Theologisches Konvikt Berlin

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Koordinaten: 52° 31′ 44″ N, 13° 23′ 26,7″ O

Theologisches Konvikt Berlin
Theologisches Konvikt Berlin
Typ Evangelisch-Theologisches Konvikt
Anschrift Borsigstraße 5
10115 Berlin
Bundesland Berlin
Land Deutschland
Landeskirche Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Ephorus Pfarrer Volker Jastrzembski
Senior Sarah Klaes
Webadresse www.theologischeskonvikt.de

Das Theologische Konvikt Berlin (ehemals Sprachenkonvikt Berlin) ist ein Berliner Studierendenwohnheim in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Es befindet sich in der Borsigstraße in Berlin-Mitte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Golgathakirche der Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg. In den Räumlichkeiten des Theologischen Konvikts ist auch die Evangelische Studierendengemeinde Berlin mit Notfonds und Stube untergebracht. Das Gebäudeensemble steht in der Berliner Baudenkmalliste.[1]

Leben im Konvikt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben im Konvikt ist besonders gekennzeichnet durch interkulturelles (Bewohner aus allen Kontinenten) und interkonfessionelles (orthodox, reformiert, lutherisch, römisch-katholisch) / interreligiöses (christlich, muslimisch und jüdisch) akademisches und nicht-akademisches Lernen. Diese Lerneffekte ergeben sich unter anderem durch die gemeinsame Nutzung der Flurküchen und durch Hausübungen zu unterschiedlichsten Themen und Anlässen.

Den festen Rahmen eines Semesters bilden selbst gestaltete Gottesdienste zu Semesterbeginn und -ende in der Golgathakirche. Die Studierenden regeln viele Angelegenheiten selbst und wählen dafür regelmäßig eine Vertretung, das Seniorat, bestehend aus drei Prosenioren und einem Senior. Das Seniorat führt unter anderem zwei Vollversammlungen der Bewohner jedes Semester durch. Dort werden hausinterne Angelegenheiten basisdemokratisch geregelt, wie beispielsweise die Neubesetzung der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Haus.

Hauptamtlich arbeitet im Konvikt momentan eine Sekretärin und der Ephorus Pfarrer Volker Jastrzembski.

Die vielen Gemeinschaftsräume, Kellerräume, der Kneipenkeller und eine Werkstatt bieten weiteren Platz zum Feiern oder zum Üben von Musikinstrumenten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Konvikt“, wie es heute von seinen Bewohnern genannt wird, war zu Zeiten der DDR eine theologische Ausbildungsstätte der evangelischen Kirche, an der außerhalb der staatlichen Universitäten ein Theologiestudium absolviert werden konnte. Damals hieß es Sprachenkonvikt. Das Konvikt war als gedanklicher Frei(heits)raum in der DDR auch wichtig für die Vorbereitung der friedlichen Revolution.

Neben anderen haben Eduard Berger, Rüdiger Bernhardt, Hans-Gebhard Bethge, Christoph Demke, Hans-Peter Gensichen, Martin Gutzeit, Martin Herche, Ingolf Hübner, Eberhard Jüngel, Dieter Kaiser, Matthias Köckert, Thomas Koppehl, Wolf Krötke, Karsten Laudien, Markus Meckel, Steffen Reiche, Richard Schröder, Stephan Steinlein, Wolfgang Ullmann und Dieter Vieweger im Konvikt gelebt und studiert bzw. gelehrt.

Im April 2010 ist der Förderverein „Konvikt Borsigstraße 5 e. V.“ gegründet worden. Er wurde ins Leben gerufen, um für die Erhaltung und Profilierung des Theologischen Konvikts im Herzen der Hauptstadt Deutschlands tatkräftig einzutreten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Köckert: Vom Sprachenkonvikt zum Theologischen Konvikt. In: Berliner Theologische Zeitschrift. 26 (2009), ISSN 0724-6137, S. 256–272.
  • Wolf Krötke: Das Profil des Berliner Sprachenkonvikts für die selbständige Theologenausbildung in der DDR. In: Zeitschrift für Theologie und Kirche. 107 (2010), S. 123–138.
  • Rudolf Mau: Das „Sprachenkonvikt“. Theologische Ausbildungsstätte der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg („Kirchliche Hochschule Berlin-Brandenburg“) 1950–1991. In: Berliner Theologische Zeitschrift. 9 (1992), 107–118. Wiederabdruck in: Der Wahrheit Gottes verpflichtet. Theologische Beiträge aus dem Sprachenkonvikt Berlin. Festschrift für Rudolf Mau. Hrsg. von Matthias Köckert. Berlin 1993, ISBN 3-88981-061-6.
  • Rudolf Mau: Vom Hinterhof ins Herz der Hauptstadt. Der Beitrag des „Sprachenkonvikts“ zur Erneuerung der Theologischen Fakultät der HU-Berlin. In: Hochschule Ost. Politisch-akademisches Journal aus Ostdeutschland. Mai 1992, OCLC 942838047, S. 10–22.
  • M. Waechter, A. K. Kauf, A. Formozov, M. Daues: Ein wirklicher Freiraum. Ehemalige berichten aus dem Sprachenkonvikt und dem Theologischen Konvikt 1950–2007. Berlin 2008.
  • Friedrich Winter: Die politischen Beziehungen des „Sprachenkonvikts“ in Berlin. Abhängigkeit und Freiheit. In: Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte. 62 (1999), ISSN 0075-2568, S. 201–226.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Theologisches Konvikt Berlin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Baudenkmalsensemble Hospiz Marienheim und Theolog. Konvikt in der Borsigstraße