Talung (Geomorphologie)

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Eine Talung ist ein Ausdruck der Geomorphologie für eine talähnliche Landform, beziehungsweise ein Tal oder eine komplexer strukturierte Tallandschaft im allgemeinen Sinne.

Die Entstehung einer Talung erfolgt nicht ausschließlich durch Fluvialerosion, sondern durch Beteiligung auch anderer geomorphologischer Prozesse, insbesondere Gletscheraushub (etwa die inneralpinen Beckenlandschaften, glaziale Rinnen, Toteissenken), durch karstmorphologische Ausformung (Dolinen) oder tektonische Großsenkungen (Grabenbrüche), aber auch beispielsweise Subrosion bzw. Suffosion, Solifluktion oder Massenbewegungen wie Bodenfließen, Vulkanismus (etwa Calderen), und zahlreiche andere landformenbildende geophysikalische Vorgänge.[1] Dabei kann die Talung durchaus auch sekundär fluvial überformt werden (etwa Kare, Tobel).

Mit dem Ausdruck Talung beschreibt man auch komplexere Talräume, etwa Talweitungen als Zusammenmündung mehrerer Täler, die Gegenden mit Altläufen von Flüssen, in denen Inselberge stehengeblieben sind, Terrassenlandschaften, und zahlreiche andere geographische Räume, die nicht dem streng orographischen Talkonzept (lineare Landform mit streng monoton Fallender Tallinie) entsprechen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diercke: Wörterbuch der Allgemeinen Geographie.