Tagebau Klettwitz-Nord

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Tagebau Klettwitz-Nord
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Abbautechnik Tagebau
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betriebsbeginn 1988
Betriebsende 1992
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Braunkohle
Geographische Lage
Koordinaten 51° 34′ 27,5″ N, 13° 47′ 26,3″ OKoordinaten: 51° 34′ 27,5″ N, 13° 47′ 26,3″ O
Tagebau Klettwitz-Nord (Brandenburg)
Tagebau Klettwitz-Nord
Lage Tagebau Klettwitz-Nord
ehemals: Kreis Finsterwalde, Kreis Senftenberg, Bezirk Cottbus (NUTS3) heute: Landkreis Elbe-Elster, Landkreis OSL, Brandenburg
Land Land Brandenburg
Staat Deutschland
Revier Lausitzer Braunkohlerevier

Der Tagebau Klettwitz-Nord war ein Braunkohlentagebau im Lausitzer Braunkohlerevier im heutigen Süd-Brandenburg, der von 1988 bis 1992 existierte. Das Tagebaufeld befand sich südlich der Gemeinde Lichterfeld im Bereich des heutigen Bergheider Sees. Er wurde nach der Gemeinde Klettwitz im heutigen Landkreis Oberspreewald-Lausitz benannt.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tagebau Klettwitz-Nord wurde im Jahre 1988 erschlossen. Den Planungen nach sollte er den sich im Auslaufen befindlichen Tagebau Klettwitz ersetzen. Er sollte hauptsächlich der Versorgung mit Rohkohle der Brikettfabriken des Braunkohleveredlungswerkes Lauchhammer, kurz BVL, und eine Teilversorgung der Brikettfabriken in Brieske und Senftenberg gewährleisten. Zum Einsatz kam eine Förderbrücke F60 in Verbindung mit zwei Eimerkettenbaggern Es 3750.[1]

Nach dem man zunächst im Jahre 1981 bereits mit der Entwässerung des vorgesehenen Tagebaufeldes begonnen hatte, begann man ab 1984 zunächst mit der Ausbaggerung eines Aufschlussgrabens. Bereits 1988 konnte die erste Rohkohle in Klettwitz-Nord gewonnen werden. Südlich von Lichterfeld richtete man den Montageplatz für die Tagebautechnik mit Förderbrücke und Eimerkettenbaggern ein. Für die Ausbaggerung der Einsatzstrosse kam ein aus dem Tagebau Meuro eigens umgesetzter Eimerkettenbagger Es 1500 zum Einsatz. Diese Arbeiten war im Dezember 1990 abgeschlossen und die Förderbrücke konnte nach ihrer Umsetzung in die Einsatzstrosse umgesetzt werden. Die Einsatzstrosse lag etwa 28 Meter tiefer als der Montageplatz. Im Februar 1991 nahm die F 60 zusammen mit zunächst nur einem Eimerkettenbagger Es 3750 ihre Arbeit auf. Im Mai desselben Jahres folgte dann auch der zweite Eimerkettenbagger. Der Förderbrücke vorgeschaltet war ein Vorschnittbetrieb mit Bandförderung. Zur Gewinnung der eigentlichen Rohkohle kamen zwei Schaufelradbagger vom Typ SRs 1000 und zwei Eimerkettenbagger ERs 710 zum Einsatz.[1][2]

Ende des Jahres 1991 war der Tagebau Klettwitz-Nord mit allen Betriebsabteilungen voll einsatzfähig. Infolge der Wende wurden nun allerdings die Brikettfabriken und Kraftwerke im Raum Lauchhammer geschlossen und der Bedarf an Rohkohle sank drastisch. Im Verlauf des Jahres 1992 wurden sämtliche Betriebsabteilungen des Tagebaus stillgesetzt. Die Stillsetzung der Förderbrücke erfolgte dann im Juni 1992. Im Dezember 1992 wurde dann schließlich die letzte Kohle im Tagebau Klettwitz-Nord gefördert.[1][2]

Abraumförderbrücke des Tagebaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Einsatz befindliche Abraumförderbrücke des Tagebaus Klettwitz[1]
F60 - Förderbrücke.jpg
Typ Einsatzorte Betrieb Abraumbewegung Bemerkungen
Typ F 60, Nr. 36 Tagebau Klettwitz-Nord 1991–1992 27,4 Mio. m³ Stillsetzung am 30. Juni 1992

Nachnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Tagebau genutzte Förderbrücke F 60 wurde im Jahre 2000 aus dem Tagebau gefahren und nahe der Ortschaft Lichterfeld abgestellt. Als Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60 wurde sie zu einem Projekt der Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land und dient heute der Erinnerung und Aufarbeitung der langen Bergbaugeschichte in der Region. Das Gelände des Besucherbergwerks ist zudem Schauplatz diverser Konzerte und Festivals.[3]

Das einstige Tagebaurestloch südlich des heutigen Standorts wird seither geflutet. Hier entsteht der Bergheider See, welcher nach der dem Tagebau zum Opfer gefallenen Ortschaft Bergheide benannt ist. Er ist Teil der Lausitzer Seenlandes.

Umgesiedelte Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge des Braunkohleabbaus im Tagebau Klettwitz-Nord wurden die beiden Ortschaften Bergheide (1987/88) und Klingmühl (1989) abgebaggert und die Bewohner dieser Dörfer umgesiedelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tagebau Klettwitz-Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Autorenkollektiv: Bergbaugeschichte im Revier Lauchhammer. Hrsg.: Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer e.V. Lauchhammer 2003, S. 102–104.
  2. a b c Der Tagebau Klettwitz im Onlineprojekt www.ostkohle.de, abgerufen am 19. August 2017
  3. Veranstaltungen > Shows/Konzerte auf der Webseite des Besucherbergwerks F60, abgerufen am 19. August 2017