Theodorus Zwartkruis

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Theodorus Zwartkruis um 1966.

Theodorus Henricus Johannes Zwartkruis (* 22. November 1909 in Amsterdam; † 21. Oktober 1983 in Haarlem) war ein niederländischer römisch-katholischer Geistlicher und Bischof von Haarlem.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwartkruis war der Sohn des städtischen Beamten Theodorus Zwartkruis und dessen Ehefrau Theodora Christina Maria van Brandenburg. Er absolvierte von 1920 bis 1926 das Jesuitengymnasium am St.-Ignatius-Kolleg in Amsterdam, danach studierte er Philosophie an der Katholischen Universität Löwen. Seine theologische Ausbildung erfolgte am Großen Seminar des Bistums Haarlem in Warmond. Das Sakrament der Priesterweihe empfing er am 26. Mai 1934 und studierte anschließend Englische Sprache und Literatur in Nijmegen. Ab März 1939 wirkte er 22 Jahre lang als Englischlehrer am Bischöflichen Gymnasium Hageveld in Heemstede. Bernard Kardinal Griffin ernannte Zwartkruis 1959 anlässlich von dessen 25-jährigem Priesterjubiläum zum honorary chaplain der Westminster Cathedral. Im Sommer 1961 wurde er Pfarrer und Dekan in Haarlem und am 12. April 1962 Kanonikus des Kathedralkapitels von Haarlem.

Nach dem plötzlichen Tod des Bischofs von Haarlem Joannes van Dodewaard am 9. März 1966 ernannte Papst Paul VI. am 18. August 1966 Theodorus Zwartkruis zu dessen Nachfolger. Zwartkruis empfing am 15. Oktober 1966 durch Bernard Jan Kardinal Alfrink die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Martien Antoon Jansen, Bischof von Rotterdam, sowie der Erzbischof von Glasgow, James Donald Scanlan.

Seine Amtszeit als Bischof war gekennzeichnet durch die Umsetzung der Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, aber auch überschattet von Konflikten mit der Amsterdamer Studentenecclesia und der kritischen Basisgemeinde IJmond in Beverwijk, als in diesen verheiratete Priester wie Huub Oosterhuis die Eucharistie feierten. Doch schloss er diese Gemeinschaften und Gläubigen nicht aus, sondern schuf dafür den Begriff „außerhalb der Verantwortung des Bischofs“. Menschliche Bindungen zu Priestern und Ordensleuten, die aus der Kirche ausgetreten waren, hielt er stets aufrecht.

Für viele Menschen überraschend, auch für Zwartkruis selbst, ernannte Papst Johannes Paul II. am 12. Oktober 1983 zwei Weihbischöfe für das Bistum Haarlem, nämlich Hendrik Joseph Alois Bomers und Joseph Frans Lescrauwaet. In seinem letzten Schreiben, datiert an seinem Todestag, dem 21. Oktober 1983, bringt er seine Überraschung und Sorge über diese Ernennung zum Ausdruck. In der Tat reagierte die niederländische Öffentlichkeit emotional bewegt auf diese Bischofsernennung und den kurz darauf folgenden Tod des Bischofs von Haarlem.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A book of English and American literature. (Zusammen mit L. Grooten und J.G. Riewald), 1953
  • Kerk, wij samen. 1974

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]