Bahnhof Thum

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Thum
Empfangsgebäude (2000)
Empfangsgebäude (2000)
Daten
Betriebsstellenart ehem. Bahnhof
Lage im Netz ehem. Trennungsbahnhof
Eröffnung 18. April 1906
Auflassung 31. Dezember 1975
Lage
Stadt/Gemeinde Thum
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 40′ 7,7″ N, 12° 57′ 7,5″ O50.6688112.952084Koordinaten: 50° 40′ 7,7″ N, 12° 57′ 7,5″ O
Höhe (SO) 507,39 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
i11i16i18

Der Bahnhof Thum war eine Betriebsstelle der Schmalspurbahn Schönfeld-Wiesa–Meinersdorf und der hier einmündenden Strecke von Wilischthal auf dem Gemeindegebiet der Stadt Thum in Sachsen. Bis zur Auflassung im Jahr 1975 war Thum betrieblicher Mittelpunkt der beiden Strecken, die insbesondere unter Eisenbahnfreunden als „Thumer Netz“ bekannt geworden sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Haltestelle Thum

Einen ersten Bahnhof bekam Thum am 14. Dezember 1886 mit der Eröffnung der Strecke von Wilischthal. Die Betriebstelle besaß vier Gleise mit insgesamt neun Weichen. Auf den Bau eines Empfangsgebäudes war verzichtet worden, dessen Aufgabe übernahm der Güterschuppen mit angebauten Dienstraum. Anlagen zur Restauration der Lokomotiven existierten nicht. Im Jahr 1906 wurde die Betriebsstelle infolge des Baues der Strecke von Geyer aufgelassen, an der ein neuer Bahnhof entstand.

Bahnhof Thum

Der Bahnhof Thum ging am 18. April 1906 in Betrieb, als erstmals ein Zug von Wilischthal den noch im Bau befindlichen Bahnhof erreichte. Am 1. Mai 1906 wurde schließlich die Strecke von Geyer in Betrieb genommen, die am 1. Oktober 1911 noch nach Meinersdorf verlängert wurde. Zu diesem Zeitpunkt besaß der Bahnhof elf Gleise, wovon drei dem Reiseverkehr dienten.

Das Empfangsgebäude war ein schlichter Typenbau, wie er zu gleicher Zeit auch auf anderen Bahnhöfen in Sachsen errichetet worden war. Im Winkel der Strecken nach Meinersdorf und Wilischthal lag ein ursprünglich vierständiges Heizhaus, das 1911 noch um zwei Stände erweitert worden war. An der Ausfahrt nach Schönfeld-Wiesa existierte eine kleine Wagenwerkstatt. Darüber hinaus wurden ein Nebengebäude mit Freiabtritt, ein Güterschuppen, ein Lademaß, eine Gleisbrückenwaage und eine Seitenladerampe mit Ladestraße errichtet. Am Bahnsteigende in Richtung Geyer befand sich zwischen den Gleisen ein Wasserkran.

An den drei einmündenden Strecken besaß der Bahnhof Einfahrformsignale, aber keine Ausfahrsignale. Wie die Weichen der Streckengleise wurden sie über ein Kurbelwerk in einem Anbau am Empfangsgebäude fernbedient.

In den Jahren 1926 und 1927 errichtete man neben dem Heizhaus eine neue Wagenreparaturwerkstatt, 1934 ersetzte man zudem das baufällige Heizhaus durch ein neues Gebäude an gleicher Stelle, dass nun acht Lokomotivstände auf vier Gleisen aufwies. Er war der größte der Sächsischen Schmalspurbahnen.

Mit dem Verkehrsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Thum 1947 zum „Komplexbahnhof“ erhoben. Ihm unterstanden nun alle Bahnhöfe der nach Thum führenden Schmalspurstrecken einschließlich der Anschlussbahnhöfe zum Regelspurnetz. Eine Bahnhofsdispatcherleitung koordinierte nun die Transportraumbereitstellungen, Sonderleistungen und Vorspannlokomotiven.

Nach der Stilllegung der Schmalspurbahnen zwischen 1967 und 1975 wurden die Anlagen des Bahnhofes Thum im Juli 1977 durch die Bahnmeisterei Annaberg-Buchholz demontiert. Die Werkstattgebäude wurden noch bis 1995 als Aufarbeitungswerkstatt des Reichsbahnausbesserungswerkes Karl-Marx-Stadt (ab 1990: Chemnitz) weiter genutzt. Im Oktober 2013 wurde das Gebäude für den geplanten Neubau eines Pflegeheimes abgerissen[1].

Bahnbetriebswerk Thum[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Verkehr auf den Schmalspurbahnen im Erzgebirge, insbesondere auf den Strecken des Thumer Netzes, der Pöhlatalbahn und der Fichtelbergbahn, im Zuge des Uranbergbaus stark zu. Zunächst gehörten die Lokbahnhöfe Thum und Jöhstadt noch zum Bw Annaberg-Buchholz. Aufgrund des stark angestiegenen Lokbestands in den jeweiligen Einsatzstellen wurde aber zum 1. Februar 1949 das neue Bahnbetriebswerk Thum gegründet. Diesem unterstanden neben den Lokomotiven und Wagen für das Thumer Netz und die Preßnitztalbahn ab dem 1. Juni 1959 auch die Strecke Hetzdorf–Eppendorf. In den 1960er Jahren kamen auch noch die Lokomotiven der Fichtelbergbahn zum Bw Thum. Im Zuge der sich inzwischen normalisierenden Verkehrsleistungen und der anfänglichen Betriebseinstellungen auf diversen Schmalspurbahnstrecken wurde das Bahnbetriebswerk Thum zum 1. Januar 1967 aufgelöst und in eine Einsatzstelle des Bahnbetriebswerk Aue umgewandelt. Die Einsatzstelle selber wurde am 1. Januar 1974 mit Einstellung des Verkehrs auf dem Thumer Netz geschlossen. Die noch verbleibenden Lokomotiven in Thum, Oberwiesenthal, Jöhstadt und Schönfeld-Wiesa (der Lokbahnhof Eppendorf war zwischenzeitlich durch die Stilllegung der Strecke geschlossen worden) unterstanden ab dann der Einsatzstelle in Annaberg-Buchholz, einer Außenstelle des Bw Aue.

Außenstellen des Bw Thum bestanden in Eppendorf, Jöhstadt und Oberwiesenthal.

Hauptsächlich wurden Maschinen der Baureihen 99.51–60, 99.73–76 und 99.77–79 eingesetzt. Dabei kam die 99.51–60 vor allem auf der Strecke Hetzdorf–Eppendorf und Wolkenstein–Jöhstadt zum Einsatz, während die 99.73–76 und die 99.77–79 ausschließlich auf den Strecken um Thum und auf der Strecke Cranzahl–Oberwiesenthal fuhren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Bäzold: Das Thumer Schmalspurnetz. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1993, ISBN 3-922138-51-9
  • Stephan Häupel, Eberhard Schramm: Schmalspurbahnen um Thum. Verlag Kenning, 2002, ISBN 3-933613-39-6; S. 114–125

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Thum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freie Presse Online: Investition - Lokschuppen wird für DRK abgerissen, abgerufen am 17. Februar 2014