Teufelstisch (Hinterweidenthal)

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Der Teufelstisch von Hinterweidenthal im Frühsommer...
... und im Winter

Der Teufelstisch von Hinterweidenthal ist ein 14 m hoher, an einen Tisch erinnernder Pilzfelsen im deutschen Teil des Wasgaus, dem südlichen Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Wegen ihrer Lage auf der Gemarkung des Ortsteils Kaltenbach wird die Gesteinsformation auch – vor allem in der älteren Literatur – Kaltenbacher Teufelstisch genannt. Er ist größer und weitaus bekannter als der Teufelstisch von Salzwoog, der nur 5 km südwestlich gelegen ist. Insgesamt gibt es im Pfälzerwald mehr als 20 solcher Pilzfelsen,[1] die allerdings alle wesentlich kleiner sind.

Der Hinterweidenthaler Teufelstisch zählt zu den landschaftlichen Wahrzeichen der Pfalz (Naturdenkmal­nummer: ND-7340-241) und ist auch Gegenstand einer örtlichen Sage (siehe Abschnitt Sage vom Teufelstisch). Mehrmals war der Felsen auf Briefmarken abgebildet (siehe Abschnitt Geschichte).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teufelstisch steht auf 284 m ü. NHN[2] etwa 400 m südlich der Bundesstraße 10 und westlich von Hinterweidenthal-Kaltenbach auf einem bis 312 m hohen[3] Bergrücken, der sich über mehr als 2 km vom Etschberg (321 m)[2] im Südwesten bis zum Handschuh-Kopf (324 m)[2] im Nordosten erstreckt. Zwischen dem Bergrücken und der B 10 fließt von Südwest nach Nordost der Salzbach, ein rechter Zufluss der Lauter, die hier an ihrem Oberlauf Wieslauter genannt wird. Die ihn umgebende Bewaldung überragt der Fels auffallend. Nachts wird er von der Nordseite her so beleuchtet, dass er von der B 10 aus zu sehen ist.

Am Fuß des Berges, auf dem der Teufelstisch steht, liegen ein Parkplatz sowie ein Ausflugslokal, in seiner Umgebung wurde 2009 der Erlebnispark Teufelstisch angelegt.[4]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Teufelstisch handelt es sich um einen sogenannten freistehenden Turm, dessen Gewicht auf 284 Tonnen geschätzt wird.[5] Es ist ein Buntsandsteinfelsen, der an einen einbeinigen Tisch erinnert. Durch Erosion wurden die ihn umgebenden weicheren Oberflächenbestandteile abgetragen, während der harte Felskern stehen blieb.

So liegt nun eine überdimensionierte „Tischplatte“ von etwa 3 bis 4 m Stärke quer über einem ebenso massiven „Tischfuß“ von etwa 10 bis 11 m Höhe.[5] Dieser Fuß weist eine teilweise bröselige Schichtung auf. Er besitzt bizarre Vorsprünge und läuft zur Südwestseite spitz wie ein Schiffskiel zu. Die Platte darüber ist 50 m² groß.[6]

Gerade im Dahner Felsenland, wie die nach Südosten hin beginnende Region genannt wird, sind derart auffällig geformte Felsen recht häufig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Pfalz nach dem Zweiten Weltkrieg zur Französischen Besatzungszone gehörte, war der Teufelstisch 1947 auf einer rheinland-pfälzischen 16-Pfennig-Briefmarke abgebildet; 1948 folgten zwei andersfarbige Marken zu 4 bzw. 16 Pfennig. 2014 war der Felsen erneut als Motiv auf einer Marke, diesmal zu 60 Cent in der Serie Wildes Deutschland der Deutschen Post.[7]

Seit dem 19. Jahrhundert stand auf der Platte des Teufelstisches eine etwa 6 m hohe Kiefer, die ein beliebtes Fotomotiv war und auch auf der Briefmarke dokumentiert ist. 1999 fiel der große Baum einem Hagelgewitter zum Opfer; eine jüngere Kiefer mit kleinerer Krone steht noch.

Sage vom Teufelstisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sage vom Teufelstisch

Die örtliche Sage von der Entstehung des Felsens erzählte der Pfälzer Mundart- und Heimatdichter Johann Martin Jäger (1853–1923), der unter dem Pseudonym „Fritz Claus“ bekannt wurde, in einem Gedicht.

Tourismus und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlebnispark mit Riesenrutsche, dahinter der Teufelstisch

Im Herbst 2009 wurde in der Umgebung des Felsens der drei Hektar große Erlebnispark Teufelstisch eröffnet, für den kein Eintrittsgeld verlangt wird. Er bietet eine in die Landschaft eingebettete Riesenrutsche, ein Felsenmeer, ein Labyrinth, das zu einem Glockenturm führt, eine Matschstation und eine Seilbahn. Den Hauptteil der Erstellungskosten von 1,7 Millionen Euro trug das Land Rheinland-Pfalz.[4]

Vom Parkplatz am Erlebnispark führt der direkte Anstieg in etwa 20 Minuten zum Teufelstisch. Die Route kreuzt einen markierten Rundwanderweg, der um den Etschberg verläuft und etwa 2¾ Stunden in Anspruch nimmt. Von der Wegkreuzung aus führt ein weiterer kurzer Rundwanderweg zu verschiedenen bis 10 m großen Felsformationen[8] auf dem Handschuh-Kopf, der in Sichtweite nordöstlich des Teufelstisches liegt, und zu einem Aussichtspunkt auf Hinterweidenthal. Von Salzwoog aus hat eine 9,5 km lange Rundwanderung über den Kamm des Etschberges als Zwischenziele zunächst die Teufelsküche, einen weiteren markanten Buntsandsteinfels, und dann den Teufelstisch, ehe sie am Salzbach aufwärts wieder den Ausgangspunkt erreicht.[3]

Das Klettergebiet Südpfalz besitzt eine Vielzahl von Kletterfelsen, einer der bekanntesten ist der Hinterweidenthaler Teufelstisch. Er bietet drei Kletterrouten (6+, 7-, 8+) in einem besonders ansprechenden Ambiente.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teufelstisch (Hinterweidenthal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felsen 11: Kaltenbacher Teufelstisch. Wanderportal Pfalz, abgerufen am 1. November 2016.
  2. a b c Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  3. a b Rundwanderung 15: Über den Etschberg zum Teufelstisch. Wanderportal Pfalz, abgerufen am 23. Februar 2012.
  4. a b Neuer Erlebnispark unter dem Teufelstisch. In: Die Rheinpfalz. Ludwigshafen 8. Oktober 2009.
  5. a b c Klettergebiet Kaltenbacher Teufelstisch. klettergebiete-online.de, abgerufen am 23. Februar 2012.
  6. Kaltenbacher Teufelstisch. palzpix.de, abgerufen am 2. November 2016.
  7. Pfälzerwald • Teufelstisch. Deutsche Post, 2014, abgerufen am 21. Juni 2015.
  8. Handschuhkopf – Hinterweidenthaler Gebiet. Deutscher Alpenverein, abgerufen am 23. Februar 2012.

Koordinaten: 49° 12′ N, 7° 45′ O