Türkischer Rat

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Türkischer Rat

Flagge des Türkischen Rates[1]

  • offizielle Mitglieder
  • Beobachter bzw. potentielles Mitglied
  • Englische Bezeichnung Turkic Council
    Türkische Bezeichnung Türk Keneşi
    Sitz der Organe TurkeiTürkei Türkei, Istanbul, (Generalsekretariat)
    AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan, Baku (Parlamentarische Versammlung)
    KasachstanKasachstan Kasachstan, Nur-Sultan (Türkische Akademie)
    UngarnUngarn Ungarn, Budapest (Vertretungsbüro bei der EU)
    Generalsekretär Baghdad Amreyev[2]
    Mitgliedstaaten

    TurkeiTürkei Türkei
    AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
    KasachstanKasachstan Kasachstan
    KirgisistanKirgisistan Kirgisistan
    UsbekistanUsbekistan Usbekistan

    Beobachter

    UngarnUngarn Ungarn

    Amts- und Arbeitssprachen

    Türkisch
    Aserbaidschanisch
    Kirgisisch
    Kasachisch
    Ungarisch
    Usbekisch
    Englisch

    Fläche 4.243.940 km²
    Einwohnerzahl 147.191.000 (2017)[3]
    Bevölkerungsdichte 34,7 Einwohner pro km²
    Gründung

    3. Oktober 2009 (Nachitschewan-Vertrag)

    Zeitzone UTC+2 bis UTC+6
    http://www.turkkon.org/

    Der Türkische Rat (aserbaidschanisch Türk Şurası, kasachisch Түркі кеңесі, kirgisisch Түрк кеңеш, türkisch Türk Keneşi) ist eine internationale Organisation von mehreren Turkstaaten.

    Der Türkische Rat wurde am 3. Oktober 2009 in Nachitschewan mit der Unterzeichnung des Nachitschewan-Vertrags durch Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan und die Türkei gegründet. Er kann verglichen werden mit dem Commonwealth of Nations, dem Europarat oder der Arabischen Liga.

    Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die prinzipiellen Organe des Türkischen Rats sind

    • Rat der Staatsoberhäupter
    • Rat der Außenminister
    • Rat der Weisen („Aksakallar Konseyi“)
    • Komitee von Beamtenexperten
    • Sekretariat

    Das hauptsächliche Organ ist der Rat der Staatsoberhäupter (Council of Heads of States, CHS), dessen Vorsitz in alphabetischer Reihenfolge unter den Mitgliedstaaten rotiert. Die Aktivitäten des Türkischen Rats werden koordiniert und unterstützt durch sein Sekretariat mit Sitz in Istanbul.

    Der Türkische Rat fungiert daneben seinem Selbstverständnis nach als eine Schirmorganisation für bereits bestehende Kooperationsformen. Hierzu zählen unter anderem die

    sowie einige weitere Vereinigungen.

    Etwa einmal jährlich findet ein Gipfeltreffen des Türkischen Rats statt, an dem die Staatsoberhäupter zusammenkommen. Abgeordnete und Parlamentspräsidenten treffen sich im Rahmen der parlamentarischen Versammlung in Baku.

    Mitgliedsstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Turkstaat Usbekistan lehnte aufgrund seiner neutralen Außenpolitik einen Beitritt zunächst ab. Im April 2018 gab der usbekische Präsident bekannt, dass Usbekistan dem Türkischen Rat beitreten wird;[4] im September 2019 wurde der Vertrag ratifiziert,[5] womit Usbekistan beim 7. Gipfeltreffen am 15. Oktober 2019 als fünftes offizielles Ratsmitglied teilnahm.

    Staat Bevölkerung Fläche (km²) BIP (nominal) 2017[6] BIP pro Kopf 2017[7]
    AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 9.845.000[8] 86.600 40,7 Mrd. $ 4.131 $
    KasachstanKasachstan Kasachstan 18.080.000[8] 2.724.900 162,9 Mrd. $ 9.030 $
    KirgisistanKirgisistan Kirgisistan 6.190.000[8] 199.900 7,6 Mrd. $ 1.220 $
    TurkeiTürkei Türkei 81.116.000[8] 783.562 851,6 Mrd. $ 10.546 $
    UsbekistanUsbekistan Usbekistan 31.960.000[8] 448.978 49,7 Mrd. $ 1.534 $

    Beobachterstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Ungarn ist seit September 2018 Beobachter des Türkischen Rates.[9] Hierbei erklärte Viktor Orbán, dass die Ungarn als Magyaren stolz auf ihre Herkunft und Beziehung mit den Turkvölkern Zentralasiens seien.[10]

    Staat Bevölkerung Fläche (km²) BIP (nominal) 2017[6] BIP pro Kopf 2017[7]
    UngarnUngarn Ungarn 9.730.000[8] 93.036 139,1 Mrd. $ 14.225 $

    Vertretungsbüro in Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Mit dem Anliegen, die Verbindung zu Europa und zur Europäischen Union zu vertiefen, wurde im September 2019 in Budapest ein Vertretungsbüro des Türkischen Rates eingerichtet,[11] und unter Teilnahme des türkischen Außenministers[12] eingeweiht.

    Potenzielle Mitgliedsstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Turkstaat Turkmenistan lehnt aufgrund seiner neutralen Außenpolitik einen Beitritt bisher ab.

    Staat Bevölkerung Fläche (km²) BIP (nominal) 2017[6] BIP pro Kopf 2017[7]
    TurkmenistanTurkmenistan Turkmenistan 5.758.000[8] 488.100 37,9 Mrd. $ 6.587 $

    Generalsekretäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Name Herkunftsland Amtsbeginn Amtsende
    Halil Akıncı TurkeiTürkei Türkei September 2010 September 2014
    Ramil Hasanov AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan September 2014 September 2018
    Bağdad Amreyev KasachstanKasachstan Kasachstan September 2018 im Amt

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Logo and Flag auf www.turkkon.org
    2. Secretary General auf www.turkkon.org
    3. 2017, United Nations, https://esa.un.org/unpd/wpp/DataQuery/, abgerufen am 18. Oktober 2019.
    4. Uzbekistan decides to join ‘Turkic alliance’ during Erdogan’s visit
    5. Erklärung Aserbaidschans zum Beschluss Usbekistans, dem Türkischen Rat beizutreten, abgerufen am 6. Oktober 2019.
    6. a b c 2017, Worldbank, http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.CD
    7. a b c 2017, Worldbank, https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.PCAP.CD
    8. a b c d e f g United Nations, 2017, abgerufen am 18. Oktober 2019.
    9. Ungarn ist Beobachterstaat laut offizieller Webseite; abgerufen am 1. Oktober 2019.
    10. Hungary is now part of the assembly of “Turkic Speaking Countries”. In: Hungarian Free Press. 25. November 2018, abgerufen am 16. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
    11. Meldung Ungarn unterstützt türkische Militäroffensive auf Euronews; abgerufen am 15. Oktober 2019.
    12. Meldung : anlässlich der Eröffnung des Vertretungsbüros des Türkischen Rates in Ungarn, 18.-19. September 2019 Besuch von Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu in Budapest des Generalkonsulats der Republik Türkei in Salzburg; abgerufen am 15. Oktober 2019.