. Wohnhaus, Adenauerallee 113, KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital (mit Kurzbeschreibung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland, 2013)
  3. a b Denkmalliste der Stadt Bonn, 2000 (Anlage: Baubeschreibung Synagoge in Bonn, Tempelstraße 2-4)

Koordinaten: 50° 43′ 30″ N, 7° 6′ 47″ O