Talheim (Horb)

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Talheim
Ehemaliges Gemeindewappen von Talheim
Koordinaten: 48° 29′ 32″ N, 8° 40′ 19″ O
Höhe: 495–583 m ü. NN
Fläche: 11,83 km²
Einwohner: 2593 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner/km²
Postleitzahl: 72160
Vorwahl: 07486
Karte
Lage von Talheim in Horb am Neckar

Talheim ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Horb am Neckar in Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

782 wird die Ortschaft Daleheim zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Allerdings – so belegen es archäologische Funde und Gräber – müssen sich hier Menschen schon zur Hallstattzeit angesiedelt haben. Im Mittelalter wurde der Ort wegen einer Erbteilung im Hause der früheren Ortsadligen Kechler zu Schwandorf in Obertalheim und Untertalheim geteilt. Beide Ortsteile gehörten im Laufe der Geschichte mal zu Vorderösterreich, dann zu Württemberg und später zum Oberamt Nagold.

Hunger, Pest, Plünderungen und die Folgen der Koalitionskriege hinterließen Spuren bei der Bevölkerung. Besonders die Hungerjahre 1846/47 veranlassten viele, Talheim in Richtung Amerika zu verlassen.

Die beiden Talheimer Ortsteile blieben vom Ersten und vom Zweiten Weltkrieg verschont – zumindest sind Kriegszerstörungen nicht bekannt geworden. In den 1970er Jahren wurden beide Ortsteile im Zuge der Kreis- und Gemeindereform in die Große Kreisstadt Horb am Neckar eingegliedert. Zuerst wurde am 1. Juli 1971 Untertalheim eingemeindet. Obertalheim folgte am 1. Januar 1975.[1] 2004 wurden die Ortsteile dann zum Stadtteil Talheim zusammengeführt.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Talheim (2011 rund 2600 Einwohner) liegt im Steinachtal am nördlichen Stadtrand von Horb, am Übergang zum Schwarzwald. Dominierend war hier lange Zeit die Landwirtschaft, bevor sich die Wirtschaftsstruktur Mitte des 20. Jahrhunderts markant verändert hat. Ab ca. 1950 fanden viele Einwohner Beschäftigung und Auskommen in den Großunternehmen Daimler in Sindelfingen sowie IBM und HP in Böblingen oder den Fischerwerken im Waldachtal. Die Grundversorgung der Talheimer sichern Kaufgeschäfte sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Talheim entwickelte sich entlang der Steinach, die die Hochfläche von West nach Ost tief durchschneidet. Heute wohnen die meisten Bewohner außerhalb der alten Ortskerne der beiden Teilgemeinden in den beiden Neubausiedlungen auf der Höhe. Unten im Tal befinden sich:

  • das Gemeindezentrum (seit 1999) mit Rathaus
  • die Grundschulen
  • eine evangelische Kirche
  • zwei katholische Kirchen
  • die Sport- und Festhalle
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • eine Arztpraxis, verschiedene Handwerksbetriebe und Dienstleister

Auf halber Höhe bzw. oben:

  • Sportstätten
  • Kindergärten (städtische und kirchliche)
  • Industriebetriebe

Die Wasserversorgung ist teilweise über eigene Quellen und seit 2001 zusätzlich über die Wasserversorgung Kleine Kinzig gewährleistet. Grünpflegepaten kümmern sich ehrenamtlich um die städtischen Grünanlagen, Biotope und weiteren Plätze.

2009 wurde der Ausbau der denkmalgeschützten Klosterscheuer nach fünfjähriger Bauzeit abgeschlossen. Sie bietet Räumlichkeiten für das Dorf-, Vereins- und Gemeinschaftsleben.

Derzeit wird das Baugebiet Barbel-West, das auf der Höhe die beiden Siedlungen der früheren Teilorte Ober- und Untertalheim miteinander verbindet, erschlossen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Talheim verfügt über zwei katholische Kirchengemeindezentren, die dem Dekanat Freudenstadt angehören:

  • katholische Kirche St. Martinus, 1979 fertiggestellt
  • katholische Kirche St. Michael und Laurentius, erbaut 1835.

Zusammen mit der Nachbargemeinde Haiterbach bildet Talheim eine evangelische Seelsorgeeinheit mit einem eigenen Gemeindezentrum in Talheim (Kirchengemeinde Talheim).

Vereine und Gruppierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angefangen beim Maskenabstauben der Narrenzünfte (NZ Untertalheim und Brechalochhexa Obertalheim) am 6. Januar bis zum Silvesterblasen der Musikvereine (MV Fortuna Talheim und MV Obertalheim) kurz vor dem Jahreswechsel, insgesamt 16 Vereine beleben die dörfliche Gemeinschaft (u. a. Männergesangverein Freundschaft Talheim, Freiwillige Feuerwehr Obertalheim, Freiwillige Feuerwehr Untertalheim). Die früheren Vereine FC Untertalheim und SF Obertalheim sind weiterhin eigenständig, Fußball gespielt wird heute gemeinsam in der SG Talheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Alois Gratz (* 17. August 1769 in Mittelberg; † 1. November 1849 in Darmstadt), katholischer Bibelwissenschaftler, 1795–1819 Pfarrer von Untertalheim
  • Felix Messerschmid (* 14. November 1904 in Untertalheim bei Horb; † 15. März 1981 in München), Geschichts- und Musiklehrer, Pädagoge und Bildungspolitiker.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 492 und 529.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Württembergisches Städtebuch; Band IV, Teilband Baden-Württemberg, Band 2 aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages", hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]