Heubach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heubach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heubach
Heubach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heubach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 47′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 466 m ü. NHN
Fläche: 25,81 km2
Einwohner: 9744 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 378 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73540
Vorwahl: 07173
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 028
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 53
73540 Heubach
Webpräsenz: www.heubach.de
Bürgermeister: Frederick Brütting (SPD)
Lage der Stadt Heubach im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild

Heubach ist eine Stadt im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach vom Rosenstein aus gesehen

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach liegt am Rande des Remstals und am Fuße des Rosensteins (Schwäbische Alb), zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen. Der Klotzbach durchquert Heubach von Süd nach Nord.

Die Stadt grenzt im Norden an Böbingen an der Rems und Mögglingen, im Osten an Essingen, im Süden an Bartholomä und im Westen an die Stadt Schwäbisch Gmünd.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Heubach mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Lautern gehören neben Heubach sechs weitere Dörfer, Höfe und Häuser. Zur Stadt Heubach in den Grenzen von 1970 gehören die Stadt Heubach, die Stadtteile Beuren und Buch und die Häuser Himmelreich und Jägerhaus sowie die abgegangene Ortschaft Eckelhofen. Zur ehemaligen Gemeinde Lautern gehören der Stadtteil Lautern und das Gehöft Ölmühle.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Ortsteil Buch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Buch wird am 6. Oktober 1356 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum 15. Jahrhundert erscheinen in Buch als Grund- bzw. Ortsherren die Rechberg, Gmünder Bürger, das Hl.-Geist-Spital und das Augustinerkloster zu Gmünd, die Woellwarth und die Pfarrei St. Ulrich zu Heubach. 1528 einigten sich die Ortsherrschaften auf einen Vertrag ihre Rechte betreffend. Die 1519 errichtete Kapelle fiel dem Bau der Bucher Hauptstraße zum Opfer. Es wurde eine neue Kapelle erbaut, welche einen reicht gestalteten Flügelaltar von 1522 aus der alten Kapelle beherbergt. Das Dorfleben prägt die sehr aktive Sport- und Dorfgemeinschaft Buch, die in Eigenarbeit zusammen mit der Stadt Heubach im Jahr 1990 die multifunktionale Begegnungsstätte „Bucher Dorfschenke“ errichtete.[4]

Teilort Lautern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lautern (Heubach)

Der Teilort Lautern liegt eingebettet in die vorgelagerten Berge der Ostalb entlang der namensgebenden Lauter. Lautern ist mit seinen zwölf Gartenbaubetrieben und einer großen Baumschule als „Gärtnerdorf“ bekannt.[5] Bis zur Gemeindereform 1971 war Lautern eine eigenständige Gemeinde. Ortsvorsteher ist Bernhard Deininger.[6] In Lautern gibt es eine sehr aktive Dorfgemeinschaft mit vielen Vereinen[7] und einer katholischen Kirchgemeinde. Besonders zu erwähnen ist Hierbei die Jugend Initiative Lautern kurz „JIL“. Im Jahr 2012 wurde Lautern mit der Silbermedaille des Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet.[8] Seit dem Jubiläum „650 Jahre Lautern“ im Jahr 1995 findet alle vier Jahre ein historischer Markt unter dem Motto „Lautern anno 1900“ statt, der jedes mal ca. 20.000 Besucher anlockt.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Rosenstein über der Stadt Heubach

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Siedlungsspuren im Stadtgebiet von Heubach stammen aus dem späten 13. oder frühen 12. Jahrtausend vor Christus. Das Alter, einer in der Höhle „Kleine Scheuer“ gefundenen Geschossspitze aus Knochen, wurde auf 14.000 Jahre datiert.[10] Damit ist Heubach die älteste nachgewiesene Siedlung im gesamten Ostalbkreis.[11]

Keramikfunde, Ringwälle und Hügelgräber auf dem Rosenstein, Hoch- und Mittelberg deuten auf eine Besiedlung durch sesshaft gewordene Bevölkerungsteile zwischen 800 und 400 vor Christus hin. Weitere Funde von Eisengeräten lassen die Wiederbenutzung der Wallanlagen auf dem Rosenstein als Fluchtburg durch die alemannische Bevölkerung im Zeitraum vom 3. bis 5. Jahrhundert nach Christus vermuten. Ein Herrenhof im Bereich des Heubacher Schlosses und der Ulrichskirche kann etwa ab dem Jahr 700 vermutet werden.[12]

Heubach von Nordwesten aus mit Rosenstein und Fernmeldeturm, Luftaufnahme

Im Jahr 1234 wurde Heubach im Zusammenhang mit einem Ritter Hainricus de Hôbach erstmals urkundlich erwähnt. Auf dem Rosenstein befindet sich die Burgruine Rosenstein, diese wurde 1282 erstmals erwähnt. Ende des 13. Jahrhunderts kamen Heubach und der Rosenstein in den Besitz der Grafen von Oettingen, die den Besitz um 1358 an die Grafen von Württemberg verpfändeten. Das Stadtrecht besitzt Heubach seit 1334.[13] Nach dem Sieg Kaiser Karls IV. gegen den württembergischen Graf Eberhard den Greiner fielen Heubach und der Rosenstein 1360 an das Königreich Böhmen, gingen 1377 jedoch wieder als Pfandschaftsbesitz an Württemberg über, das mit dem Besitz um 1413 die Herren von Woellwarth belehnte. Georg von Woellwarth verließ 1524 Burg Rosenstein und erbaute in Heubach ein Schloss. 1579 kaufte Herzog Ludwig von Württemberg Heubach und Rosenstein zurück und erhob Heubach zur Amtsstadt. 1581 wurde ein Rathaus errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg sank die Bevölkerung auf 10 Personen, der Ort wurde auf Bestreben der württembergischen Regierung jedoch rasch wieder aufgebaut und wiederbesiedelt. Vom 18. Jahrhundert an bestand das Oberamt Heubach, das am 25. April 1807 mit dem Oberamt Gmünd zusammengelegt wurde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Kommunalreform 1938 wurde aus dem Oberamt der Landkreis Schwäbisch Gmünd, zu dem nun auch Heubach gehörte. Am 16. März 1944 kam es zu einem Luftgefecht zwischen dem deutschen Abwehrgeschwader ZG 76 und einem US-Bomberverband über der Raumschaft rund um Heubach. Dabei wurden 26 deutsche Abfangjäger abgeschossen, 10 erlitten Bruchlandungen und ein amerikanischer B-17-Bomber stürzte zwischen Heubach und Mögglingen ab. Die verstorbene Besatzung wurde auf dem Friedhof in Heubach beigesetzt.[14] Der Stadt Heubach war eine Schlüsselstellung in der deutschen Verteidigung des Albaufgangs. Das führte in Folge der Weigerung des Militärs zur friedlichen Übergabe, die zeitweilig von der SS mit der Androhung von Waffengewalt durchgesetzt wurde, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs dazu, dass Heubach am 23. April und in der Nacht zum 24. April 1945 von amerikanischer Artillerie beschossen wurde.[15][16] Die Kreisreform 1973 schlug die Stadt dem neuen Ostalbkreis zu.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Lautern

Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1. Januar 1971 Lautern eingemeindet.[17]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der evangelischen St.-Ulrich-Kirche und der römisch-katholischen St.-Bernhard-Kirche gibt es auch eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde sowie eine Gemeinde der Zeugen Jehovas und die Ulu-Moschee des Türkisch Islamischen Kulturvereins Heubach und Umgebung in der Stadt.[18][19]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach um 1830

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 wurde der Jurist Frederick Brütting bei sieben Gegenkandidaten im ersten Wahlgang mit 67,3 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 57,1 % zum Nachfolger des scheidenden Bürgermeisters Klaus Maier gewählt. Seine aktuelle Amtszeit begann am 1. Januar 2012 und endet am 31. Dezember 2019.[20]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 23 Mitglieder an, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt (die Veränderungen beziehen jeweils sich auf das Ergebnis der vorletzten Wahl im Jahr 2009):

Gemeinderat seit 2014
Fraktion Wahlergebnis ± Stärke ±
CDU 34,1 % −3,2 Pp. 8 Sitze ±0
Unabhängige Bürger (UB)(a) 29,1 % +29,1 Pp. 7 Sitze +7
Bürgerliste (BL) 27,5 % −6,2 Pp. 6 Sitze −2
SPD(b) 9,3 % −19,7 Pp. 2 Sitze −4

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Blau zwei schräg gekreuzte goldenen Heuliecher (Heuhaken).“

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein, dem die Gemeinden Bartholomä, Böbingen an der Rems, Heuchlingen und Mögglingen angehören. Die Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein übernimmt für die Mitgliedsgemeinden zum Beispiel Aufgaben wie die Haushaltsplan- und Abgabengeschäfte mit den Steuerangelegenheiten, die Kassen- und Rechnungsgeschäfte, aber auch die Herausgabe des gemeinsamen Amtsblatts. Verbandsvorsitzender ist der Bürgermeister der Stadt Heubach. Den Verwaltungsrat bilden die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden. Die Gemeinderäte entsenden aus ihrer Mitte gewählte Vertreter in die Verbandsversammlung.[21]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach unterhält partnerschaftlichen Beziehungen zu folgenden Städten[22]

Laxou (Frankreich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1963 unterschrieben Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle den deutsch-französischen Staatsvertrag. Im selben Jahr begannen die ersten Kontakte zwischen Heubach und Laxou bei Nancy in Lothringen. Am 26. September 1964 konnte anlässlich einer feierlichen Veranstaltung die Städtefreudschaftsurkunde unterzeichnet werden. Der Europarat verlieh 1976 den beiden Städten die hohe Auszeichnung der Ehrenfahne des Europarats in Anerkennung ihrer besonderen Leistungen für die Völkerverständigung. Zahlreiche Kontakte und Freundschaften sind in den letzten Jahrzehnten entstanden. Das 50. Jubiläum wurde 2014 in Heubach gefeiert.

Waidhofen an der Thaya (Österreich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Verbindungen von heimatvertriebenen Mitbürgern trat Heubach 1982 mit der österreichischen Stadtgemeinde Waidhofen an der Thaya (nahe der tschechischen Grenze) in Kontakt. Am 15. Mai 1982 wurde diese Partnerschaft mit einer Verschwisterungsurkunde besiegelt.

Lauscha (Thüringen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die bereits jahrelang bestehenden Kontakte der evangelischen Kirchengemeinde zur Glasbläserstadt Lauscha in der ehemaligen DDR angestoßen, besiegelte die Stadt Heubach ihre dritte Partnerschaft am 1. September 1990 in Heubach. Die Gegenzeichnung der Partnerschaftsurkunde fand am 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung, in Lauscha statt.

Anderamboukane (Mali)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anderamboukane liegt im Südosten von Mali, nahe der Grenze zu Niger. Die Einwohnerzahl beträgt 26.000, die Gemarkungsfläche 9.000 km² (Baden-Württemberg 35.700 km²). Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern, Sitzungen finden alle drei Monate statt. In Anderamboukane leben hauptsächlich Tuareg. Viele beschäftigen sich als Viehzüchter (Esel, Ziegen, Kamele, Schafe und Rinder), angebaut wird vor allem Hirse und Bohnen. Durch den angrenzenden Teich spielt auch die Fischzucht eine Rolle. Handwerker fertigen Waren aus Silber, Holz, Eisen und Tierfellen. Die natürlichen Grundlagen wie Bodenbeschaffenheit, Witterung und Topografie sind äußerst ungünstig. Das Vorrücken der Wüste gefährdet die Lebensgrundlage der Bewohner. Das gesamte Land ist vom Regen sehr abhängig, denn die Nahrungsgrundlage besteht aus der eigenen Ernte. Bleibt der Regen aus, kommt das einer Katastrophe gleich. Bereits im Jahr 2000 hat Heubachs französische Partnerstadt Laxou Kontakte mit Anderamboukane geknüpft. Inzwischen wurden einige Projekte gefördert und auch vor Ort realisiert. Die Stadt Heubach und ihre Bürger unterstützen die Menschen in Anderamboukane im Schulwesen, Gesundheitsbereich, in der Landwirtschaft und im täglichen Leben. Die Projekte werden von den Einwohnern Anderamboukanes selbst organisiert und getragen. Die Stadt Heubach hat bei der Raiffeisenbank Rosenstein und bei der Kreissparkasse Ostalb jeweils ein Spendenkonto für Anderamboukane eingerichtet. Am Neujahrestag des Jahres 2015 wurde Bürgermeister Aroudeiny Ag Hamatou bei einem Überfall von Rebellen so schwer verletzt, dass er zwei Tage später seinen Verletzungen erlag. Heubach trauerte gemeinsam mit seiner Partnerstadt, um einen Verfechter des Friedens und einen guten Freund.[23]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach liegt am Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg, einem Fernwanderweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Außerdem führt der Jakobsweg durch das heubacher Stadtgebiet.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach mit Rosenstein um 1900

In Zusammenarbeit mit den Unternehmen Triumph International und Susa-Werke GmbH entstand 1974 das Heimat- und Miedermuseum im Heubacher Schloss, welches bis heute das einzige Museum seiner Art in Deutschland ist.

Im Polizeiposten befindet sich das Polizeimuseum, welches aus einer privaten Sammlung eines Polizeibeamten entstanden ist. Dort sind Gegenstände aus dem örtlichen Polizeiwesen seit 1853 ausgestellt. Das Museum öffnet nach Vereinbarung.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernmeldeturm und Ruine

Ein Ensemble mehrerer Fachwerkgebäude bildet den Stadtkern von Heubach. Sehenswert sind das Rathaus von 1581, der Marktbrunnen von 1777, der Blockturm von 1473, ein Torturm des einst ummauerten Kirchhofes und die evangelische Stadtkirche von 1581. Sie war ursprünglich eine romanische Basilika mit gemaltem Passionszyklus. Das Woellwarthsche Schlossgebäude aus dem Jahr 1524 wurde in den 1990er Jahren aufwendig saniert. Mit seinen Kunstschätzen und als Bauwerk ist es eines der prägnantesten Bauwerke in Heubach. Das Gebäude beherbergt die Stadtbibliothek und das Heubacher Heimat- und Miedermuseum. Seit Dezember 2008 befindet sich das historische Klassenzimmer im Rittersaal des Heubacher Schlosses.

Auf dem Glasenberg befindet sich der 142 Meter hohe Fernmeldeturm Heubach, der neben Antennen für die Abstrahlung von Fernseh- und Rundfunkprogrammen auch über eine Aussichtsplattform verfügt, die aber nur zeitweise geöffnet wird.

Bemerkenswert ist außerdem das Evangelische Gemeindehaus mit Glasarbeiten von Albrecht Pfister.

Rosenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Rosenstein (Berg)

Markant für Heubach ist der Rosenstein mit seiner über dem Ort throhnenden Burgruine Rosenstein und seinen vielen Höhlen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1984 fand jährlich im Juli in der Stellung unterhalb des Rosensteins das Festival „Umsonst und draußen“ statt.[24] Es wird von vielen freiwilligen Helfern organisiert und durchgeführt. Auf einem Fußballplatz bestand die Möglichkeit, zu zelten. Im Jahr 2009 fand das Festival nach 25 Jahren zum letzten Mal statt. Seit 2012 veranstaltet der Verein QLTourRaum stattdessen das New Pig Festival in der Stellung. Außerdem organisiert die Gruppe im Winter das Festival „Umsonst und Drinnen“ im Vereinszentrum Übelmesser.[25]

Das jährlich stattfindende Heubacher Mountainbikefestival „Bike the Rock“ begann 2001 als Hobby-Mountainbike-Rennen. Bereits drei Jahre später wurde ein Bundesligarennen in der höchsten Klassifikation, dem E1 Status, durchgeführt. Die Veranstaltung wuchs Jahr für Jahr und 2006 erhielt sie vom internationalen Bikeverband UCI den Horse-Class-Status (HC) verliehen. Im Bereich Cross Country finden weiterhin Rennen im Hobby und Lizenzbereich statt. Ebenfalls 2006 wurde die Disziplin Trial beim „Bike the Rock“ eingeführt. Seit 2011 ist der „European Trial Contest“ ein fester Bestandteil des Festivals und es wurden schon einige Weltrekorde für das Guinnessbuch aufgestellt. 2007 wurde das Downhill Hobbyrennen eingeführt. 2016 wurde für Hobbysportler der Bikemarathon eingeführt. In diesem Jahr fand auch erstmals das Kids-Race statt, bei dem sich die Kindergärten in einem Staffelrennen messen konnten.[26]

Alle drei Jahre findet in Heubach im Juni oder Juli das traditionelle Kinderfest statt, zuletzt am 2. Juli 2016. Dabei ziehen die Heubacher Schüler in einem Festzug von der so genannten Stellung über den Pionierweg hinauf zum Kinderfestplatz zwischen dem Glasenberg und dem Heidenburren. Das erste Kinderfest fand 1820 noch unter dem Namen Maienfest statt.[27]

Neben dem Kinderfest gibt es im Sommer noch einen Höhepunkt für die kleinen Heubacher: Jedes Jahr verwandelt sich die Stellung für zwei Wochen in die Spielstadt „Kidstown“. Hier können die Kinder verschiedene Berufe ausprobieren, ihren eigenen Gemeinderat und Bürgermeister wählen. Beide zusammen können dann Gesetze erlassen, die für die Kinder und ihre Betreuer gelten. Die erste Kidstown fand im Jahr 1999 statt.[28]

Jährlich findet im Sommer das Heubacher Stadtfest (früher: Straßenfest) mit abendlichem Feuerwerk statt.

Das Wasser-mit-Geschmack-Festival ist ein jährlich in Heubach stattfindendes Festival für Elektromusik, das 2013 durch die Initiative örtlicher Jugendlicher entstand und sich bis zum Jahr 2015 mit 2200 Besuchern zu einem der größten Elektromusikfestivals in Süddeutschland entwickelte.[29]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heubach liegt zwar etwas abseits der großen Verkehrswege, aber die benachbarten Orte Böbingen an der Rems und Mögglingen sind sowohl mit der Remsbahn (stündliche Verbindung nach Stuttgart und Aalen) als auch über die Bundesstraße 29 erreichbar. Durch Heubach führt die direkte Straßenverbindung von Schwäbisch Gmünd nach Heidenheim an der Brenz.

Von 1920 bis 1975 hatte Heubach durch die Heubachbahn einen Bahnanschluss nach Böbingen an der Rems zur Remsbahn. Der Personenverkehr wurde am 1. Oktober 1972 und der Güterverkehr 1975 eingestellt.

Heubach ist über den Stadtbus der Stadt Schwäbisch Gmünd (Stadtbus Gmünd) an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Im Norden der Stadt liegt der Verkehrslandeplatz Heubach.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SUSA-Vertriebs-GmbH + Co wurde am 1. März 1859 von Gottfried Schneider gegründet. Am Hauptsitz in Heubach werden bis heute Miederwaren, Dessous und Bademoden produziert und vertrieben.

Gebäudekomplex Spiesshofer & Braun von der Ruine Rosenstein aus gesehen

Triumph International wurde 1886 von Johann Gottfried Spießhofer und Michael Braun als Spießhofer & Braun in Heubach gegründet. Der Hersteller von Damen- und Herrenunterwäsche, Freizeit- und Hausbekleidung ist heute weltweit tätig und noch in Heubach ansässig, die Konzernzentrale des noch immer in Familienbesitz befindlichen Unternehmens befindet sich inzwischen allerdings in der Schweiz.

Eng verbunden mit der Geschichte der Stadt Heubach ist auch die Entwicklung der Hirschbrauerei. Chronisten führen ihre Entstehung auf die Zeit um 1600 zurück, urkundlich nachgewiesen ist jedoch, dass die „älteste Braustatt“ bis 1725 bereits brauen und Bier ausschenken durfte, jedoch erst am 2. Mai des gleichen Jahres die Konzession zur Schildwirtschaft mit dem Schild „Zum Hirsch“ verliehen erhielt. Zu dieser Zeit war die Familie Jakob Hornegger Besitzer der Brauerei zum Hirsch. 1874 übernahm Leonhard Johann Mayer die Heubacher Brauerei, die seither im Familienbesitz ist.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heubach gibt es mit der Schillerschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, zudem eine Realschule, das Rosenstein-Gymnasium und mit der Mörikeschule eine Förderschule. Eine weitere Grundschule befindet sich im Ortsteil Lautern. Drei römisch-katholische, zwei evangelische und ein städtischer Kindergarten runden das Bildungsangebot ab.

Überregionale Bedeutung hat das Schriftgut-Archiv Ostwürttemberg im Stadtteil Lautern. Es gilt als das größte private Literaturarchiv in Deutschland.[30]

Außerdem gibt es die Jugendmusikschule Rosenstein, eine Einrichtung der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein mit Sitz in Heubach. Sie wurde 1974 gegründet.[31] Schon mehrmals waren junge hier ausgebildete Musiker bei den Bundes- und Landeswettbewerben „Jugend musiziert“ erfolgreich.[32]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heubach wurde 1981 die Theater- und Comedygruppe Die kleine Tierschau von den Schulfreunden Michael Gaedt, Michael Schulig und Ernst Mantel gegründet.

Der Ortsneckname für die Heubacher Bürger lautet „Mondstupfler“. Dies geht auf eine alte Sage der Stadt Heubach zurück, wonach die Heubacher vor vielen Jahren bei Nacht auf den Rosenstein stiegen, um den Mond mit langen Stangen vom Himmel zu holen. Im Wappen der früher über die Gegend herrschenden Woellwarths kommt ein weißer Halbmond auf rotem Grund vor.[33] Eine Verbindung dieses Familienwappens zum Namen "Mondstupfer" wird vermutet, kann aber nicht zweifelsfrei belegt werden.

Ehrenbürger der Stadt Heubach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard-Hermann Ströle (1821–1896), Ehrenbürger 1894 aufgrund seiner Verdienste während 26-jähriger Tätigkeit als Lehrer und seiner Tätigkeit als Vorstand des Turnvereins
  • Theodor Viktor Jäger (1840–1924), Ehrenbürger 1900 in Anerkennung seiner Verdienste als Stadtpfarrer
  • Julius Schneider (1862–1923), Ehrenbürger 1920 für seine Verdienste als Unternehmer der Firma Schneider & Sohn AG (SUSA-Vertriebs-GmbH + Co), Gemeinderatsmitglied und seine Bemühungen um den Bahnanschluss durch die Heubachbahn
  • Franz Keller (1852–1938), Ehrenbürger 1927 für seine Verdienste in über 50-jähriger Tätigkeit als Arzt und Förderer des Fremdenverkehrs
  • Michael Braun (1866–1954), Ehrenbürger 1936 für seine Verdienste als Unternehmer und Mitbegründer der Firma Spießhofer & Braun
  • Fritz Spießhofer (1886–1968), Ehrenbürger 1954 für seine Verdienste als Unternehmer sowie Freund und Förderer der Kultur und Vereine
  • Dieter Braun, Ehrenbürger 2011.
  • Günther Spiesshofer (1936–2013), Gesellschafter und ehemaliger Geschäftsführender Gesellschafter der Triumph International Spiesshofer & Braun KG, Ehrenbürger 2011[34]
  • Gerhard Kolb, 20. Dezember 2010 in Würdigung seiner großen Verdienste als ehrenamtlicher Stadtarchivar
  • Herta Hörmann (1910–1993), Ehrenbürgerin für ihre Verdienste als Unternehmerin der Firma SUSA-Vertriebs-GmbH + Co

Ehrenbürger der Gemeinde Lautern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Dangelmaier (1889–1978), Ehrenbürger 1967 aus Anlass seiner Verdienste und seines 50-jährigen Priesterjubiläums

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schenk (Red.): Heubach und die Burg Rosenstein. Geschichte, Tradition, Landschaft. Herausgegeben von der Stadt Heubach. Einhorn-Verlag Dietenberger, Schwäbisch Gmünd 1984, ISBN 3-921703-57-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: Heubach – Reiseführer
 Commons: Heubach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Heubach – Quellen und Volltexte

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 722–726.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Heubach.
  4. Ute Knöpfle: Heubach – Stadt unterm Rosenstein. Stadtverwaltung Heubach, 2009, S. 82.
  5. Ute Knöpfle: Heubach – Stadt unterm Rosenstein. Stadtverwaltung Heubach, 2009, S. 84.
  6. Ortschaftsräte. Stadt Heubach, abgerufen am 9. August 2016.
  7. Vereinssuche der Stadt Heubach. Abgerufen am 09.08.16.
  8. Lautern bekommt Silber im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und hat nachhaltige Ideen entwickelt. auf: remszeitung.de, 15. September 2012, abgerufen am 2. August 2016.
  9. Ute Knöpfle: Heubach – Stadt unterm Rosenstein. Stadtverwaltung Heubach, 2009, S. 99.
  10. Heubach älteste Siedlung im Ostalbkreis. 22. Mai 2016, abgerufen am 22. Mai 2016.
  11. Heubach älteste Siedlung im Ostalbkreis. 20. Mai 2016, abgerufen am 25. Mai 2016.
  12. Ute Knöpfle: Heubach Stadt unterm Rosenstein. Hrsg.: Stadtverwaltung Heubach. Heubach 2009, ISBN 978-3-00-028108-2, S. 6–7.
  13. heubach.de
  14. Walter Wörz, Manfred Schmidtke: Das Ende des Zweiten Weltkriegs unterm Rosenstein. Hrsg.: Geschichts- und Heimatverein Böbingen. März 2016, S. 18.
  15. Walter Wörz, Manfred Schmidtke: Das Ende des Zweiten Weltkriegs unterm Rosenstein. Hrsg.: Geschichts- und Heimatverein Böbingen e.V. S. 91.
  16. Gerhard Kolb: Heubach in alten Ansichten. Hrsg.: Europäisch Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande. Heubach 1990, ISBN 90-288-4905-X.
  17. Diethelm Winter (Hrsg.): Der Ostalbkreis. Theiss, Stuttgart 1992, S. 338.
  18. Moscheesuche. Abgerufen am 22. Mai 2016.
  19. Kirchen. Stadt Heubach, abgerufen am 9. August 2016.
  20. SPD Ostalb. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  21. VG Rosenstein. Stadt Heubach, abgerufen am 9. August 2016.
  22. Partnerschaften. Stadt Heubach, abgerufen am 9. August 2016.
  23. Bürgermeister aus Heubachs Partnerstadt Anderamboukane bei Überfall getötet. abgerufen am 2. August 2016.
  24. Umsonst und Draussen in Heubach. Abgerufen am 23. Februar 2010.
  25. Qltourraum. Abgerufen am 21. Juli 2016.
  26. Bike the Rock. Abgerufen am 21. Juli 2016.
  27. S’Blättle 43. Jahrgang, 28. Ausgabe, Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein, S. 20.
  28. Im Januar beginnt die Anmeldefrist für die Heubacher Kinderstadt „kidstown“. In: Remszeitung. Abgerufen am 2. August 2016.
  29. Wasser mit Geschmack. Abgerufen am 22. Mai 2016.
  30. „Das literarische Gedächtnis der Region. Das von Reiner Wieland aufgebaute Schriftgutarchiv Ostwürttemberg gilt als das größte private Literaturarchiv Deutschlands“ in Gmünder Tagespost vom 27. Juni 2009.
  31. Allgemeine Infos. Stadt Heubach, abgerufen am 9. August 2016.
  32. Jugendmusikschule Rosenstein freut sich über das Traumergebnis bei „Jugend musiziert“. In: Remszeitung. Abgerufen am 2. August 2016.
  33. Landesarchiv Baden-Württemberg. Abgerufen am 09.08.16.
  34. Zum Tode von Günther Spiesshofer. In: Schwäbische Post vom 28. Februar 2013.