The Floating Piers

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Floating Piers, Kunstwerk von Christo und Jeanne-Claude
Floating Piers 2016
Insel San Paolo mit den Stegen
Luftbild der gesamten Installation

The Floating Piers war ein temporäres Kunstwerk in Italien von Christo und Jeanne-Claude im öffentlichen Raum. Es existierte für genau 16 Tage vom 18. Juni bis zum 3. Juli 2016. Die begehbaren Stege wurden von über einer Million Menschen frequentiert.[1] Das Kunstwerk verband die Stadt Sulzano mit dem Dorf Peschiera Maraglio auf der Insel Monte Isola und der Insel San Paolo auf dem Iseosee.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke belief sich auf drei Kilometer. Als temporäres ortsspezifisches Kunstwerk wurde es zum Reise- und Erlebnisziel des internationalen Tourismus. Das Kunstwerk wurde in zahlreiche Wanderwege eingebunden. Die ca. 1.900 Einwohner zählende Stadt Sulzano musste aufgrund des Besucheransturms für den Straßenverkehr gesperrt werden. Die Stege hatten kein Geländer und vermittelten dadurch den Eindruck, direkt auf dem Wasser zu laufen. Die beiden Hauptstege liefen auf eine Villa auf der Insel San Paulo zu, die sich seit Jahrzehnten im Besitz der Eigentümerfamilie des Waffenherstellers Beretta befindet.[3] Die Stege waren barrierefrei und auch für Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren zugänglich.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stege wurden mit Schwergewichten auf dem Boden des Sees befestigt. Die Gewichtsform entspricht einem Würfel. Dadurch wurde einerseits die Beweglichkeit ermöglicht und andererseits die Festigkeit und Sicherheit gewahrt. Sie bestehen aus Kunststoff und wurden mit orange-rötlichen Stofffasern aus Polyamidgarn umwickelt. Das Garn wurde von der Wuppertaler PHP Fibers gesponnen, einer Tochter der thailändischen Indorama Ventures. Der schwimmende Kunststoff wurde damit aufwändig bezogen. Der Farbton ist dahliengelb. Garn und Farbe wurden zusammen erhitzt um genau diesen Farbton zu erhalten. Hergestellt wurde dieser von dem in Wuppertal ansässigen Unternehmen der Gebrüder Wylach.[4] Mit diesem Unternehmen hatten die Künstler bereits für den Verhüllten Reichstag zusammen gearbeitet.[5]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt wurde vom Künstlerpaar selbst finanziert. Die Kosten beliefen sich auf 15 Millionen US-Dollar.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kunstwerk wurde von dem Künstlerpaar bereits 40 Jahre zuvor geplant. Es sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, über Wasser zu laufen. Das Wetter wurde in der Planung einkalkuliert.[6][7] Jeanne-Claude starb 2009. Daher musste die Arbeit ohne sie realisiert werden.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Floating Piers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. dpa: «Floating Piers» schließen – Besucheransturm ungebrochen. In: sueddeutsche.de. 1. Juli 2016; abgerufen am 2. Juli 2016.
  2. Floating Piers – Künstler Christo am Iseosee. In: gardasee.de. Abgerufen am 2. Juli 2016.
  3. Wolfgang Koch: Floating Piers: Christos idyllischer Kapitalismus am Iseo-See (2/2). In: taz.blogs. 1. Juli 2016; abgerufen am 2. Juli 2016.
  4. a b Wuppertaler Firmen liefern Material für Christo. In: wdr.de. 17. Juni 2016; abgerufen am 3. Juli 2016.
  5. Führung durch die Firma Gebr. Wylach. In: Wuppertal live. Archiviert vom Original am 3. Juli 2016; abgerufen am 4. Juli 2016.
  6. See Photos From Christo’s ‘The Floating Piers’. In: Time. 22. Juni 2016; abgerufen am 2. Juli 2016.
  7. Elisabetta Povoledo: Christo’s Newest Project: Walking on Water. In: The New York Times. 16. Juni 2016; abgerufen am 2. Juli 2016.
  8. sha/dpa/AP: Christo-Weggefährtin: Künstlerin Jeanne-Claude ist tot. In: Spiegel Online. 19. November 2009; abgerufen am 8. Juli 2016.