Theatre of Tragedy

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Theatre of Tragedy
Theatre of tragedy logo.png

Theatre of Tragedy.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Gothic Metal, Dark Rock, Electropop
Gründung 1993
Auflösung 2010
Website www.theatreoftragedy.com
Gründungsmitglieder
Raymond István Rohonyi
Tommy Lindal
Gitarre
Pål Bjåstad
Hein Frode Hansen
Lorentz Aspen
Letzte Besetzung
Gesang
Nell Sigland
Gesang
Raymond Istvàn Rohonyi
Gitarre
Frank Claussen
Gitarre
Vegard K. Thorsen
Schlagzeug
Hein Frode Hansen
Keyboard
Lorentz Aspen
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Liv Kristine
E-Bass
Eirik T. Saltrø
Gitarre
Tommy Olsson
Gitarre
Geir Flikkeid

Theatre of Tragedy war eine 1993 gegründete norwegische Band aus Stavanger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massacra Records[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raymond István Rohonyi, Tommy Lindal, Pål Bjåstad, Hein Frode Hansen und Lorentz Aspen gründeten 1993 Suffering Grief als Band deren Musik Death Doom mit altenglischen Texten und Keyboard-Passagen arrangiert wurde. Nach einer Umbenennung in Le Reine Noir folgte im April 1994 der Namenswechsel zu Theatre of Tragedy. Im gleichen Jahr trat Liv Kristine der Band als feste Sängerin bei. Gemeinsam nahm die Gruppe ein Demoband auf und verschickte es an unterschiedliche Label. Das deutsche Metal-Label Massacre Records nahm Theatre of Tragedy unter Vertrag und ließ sie mit Dan Swanö das selbstbetitelte Debütalbum einspielen. Theatre of Tragedy erschien 1995.[1]

Das Album wird als wichtiges Album in der Popularisierung des Gothic Metal gesehen. Hinzukommend wird es als bedeutsame Veröffentlichung für die Verbreitung der im Gothic Metal und später im Symphonic Metal häufig präsentierten Gesangspaarung aus Growling und dem Klargesang einer Frau benannt.[2] Die Idee lässt sich auf Celtic Frost und Paradise Lost zurückführen, diese arrangierten jedoch nur einzelne Titel mit dieser Gesangspaarung und bauten nicht das Bandkonzept auf dieser Idee auf. Darüber hinaus erreichten die Alben Gothic und Into the Pandemonium nicht den Erfolg des Albums von Theatre of Tragedy. Entsprechend verkörperte Theatre of Tragedy 1995, dem späteren Label der Band Nuclear Blast zur Folge, kein neues Konzept sondern „jeden Aspekt der aufkeimenden Gothic-Metal-Szene.“[3] Im Anschluss an die Veröffentlichung bestritt die Band eine Tournee mit Atrocity und Das Ich.[1]

Unmittelbar im Anschluss an die Tournee begann die Gruppe mit der Produktion des zweiten Albums. Velvet Darkness They Fear wurde mit Peter Coleman im Commusication Studio in Beindersheim aufgenommen. Zu den Aufnahmen von vier Stücken wurde das Moskauer Streichquartett Nedeltcho Boiadjiev hinzugezogen. Als weiterer Gitarrist stieß Geir Flikkeid zur Gruppe um den ausgeschiedenen Bjåstad zu ersetzten. Das Album wurde von Kritikern Zwiegestalten aufgenommen, erreichte jedoch ein großes Publikum.[4] Mit Der Tanz der Schatten enthielt Velvet Darkness They Fear einen Hit der in Diskotheken der schwarzen Szene häufig gespielt wurde. Das Album wurde trotz gespaltener Kritiken zu einem der populärsten und, mit über 40.000 unmittelbar verkauften Exemplaren, erfolgreichsten Gothic-Metal-Alben seiner Zeit.[1][3] Mit dem Erfolg galt die Gruppe als eine der damals führenden Bands im Genre.[3][2] Lindal erlitt kurz nach der Fertigstellung des Albums einen Schlaganfall, wurde daher für die für 1996 geplanten Tournee durch Mathias Röderer von Atrocity ersetzt und kehrte nicht in die Band zurück. Erneut bestritt die Gruppe eine Tournee mit Atrocity. Hinzukommend war Theatre of Tragedy Teil des Tour-Festivals Out Of the Dark mit Gorefest, Samael und Moonspell.[1]

Aus zwei verbleibenden Stücken der Aufnahmen von Velvet Darkness They Fear, einer englischen Version von Der Tanz der Schatten, einem Joy-Division-Cover, welches die Band für eine norwegische Tributkompilation aufgenommen hatte und zwei durch Bruno Kramm von Das Ich arrangierten Remixversionen bekannter Stücke, stellte die Band die EP A Rose for the Dead zusammen. Im Begleitheft der 1997 erschienen EP gab die Gruppe bekannt, das Flikkeid Theatre of Tragedy auf eigenen Wunsch hin verlasse. Die Veröffentlichung wurde von einer Tournee mit Heavenwood und Lake of Tears begleitet.[1] Insbesondere die Remixversionen der EP wurden durch Kritiker infrage gestellt.[4]

Liv Kristine bei einem Auftritt, etwa 1998

Nachdem Kristine ihr Solodebüt Deus Ex Machina 1998 veröffentlichte und der Gruppe zwei Gitarristen fehlten kamen kurzzeitig Gerüchte um eine mögliche Trennung von Theatre of Tragedy auf.[5] Dennoch wurde im gleichen Jahr mit Aégis das dritte Studioalbum der Gruppe veröffentlicht. das mit Frank Classen und Tommy Olsson als neue Gitarristen aufgenommene und erneut von Peter Coleman produzierte Album variierte den von Theatre of Tragedy bekannten Stil hin zum Dark Rock. Der stärker auf den Einsatz des Keyboards und Kristines Stimme hin konzipierte Stil von Aégis wurde von Kritikern als positiver Schritt in der Entwicklung der Gruppe gerühmt und durch Charterfolge in den Niederlanden (Platz 21) und Deutschland honoriert (Platz 40). Betont wurde ebenfalls der Wandel von Rohonyis Gesang, der kein Growling mehr anwandte.[1][3][6][5] Kristin bemängelte das Album öffentlich und kritisierte, dass ein Großteil ihrer Gesangsaufnahmen nicht auf dem Album enthalten waren.[7] Anders als die Vorgängerveröffentlichungen erhielt Aégis überwiegend positive Kritiken.[1][3] Nach der Veröffentlichung bestritt die Band einige Festivalauftritte und Konzerte.

Nach dem Erfolg des Albums Aégis wurde die Gruppe von East West Records, einem Atlantic-Subunternehmen, und Napalm Records abgeworben. Massacre veröffentlichte im Nachgang noch eine Weile verbliebenes Material der Gruppe. So die aus verbliebenen Aufnahmen des Albums Aégis, welches zuvor auf Kompilationen und limitierten Varianten erschien, einem zuvor auf der Kompilation Neuer Deutscher Liederwahn erschienenen Club-Mix des Stücks Der Tanz der Schatten und drei neuen nicht mit der Band vereinbarten Remixen zusammengestellt, die EP Inperspektive 2000. Die Veröffentlichung der EP wurde massiv kritisiert und dem Label als Versuch „Kohle zu scheffeln“ vorgeworfen.[8][9] Im darauf folgenden Jahr erschien mit closure:live ein,den Auftritt beim Metal Mania Festival 2000 in Katowice dokumentierendes Live-Album über Massacra Records.

East West Records[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit musique vollzog die Gruppe einen radikalen Stilwandel. Olsson und Saltrø verließen die Band noch vor der Aufnahmen und wurde nicht ersetzt. Als Grund für die Trennung wurden musikalische Differenzen angeführt. Der neue Stil der Gruppe tendierte verstärkt in Richtung Synth-Rock, nahm Elemente des modernen Alternative Metal auf und wurde durch technoide Songstrukturen seiner Zeit geprägt. Dieser Wandel wurde von bisherigen Anhängern der Gruppe scharf kritisiert.[7] Ebenso wurde das Album von Kritikern zumeist schlecht beurteilt. Es erreichte trotz negativer Rezensionen die deutschen Charts (Platz 39) und die zugehörige Europatournee fand Ausverkauft statt.[1][3][10][11][12]

Der durch das Voralbum musique eingeleitete Stilwechsel setzte sich 2002 mit Assembly fort. Die mit Vegard K. Thorsen als neuen Gitarristen verstärkte Gruppe griff auf dem Album zunehmend auf Popstrukturen zurück. Entsprechend wurde das Album als Reminiszenz an die Popmusik der 1980er besprochen.[13] Anders als musique wurde Assembly damit positiv aufgenommen.[14] Insbesondere wurde in Besprechungen der Gesang von Kristine lobend erwähnt.

„Hatte sie bislang zumeist die höheren Oktaven für sich in Anspruch genommen, so hat sie nun auf Assembly alle Restriktionen fallen gelassen, um den Hörer mal mit tiefer, lasziver Stimme zu verzaubern (Automatic Lover), mal mit feinen Nuancen zum genaueren Hinhören zu verführen (Motion). Konsequenterweise wird dieser Steigerung durch mehr Raum für Livs Gesang Rechnung getragen.“

– Rachendrachen[14]

Das Album kam kurzzeitig in die Charts, konnte jedoch nicht am Erfolg der Vorgängerwerke anknüpfen und blieb hinter den Erwartungen zurück.

Im Jahr 2003 beteiligte sich Kristine, die mittlerweile mit dem Atrocity-Sänger Alexander Krull verheiratet war, an der Gründung der Symphonic-Metal-Band Leaves’ Eyes mit Mitgliedern der Gruppe Atrocity. Kristine, die zuvor nach Deutschland gezogen war, verlor in den vorausgegangenen Jahren zunehmend den Bezug zu den Mitgliedern von Theatre of Tragedy und wurde noch 2003 via E-Mail über ihr Ausscheiden aus der Gruppe informiert. Kristine benannte das unstete Bandgefüge über mehrere Jahre als Hauptproblem und Grund für eine wachsende Missgunst in der Gruppe, die ihrer Ansicht nach zu ihrem Ausschluss führte. Die Bandmitglieder hingegen gaben Kristine gegenüber an, dass ein radikaler Schnitt nötig gewesen sei um eine akute Krise zu überwinden.[15] Aspen bestätigte diesen Aspekt als Kernmotivation hinter der Trennung und erläuterte hinzukommend weitere Einschnitte in der Karriere der Gruppe, wie der Trennung von East/West, mit den Wunsch einen Neubeginn unter eigener Kontrolle zu wagen.

„Wir haben uns von Liv K. getrennt und danach von unserer Plattenfirma und dann noch von unserem Management. Es war Zeit wieder die Kontrolle über unsere Karrieren zu bekommen und von vorn zu beginnen.“

– Lorentz Aspen[16]

AFM Records[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nell Sigland

In der Öffentlichkeit wurde die Gruppe nach den Trennungen von ihrer Sängerin, ihrem Management und ihrem Label als gescheitert wahrgenommen.[16] Im Frühjahr 2006 veröffentlichte Theatre of Tragedy mit ihrer neuen Sängerin Nell Sigland von der Dark-Rock-Band The Crest, welche die Band seit 2003 unterstützte, ihr sechstes Studioalbum. Das Album Storm wurde als Comeback hoch gelobt. Mit diesem Album distanzierte sich die Band von dem Kurs der beiden vorausgegangenen Alben. Das Album erschien über AFM Records und wurde von Rezensenten zumeist mit Aégis verglichen.[17] Der Bass wurde von dem Gastmusiker Magnus Westgaard eingespielt. Die Tournee welche die Albumveröffentlichung begleitete wurde ohne Bassisten absolviert. Einige Lieder wurden durch den Tontechniker am Bass begleitet.[18]

Im September 2009 erschien das siebte Studioalbum. Forever Is the World wurde von Kritikern erneut positiv aufgenommen und fortgeführte Rückbesinnung auf die Stärken des Albums Aégis beurteilt.[19][20][21][22] Zum Teil so urteilten Kritiker ginge die Rückbesinnung gar weiter. Vor allem, dass dem Klargesang Siglands vereinzelt der gutturale Gesang Rohonyis entgegengesetzt wurde, wurde als Rückgriff auf frühe Veröffentlichungen betrachtet.[22]

Mit Addenda erschien im März 2010 eine EP, die in einer auf 2000 Kopien limitierten Auflage dem Tour-Album beigelegt wurde. Zugleich gab Theatre of Tragedy offiziell ihrer Auflösung für Oktober des gleichen Jahres bekannt. Als Grund wurden immer größere Probleme, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren angegeben. Die letzte Europatournee im März 2010 sowie vereinzelte Konzert- und Festivalverpflichtungen wurden wie geplant wahrgenommen. Nach eigenen Angaben habe die Gruppe die Auflösung währen der Aufnahmen zu Forever Is the World beschlossen.[23] Im Nachgang wurde das letzte Konzert der Gruppe als Doppelalbum und DVD unter dem Titel Last Curtain Call 2011 veröffentlicht.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[24]
Aégis
  DE 40 25.05.1998 (16 Wo.)
Musique
  DE 39 16.10.2000 (3 Wo.)
Assembly
  DE 75 11.03.2002 (1 Wo.)
  • 1994: Theatre of Tragedy Demo (Demo, Selbstverlag)
  • 1995: Theatre of Tragedy (Album, Massacra Records)
  • 1996: Velvet Darkness They Fear (Album, Massacra Records)
  • 1996: Der Tanz der Schatten (Single, Massacra Records)
  • 1997: A Rose for the Dead (EP, Massacra Records)
  • 1998: Aégis (Album, Massacra Records)
  • 1998: Cassandra (Single, Massacra Records)
  • 2000: Musique (Album, East/West Records)
  • 2000: Image (Single)
  • 2000: Inperspective (EP, Massacra Records))
  • 2001: Machine (Single, East/West Records)
  • 2001: Closure:live (Livealbum, Massacra Records)
  • 2002: Assembly (Album, East/West Records)
  • 2002: Let You Down (Single, East/West Records)
  • 2006: Storm (Single, AFM Records)
  • 2006: Storm (Album, AFM Records)
  • 2009: Forever Is the World (Album, AFM Records)
  • 2010: Addenda (EP, AFM Records)
  • 2011: Last Curtain Call (Doppelalbum inkl. DVD, AFM Records)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Garry Sharpe-Young: A-Z of Doom, Goth & Stoner Metal. Rockdetector, 2003, ISBN 978-1-901447-14-9, S. 406 f. (englisch).
  2. a b Stefan Gnad: Gothic Metal. In: Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel. Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, S. 190 bis 199, hier S. 195 f.
  3. a b c d e f Theatre of Tragedy. Nuclear Blast, abgerufen am 13. Juli 2017.
  4. a b Torsten Volkmer: Theatre of Tragesy: A Rose for the Dead. Be Subjective, abgerufen am 13. Juli 2017.
  5. a b Theatre of Tragedy: Aégis. Metal.de, abgerufen am 14. Juli 2017.
  6. Allen: Theatre of Tragedy: Aégis. Metalstorm, abgerufen am 14. Juli 2017.
  7. a b Melanie.Haack: Theatre of Tragedy Interview. Metal.de, abgerufen am 14. Juli 2017.
  8. Theatre of Tragedy: Inperspektive. Metal.de, abgerufen am 14. Juli 2017.
  9. Andrea: Theatre of Tragedy: Inperspektive. Vampster, abgerufen am 14. Juli 2017.
  10. Alchemist: Theatre of Tragedy: musique. Metal.de, abgerufen am 14. Juli 2017.
  11. Bettina Doerr: Theatre of Tragedy: musique. Laut.de, abgerufen am 14. Juli 2017.
  12. Jason Anderson: Theatre of Tragedy: musique. Allmusic, abgerufen am 14. Juli 2017.
  13. Brian O'Neill: Theatre of Tragedy: Assembly. Allmusic, abgerufen am 19. Juli 2017.
  14. a b Rachendrachen: Theatre of Tragedy: Assembly. Vampster, abgerufen am 19. Juli 2017.
  15. John Dunphy: Liv Krull Leaves Eye Interview. MusicTap, abgerufen am 19. Juli 2017.
  16. a b Hellzone: THEATRE OF TRAGEDY - Interview mit Lorentz Aspen zum Album "Storm" März 2006. Hell-Zone, abgerufen am 20. Juli 2017.
  17. Rachendrachen: Theatre of Tragedy: Storm. Vampster, abgerufen am 19. Juli 2017.
  18. DerRozzengarten: Theatre Of Tragedy interview (03/2006). Metalstorm, abgerufen am 20. Juli 2017.
  19. Ernis: Theatre of Tragedy: Forever Is the World. metalstorm, abgerufen am 20. Juli 2017.
  20. Alex: Theatre of Tragedy: Forever Is the World. metalreviews, abgerufen am 20. Juli 2017.
  21. Dark Lord: Theatre of Tragedy: Forever Is the World. stormbringer, abgerufen am 20. Juli 2017.
  22. a b Alexander Eitner: Theatre of Tragedy: Forever Is the World. metalnews, abgerufen am 20. Juli 2017.
  23. Fabian: Theatre of Tragedy: Der Vorhang fällt. Metal.de, abgerufen am 20. Juli 2017.
  24. Chartverfolgung auf musicline.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]