Tanaka Kōtarō

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Tanaka Kōtarō, ca. 1961

Tanaka Kōtarō (japanisch 田中 耕太郎; * 25. Oktober 1890 in Kagoshima, Japan; † 1. März 1974 in Tokio, Japan) war ein japanischer Jurist. Er wirkte ab 1923 als Professor an der Universität Tokio und war von 1950 bis 1960 Präsident des Obersten Gerichtshofs Japans sowie von 1961 bis 1970 Richter am Internationalen Gerichtshof.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanaka Kōtarō wurde 1890 in Kagoshima geboren und wirkte nach einem Studium der Rechtswissenschaften, das er 1915 an der Universität Tokio abschloss, für kurze Zeit im japanischen Innenministerium. 1917 wechselte er an die Universität Tokio, an der er zunächst Dozent für Wirtschaftsrecht und, nach Forschungsaufenthalten in der Zeit von 1919 bis 1922 in den USA, England, Frankreich, Italien und Deutschland, im Jahr 1923 zum Professor befördert wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er von Mai 1946 bis Januar 1947 Bildungsminister im ersten Kabinett von Premierminister Yoshida Shigeru und von 1947 bis 1950 Mitglied des Oberhauses des japanischen Parlaments, wo er der Fraktion Ryokufūkai angehörte. Von 1950 bis 1960 wirkte er als Präsident des Obersten Gerichtshofs Japans. Zum Ende des Jahres 1960 wurde er als Richter an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gewählt, an dem er für eine turnusgemäß neunjährige Amtszeit von 1961 bis 1970 tätig war.

Aus rechtsphilosophischer Sicht war Tanaka Kōtarō ein Vertreter des Naturrechts, das er als metaphysische Basis des internationalen Rechts betrachtete. Er starb 1974 in Tokio.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanaka Kōtarō gehörte ab 1941 der Kaiserlichen Akademie von Japan, ab 1961 als Ehrenmitglied der Amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht sowie ab 1967 dem Institut de Droit international an. Darüber hinaus erhielt er 1934 den Asahi-Preis, 1960 den Kulturorden,[1] 1964 den Orden der Aufgehenden Sonne erster Klasse[2] und 1970 erster Klasse mit Paulownienblüte[3] sowie postum an seinem Todestag das Großkreuz des Chrysanthemenordens.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Judge Oda's Predecessor in the ICJ: Kotaro Tanaka. In: Shigeru Oda, Nisuke Ando, Edward McWhinney, Rüdiger Wolfrum: Liber Amicorum Judge Shigeru Oda. Brill, Den Haag 2002, ISBN 9-04-111797-0, S. 16–20
  • Kotaro Tanaka. In: Arthur Eyffinger, Arthur Witteveen, Mohammed Bedjaoui: La Cour internationale de Justice 1946–1996. Martinus Nijhoff Publishers, Den Haag und London 1999, ISBN 9-04-110468-2, S. 329
  • S. Noma (Hrsg.): Tanaka Kōtarō. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 1523.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 保存番組検索: 田中耕太郎 文化勲章受章にあたって ~おはよう みなさん 話の散歩より~. (Nicht mehr online verfügbar.) NHK, ehemals im Original; abgerufen am 31. Mai 2009 (japanisch).@1@2Vorlage:Toter Link/archives.nhk.or.jp (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. 旧・勲一等旭日大綬章受章者一覧. (Nicht mehr online verfügbar.) The Nakano Library, archiviert vom Original am 23. Januar 2016; abgerufen am 31. Mai 2009 (japanisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geocities.jp
  3. 勲一等旭日桐花大綬章受章者一覧. The Nakano Library, abgerufen am 31. Mai 2009 (japanisch).
  4. 大勲位菊花章頸飾・大勲位菊花大綬章受章者一覧. (Nicht mehr online verfügbar.) The Nakano Library, archiviert vom Original am 14. September 2013; abgerufen am 31. Mai 2009 (japanisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geocities.jp