Thrakien-Pogrom 1934

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Das Thrakien-Pogrom 1934 fand zwischen dem 21. Juni und dem 4. Juli 1934 in Ostthrakien in der Türkei statt.

Es richtete sich gegen die dort ansässige jüdische Minderheit und war antisemitisch motiviert. Fast zeitgleich griffen Ende Juni 1934 türkische Nationalisten die Juden der Hafenstadt Çanakkale in der Dardanellenregion sowie in den thrakischen Städten Edirne, Uzunköprü, Kırklareli, Keşan, Lüleburgaz und Silivri an; außerdem gab es antijüdische Demonstrationen.[1] In den Städten Edirne (mit seiner Gemeinde von 7.000 Juden) und Kırklareli waren die anti-jüdischen Ausschreitungen pogromartig. In Kırklareli kam es Anfang Juli 1934 zu systematischen Plünderungen, Raub und Vergewaltigungen. Die jüdischen Einwohner wurden misshandelt und verwundet. Getötet wurden sie nicht, was in der Forschung auf eine Anweisung "von oben" zurückgeführt wird.[2] In Edirne blieb das jüdische Viertel tagelang unter Kontrolle marodierender türkischen Nationalisten.

15.000 Juden flohen aus diesen Städten und aus Tekirdağ, Keşan, Çorlu und Babaeski für immer aus ihrer angestammten Heimat. Auch wurden Geschäfte und Häuser jüdischer Eigentümer beschädigt oder zerstört.

Auslöser der Pogrome sollen eine antisemitische Hetzschrift von Nihal Atsız in der Ausgabe 7 seiner Zeitschrift Orhun 1934[3] und von Cevat Rıfat Atilhan in der Zeitschrift Milli İnkılap gewesen sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Vertreibung der türkischen Juden aus Thrakien 1934
  2. Fußnote 3
  3. Şalom:1934 Trakien Pogrom, (türkisch)
  4. Rezension von Mary Kreutzer