Theodor Engel

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Gedenktafel für Theodor Engel am Fuchseck

Theodor Engel (* 20. November 1842 in Eschenbach; † 29. Januar 1933 in Eislingen) war ein deutscher evangelischer Theologe, Geologe und Paläontologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Engel, Sohn des Pfarrers Johann Christian Engel, besuchte das Lyceum in Esslingen (das heutige Georgii-Gymnasium) und anschließend die Lateinschule in Göppingen. Ab 1860 studierte er in Tübingen an der Eberhard-Karls-Universität Theologie, Philosophie sowie allgemeine Naturwissenschaften und Geologie bei Friedrich August von Quenstedt. 1866 wurde Engel mit einer Dissertation über den Mystiker Johannes Scottus Eriugena promoviert. Es folgten verschiedene Anstellungen in theologischer Tätigkeit. Er war verheiratet mit Klementine Tritschler. Zuletzt war er von 1885 bis 1910 Pfarrer in Eislingen, wo er auch bis zu seinem Tode im Jahr 1933 wohnte. Sein Grab ist auf dem Friedhof in Eislingen (Süd) und trägt die Inschrift: „Theolog und Geolog“.

Theologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine erste Anstellung als Geistlicher hatte er in Biberach als Vikar und Pfarrverweser. Weitere Wirkungsstätten waren Heubach, Kohlberg, Würtingen, Laufen, Glatten und als Pfarrer in Ettlenschieß und schließlich Eislingen.

Geologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Engel setzte als Paläontologe und Schüler Quenstedts (Quenstedtsche Gliederung der Hauptschichtstufen der Juragesteine, die erst 1973 durch eine neue internationale Gliederung abgelöst wurde) dessen Tradition von Exkursionsführern zu Fossillagerstätten fort, legte aber im Gegensatz zu F. A. Quenstedts Geologische Ausflüge in Schwaben. (Laupp, Tübingen 1864) größeren Wert auf eine populärwissenschaftliche Vermittlung.

Theodor Engel trug in 60 Jahren eine große Anzahl an Gesteinen, Fossilien, Ammoniten, Konchilien, Mineralien und Pflanzen zusammen. Seine Fossiliensammlung gibt eine fast vollständige Übersicht über die Fauna des Jurameeres sowie auch die der Erdgeschichte.

Engel war Mitbegründer des Schwäbischen Albvereins und Herausgeber dessen Blätter des Schwäbischen Albvereins.

Das 1970 in Göppingen-Jebenhausen gegründete Städtische Naturkundliche Museum ging aus der Privatsammlung des Naturkundlichen Museums Dr. Engel hervor.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ueber die Lagerungsverhältnisse des weissen Jura in der Umgebung von Heubach. In: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg. 25, Stuttgart 1869, S. 57–100 (zobodat.at [PDF]).
  • Der Weiße Jura in Schwaben. Schweizerbart, Stuttgart 1877.
  • Die Schwabenalb und ihr geologischer Aufbau. 2. Auflage. Verlag des Schwäbischen Albvereins, Tübingen 1894.
  • Der Hohenstaufen und sein Gebiet: Göppingen, Geislingen, Gmünd und ihre Umgebung. Orell Füssli, Zürich 1894 (Europäische Wanderbilder. 232).
  • Die wichtigsten Gesteinsarten der Erde: nebst vorausgeschickter Einführung in die Geologie, für Freunde der Natur leichtfasslich zusammengestellt. Verlag von Otto Maier, Ravensburg 1897.
  • Unsere Schwäbische Alb: Reiseführer, mit zahlreichen Vollbildern und Originalholzschnitten sowie einer Übersichtskarte der Schwäbischen Alb. Ebner, Ulm 1900.
  • Kämmerer Dr. Joseph Probst † in Biberach a. R. 9. März 1905. In: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 61, Stuttgart 1905, S. XXXVII-XLV (archive.org).
  • Geognostischer Wegweiser durch Württemberg: Anleitung zum Erkennen der Schichten und zum Sammeln der Petrefakten. 3. Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1908 (beinhaltet alle zur damaligen Zeit bekannten Fossilien und Fundstellen).
  • Geologischer Exkursionsführer durch Württemberg. Schweizerbart, Stuttgart 1911.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dr. Theodor Engel: Erforscher der Schwäbischen Alb. Konrad, Weissenhorn 1988, ISBN 3-87437-270-7.
  • Jurasammlung Dr. Engel: Erdgeschichte und Landschaft in Schwaben. Ein Museums- und Natürführer. Städtisches Naturkundliches Museum Göppingen. Goldschneck-Verlag, Korb 1990, ISBN 3-926129-10-7.
  • Dr. Theodor Engel: Stationen eines reichen Lebens. In Überlieferungen und seinen Gedichten. Stadtarchiv, Eislingen/Fils 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Theodor Engel bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 24. März 2016.
  2. Ehrenmitglieder des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg
  3. Blätter des Schwäbischen Albvereins, Nr. 3, Mai/Juni 1959, S. 64
  4. Homepage der nach ihm benannten Realschule vom 15.03.2014. (Memento vom 15. März 2014 im Internet Archive)
  5. Aktuelle Homepage der Dr.-Engel-Realschule. online