Thümen

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Wappen derer von Thümen

Thümen ist der Name eines alten märkischen Adelsgeschlechts.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht erscheint erstmals am 12. April 1281 urkundlich mit Johannes von Thümen[1] in einem Tauschbrief des Herzogs von Sachsen und Burggrafen von Magdeburg. Die Stammreihe beginnt mit dem kurfürstlich brandenburgischen Rat Hans von Thümen († 1456), Gutsherr auf Blankensee im heutigen Landkreis Teltow-Fläming.

Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie von Thümen gliedert sich in zwei Hauptlinien. Zur genealogischen Linie I gehören die Äste Stücken und Göbel. Der aus dem Haus Stücken stammende Generalleutnant August von Thümen (1757–1826) kaufte 1820 mit seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst das Gut Caputh mit Schloss Caputh im heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark, das bis 1908 im Besitz der Familie blieb. Die während der DDR-Zeit verwahrloste und teilweise zerstörte Familiengrabstätte im dortigen Kirchpark wurde von zwei Urenkelinnen des Generals im Jahr 2002 wieder instand gesetzt und unter Würdigung der Presse feierlich eingeweiht.

Außerdem war das Gut Neu-Langerwisch, ebenfalls im heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark gelegen, wie Stücken selbst bis weit in das 19. Jahrhundert hinein im Besitz der Familie. Zum Güterkomplex Göbel bei Möckern, welches bis zur Bodenreform im Eigentum verblieb, wiederum gehörte weiteres Zubehör, von dem Waldrogäsen bis 1945, und Klein Briesen bei Belzig ebenso lange gehalten werden konnten. Der letzte Gutsbesitzer dort, Achaz-Albrecht von Thümen (1911–1998), wurde später Kanzler[2] der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Die zweite Familienlinie Blankensee hatte ihren Hauptsitz in vielen Jahrhunderten bis zum Verkauf 1902 in Stangenhagen im Landkreis Teltow-Fläming, einem Ort im Dreieck zwischen den Flüssen Nuthe und Nieplitz mit dem Dorf Gröben an der nördlichen Dreiecksspitze und einer Linie Stangenhagen – Trebbin als südlicher Begrenzung, im später von Theodor Fontane genannten Thümenschen Winkel. In beiden Kirchorten Stangenhagen und Blankensee übte das Adelsgeschlecht das Patronat aus.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbild von 1663
Malerei in der Dorfkirche Siethen, heute Ortsteil von Ludwigsfelde

In Silber ein schrägrechts abfallender roter Palisadenzaun, überhöht von einer roten Rose. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine wachsende rot gekleidete Jungfrau mit offenem Haar und grüner Kopfbinde.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Original im Stadtarchiv Magdeburg
  2. H. M. R. Keyes, D. J. Aitken: International Handbook of Universities and over Institution higher Education. 1977. 2. 2020. Online Auflage. Band 7., Germany (Federal Republic). J. W. Goethe-Universität Frankfurt. Walter de Gruyter, 1977, ISSN 0074-6215, S. 425 (google.de [abgerufen am 26. April 2022]).
  3. Gabriele Henkel, Andreas Herz: Briefe der Fruchtbringenden Gesellschaft und Beilagen. Die Zeit Herzog Augusts von Sachsen-Weissenfels 1667 - 1680. Mit dem Breslauer Schuldrama "Actus von der Hochlöbl. Fruchtbringenden Gesellschaft" (1670) und mit den Registern der Mitglieder. In: Martin Bircher (Hrsg.): Fruchtbringende Gesellschaft: Die Deutsche Akademie des 17. Jahrhunderts Fruchtbringende Gesellschaft. Reihe 1, Kritische Ausgabe der Briefe, Beilagen und Akademiearbeiten. Abt. C, Halle. 1. Auflage. Band 1. Niemeyer, Tübingen 1991, ISBN 978-3-484-17601-0, S. 126–429 (google.de [abgerufen am 26. April 2022]).
  4. Sigmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Namens. 1829. Zweyter Teil, V. Abschnitt. Adelige Familien, Neue. Selbstverlag, Berlin 1829, S. 509–510 (google.de [abgerufen am 26. April 2022]).
  5. Carl-Friedrich von Klöden: Biographien berühmter Baumeister und Bildhauer. 1855. Hrsg.: Carl-Friedrich von Klöden. 1. Andreas Schlüter. Ferdinand Riegel, Berlin, Potsdam 1855, S. 112–113 (google.de [abgerufen am 26. April 2022]).
  6. Erich Krafft: Das "Speculum mundi" des Bartholomäus Ringwaldt sprachlich, textkritisch, literarhistorisch und stilistisch untersucht. In: Friedrich Vogt, Karl Weinhold (Hrsg.): Germanische Abhandlungen. 2.1977 Georg Olms Verlag Hildesheim, New York Auflage. Band 47, Johann von Thümen. M. & H. Marcus, Breslau 1915, S. 163 (google.de [abgerufen am 26. April 2022]).
  7. Adolf von Winterfeld: Veit von Thümen. In: Johanniterorden (Hrsg.): Geschichte des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. Mit der besonderen Berücksichtigung der Ballei Brandenburg oder des Herrenmeisterthums Sonnenburg. Band XII., 3. Die Ballei Brandenburg unter den Herrenmeistern bis zur Aufhebung der Ballei (1351 –1811). Martin Berendt, Berlin 1859, S. 705–708 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 26. April 2022]).